Foto: MDR / Michael Kotschi Im Zentrum von „Die Zeit ist gekommen“ (MDR – W&B Television), dem neunten „Tatort“ aus Dresden, steht eine Geiselnahme, bei der das Autoren-Duo Veith/Comtesse großes Interesse zeigt an der Psychologie der Ausnahmesituation und der Krise der Geiselnehmer. Es ist die tragische Verkettung unglücklicher Ereignisse, die ein Ehepaar (sehr überzeugend: Riemelt & Fellin) mit Kind immer tiefer in den Schlamassel hineinziehen. Die Doppel-Funktion der beiden als Täter und Opfer macht den Film nicht zu einem billigen Mitfieber-Spektakel, sondern zu einem angenehm ambivalenten Spannungsdrama. Der vielschichtigen Identifikationspolitik entsprechen auch kluge Perspektivwechsel. Stephan Lacant hat die dramaturgisch komplexe Geschichte kongenial in nachhaltigen Bildern in Szene gesetzt.








