Foto: Degeto / Nadja Klier Karla hat ein sehr spezielles, vor allem ein selbstbestimmtes und wildes Leben hinter sich. Der Rock & Roll war der Taktgeber für die Fotografin, die berühmte Bands auf ihren Tourneen begleitete. Jetzt hat sie die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs bekommen. Es bleibt ihr nur noch wenig Zeit. Diese verbringt sie mit einem Sterbebegleiter, der eher nicht auf ihrer Wellenlänge liegt, und dessen sensiblem, künstlerisch veranlagtem Teenagersohn, mit dem sie sich umso besser versteht. „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ (ARD Degeto / Bavaria Fiction) ist kein handelsüblicher „Endlich Freitag“-Film, sondern ein Karfreitag-Ausnahme-Drama, das keine Botschaften überdeutlich vor sich herträgt und den Zuschauer sogar mit gut gemeinten Floskeln über das Sterben verschont. Autorin Astrid Ruppert und Regisseur Till Endemann erzählen zwei Geschichten, die vom Sterben und die von Vater und Sohn, pur: reduziert & konzentriert, ohne narrative Geschmacksverstärker und ohne Zusatz von Süßstoff. Die Leistungen der Hauptdarsteller ist umso bemerkenswerter. Ihr sparsames Spiel, die ruhige Tonlage, die knappen Gespräche, die sensiblen Augen-Blicke sorgen für bewegende, aber unsentimentale Szenen, die einen ziemlich mitnehmen können.




