Foto: Netflix / Anne Wilk „Schlafende Hunde“ (Netflix / Real Film) ist eine enorm fesselnde und überaus komplexe Krimiserie mit Max Riemelt als ehemaliger Polizist und Luise von Finck als junge Staatsanwältin, die auf Ungereimtheiten im Fall der eigentlich aufgeklärten Ermordung eines Richters stößt. Interessant ist vor allem die Rolle des abgestürzten KDD-Beamten: Mike Atlas hat vor acht Monaten Frau und Tochter verlassen und lebt seither auf der Straße. Er ahnt, dass er zuvor einen furchtbaren Fehler begangen hat, aber er kann sich nicht mehr erinnern; seit einem Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt leidet er unter einem Trauma. Die Serie basiert auf einem israelischen Vorbild, wirkt aber wie für Berlin geschrieben. Der Reiz der vorzüglich inszenierten Geschichte (Buch: Christoph Darnstädt, Regie: Stephan Lacant, Francis Meletzky) resultiert aus der völligen Undurchsichtigkeit der Handlung, der Kombination des ungleichen Duos sowie der zentralen Frage, ob die beiden auf ein Komplott gestoßen sind oder bloß einem Hirngespinst nachjagen.





