Foto: Degeto / Christiane Pausch Warum in die Ferne schweifen – wenn die politisch brisanten Themen hierzulande auf der Straße liegen. Das haben sich offenbar die Macher der Wirtschaftsthriller-Reihe „Tödliche Geheimnisse“ gedacht, nachdem sie zwei Journalistinnen 2016 und 2017 durch die Welt jagten, um von der unentwirrbaren Verflechtung von Geld und Macht, von Politik und Konzerninteressen in der globalisierten Welt zu erzählen. In „Das Versprechen“ nimmt nun Autor Florian Oeller nach Wirtschaft, Wissenschaft & Medien verstärkt die Politik ins Visier. Damit und mit dem Schauplatz Berlin positioniert sich die Reihe näher an der deutschen Wirklichkeit, wirkt realistischer, die Handlung überschaubarer, und die Konflikte sind nachvollziehbarer. Der Film stößt in die Nische zwischen Themenfilm und „Tatort“, greift ein paar gravierende gesellschaftliche Probleme auf, grundsätzlicher als ein Krimi dazu in der Lage wäre, ist aber nicht weniger spannend. Denn die Frage, wie das Geflecht aus Politik, Wirtschaft und Kommunikationsstrategien funktioniert, wer hier wen am Nasenring durch die Manege führt und ob es neben der vierten Gewalt noch eine weitere moralische Instanz oder integre Person gibt in diesem Spiel, das bleibt lange offen. „Tödliche Verhältnisse“ hat das Zeug dazu, noch regelmäßiger gesellschaftlich brisante Themenfelder zu beackern.






