Zum Auftakt der 10. Staffel von "SOKO Leipzig" gibt es den obligatorischen 90-Minüter. „Terminal A“ ist ein linearer, am Gang der Polizeiarbeit orientierter Ermittlerkrimi mit gepflegter Kriegsanklage. Dialoglastig, gute Gast-Schauspieler, altväterliche Moral.
Eine junge Frau wird auf der Terrasse eines Cafés angeschossen. Kommissar Trautschke und seine Kollegen gehen davon aus, dass die Schüsse ihrem Begleiter Robert Jennings galten, der sich als Tourist ausgibt, in Wahrheit aber ein fahnenflüchtiger GI ist. Die Ermittlungen führen die Polizisten in den nach außen abgeschirmten Terminal A des Leipziger Flughafens, das für amerikanische Truppentransporte genutzt wird und das einige in der Stadt als illegalen Truppenstützpunkt der Amerikaner ansehen. Der Chef der US-Militärpolizei erweist sich als aufrechter Kollege, der nicht davor zurückschreckt, menschliches Versagen und militärische Verfehlungen der US-Soldaten öffentlich zu machen. Offenbar hat ein Kamerad von Jennings bei einem Irak-Einsatz ein Kind erschossen. Will dieser nun seinen labilen Mitwisser aus dem Weg räumen? Bald fallen abermals Schüsse. Die Geschosse stammen aus einem Gewehr, das offenbar dem Vater der angeschossen, jungen Frau aus dem Waffenschrank geklaut wurde.
Zum Auftakt der 10. Staffel von "SOKO Leipzig" gibt es den obligatorischen 90-Minüter. „Terminal A“ ist ein linearer, am Gang der Polizeiarbeit orientierter Ermittlerkrimi mit gepflegter Kriegsanklage. Der Kriminalfall und die Kriegsschuld entfernen sich immer weiter voneinander – und am Ende wird der Täter mehr oder weniger aus dem Hut gezaubert. 60 Minuten hätten es auch getan. So gerät der Film etwas aus der Fasson. Den Eingangsszenen mit einer unsteten Kamera folgen zähe Gesprächsrunden voller Metaphern und Goodwill. Und wenn Trautschke anhebt, die Welt zu erklären, dann ergießt sich eine ziemlich unerträgliche Moralsoße über den Film und lässt die starken Momente vergessen, die der Film durchaus auch besitzt. Luise Helm beweist, dass sie nicht zu Unrecht vor Jahren als ein großes Talent gefeiert wurde. Auch Jennings-Darsteller Pablo Sprungala verleiht seiner zwiegespaltenen Figur eine glaubwürdige physische Hülle. Die stärkste Szene des Films ist die Vernehmung, in der dieser verzweifelte GI beschreibt, was Krieg für ihn bedeutet. „Und da ist diese Stimme, die sagt, es ist ganz einfach: du musst töten, bevor sie dich töten. Und du siehst keine Menschen mehr, du hörst nur die Mündungsfeuer…“