Foto: Degeto / Christine Schröder Ein Mann saß für den Mord an seiner Frau sieben Jahre im Gefängnis. Das Gericht spricht ihn jetzt frei. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch in Revision, eine junge Kommissarin rollt den Fall neu auf. So ungewöhnlich die Ausgangslage, so außergewöhnlich gut nutzt der TV-Film „Unschuldig“ (Degeto / filmpool fiction) seine 173 Minuten. Nach und nach kehren sich die Verhältnisse um – bis schließlich die, die jenen Alex Schwarz als Mörder diffamierten, selbst die Hauptverdächtigen sind und spüren müssen, was es heißt, möglicherweise alles zu verlieren. Autor Florian Oeller lässt das Drama über den Krimi obsiegen. Die Spannung schmälert das keineswegs. Denn der dramaturgische Antrieb des Films ist die Dynamik, die aus den Figuren-Konstellationen, die sich ständig im Wandel befinden, gezogen wird. Aber nicht nur das Gleichgewicht zwischen Drama und Krimi, zwischen Psychologie und Spannungsdramaturgie stimmt in diesem ARD-Premium-Movie – auch die Interaktionen der Charaktere und der filmische Erzählfluss inklusive der Inszenierung im Detail sind bestens aufeinander abgestimmt. Dazu tragen maßgeblich auch die großartigen Schauspieler bei.


