Foto: RTL / Manju Sawhney Das Letzte, was das deutsche Fernsehen braucht, sind weitere Krimis. Bei „Morden auf Öd“ (307 production) drückt der Kritiker gern mal ein Auge zu. Die ersten beiden Episoden sind das Beste, was RTL (und vorab RTL+) bisher unter dem Label „Tödlicher Dienst-Tag“ anbietet. Eine sympathische Kommissarin vom Festland in einem vorgestrig anmutenden Nordsee-Biotop vs. ein etwas jüngerer, einsilbig introvertierter, anfangs schwer einzuschätzender Insulaner, das ist eine vielversprechende Setzung, spätestens, wenn man die Backstorys beider Figuren kennt. Top auch der Cast: Paula Kalenberg ist für jeden Film eine Bereicherung, und der Schweizer Max Hubacher trägt viel zur anregenden ambivalenten Tonlage der beiden Filme von Grimme-Preisträger Richard Huber bei. Und dramaturgisch ist die Handschrift von Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt unübersehbar, dem es mit seinem Krimi-Thriller-Mix, einem gewissen Informationsvorsprung für den Zuschauer und mit leichtem ironischem Augenzwinkern einmal mehr gelingt, (zweimal) neunzig Minuten lang zu fesseln und intelligent zu unterhalten.



















