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In Liebesdingen mangelhaft. Katja Stein hat mal wieder den Falschen erwischt. Ihr frisch gebackener Ehemann betrügt sie – und das ausgerechnet mit ihrer Schwester Karola. Die Weichen sind gestellt. Die attraktive Frau, Anfang 40, ist wieder frei. Und die Nachfolger stehen parat. Aber auch die Schule liefert genügend Unwägbarkeiten. Bisschen sehr viel Drama(tik). Dank eines respektablen Ensembles eine durchaus ansprechende Serie. mehr
Zum ersten Mal ist eine Frau im ZDF-Freitagskrimi „Die Chefin“. Katharina Böhm spielt Vera Lanz, eine selbstbewusste Frau, die gerne lächelt, wenig redet und abwarten kann, um im nächsten Moment umso energischer vorzupreschen. „KDD“-Autor Ortun Erkener übergibt sich selbst den Staffelstab für die neue Krimiserie. Innovativ ist das nicht, doch Potenzial ist erkennbar. Die Etablierung eines durchgängigen Nebenerzählstrangs hebt die Serie von der routinierten Krimikonfektionsware ab. Guter Cast. Spiel mit "Derrick". München strahlt! mehr
Die Idee, den regionalen Gedanken wieder im Vorabend fiktional einzubürgern, ist gut. Auch ist „Morden im Norden“, konzipiert von Marie Reiners („Mord mit Aussicht“) noch ein Tick ansprechender als die bisher beste Serie des „Heiter bis tödlich“-Labels, „Hubert und Staller“. Die ndF-Produktion hat die bisher beste Besetzung, besitzt die beiläufigste Tonart, den variabelsten Schauplatz und das dichteste Buch. Das dramaturgische Potenzial ist erkennbar. Genauso erkennbar ist die Erkennbarkeit. Hübsch harmlos: Werberahmenprogramm! mehr
"Der Dicke" geht in die dritte Staffel - und alles ist wie gehabt: eine aufgeklärte Mischung aus Anspruch, Unterhaltung und solider Machart. Nur eines ist neu: Sabine Postel an Dieter Pfaffs Seite. mehr
Mit Mitte 50 besinnt sich Gregor Ehrenberg seiner beruflichen Anfängen. Der Anwalt will sich wieder um Menschen kümmern, die es schwer haben, sich im Großstadt- und Gesetzes-Dschungel zurecht zu finden. Der Schauspieler ist prädestiniert für Rollen, in denen Menschen Neuanfänge versuchen. mehr
„Alpha 0.7 – Der Feind in dir“ ist ein transmediales Serienprojekt, in das Internet und Hörfunk kreativ eingebunden werden. Potenzielle Fans werden seit Wochen „angefüttert“ mit Infos zur Serie, mit Blogs, mit Videos, mit den Vorgeschichten der Figuren und der wissenschaftlichen Fiktionen. Die sechsteilige Serie von Marc Tensing ("Parkour") kann aber auch für sich bestehen. Sie ist klar und präzise auf das 25-Minuten-Format hin strukturiert, besitzt eine kühle, sachliche Bildsprache und ist bestens besetzt. (erstmals am Stück ausgestrahlt!) mehr
Was bisher bei dieser Serie in Hinblick auf die junge Zielgruppe recht passabel gelang, wirkt in der 3. Staffel nur noch bemüht. Die dauerironisch infantile „Anmache“ der Helden nebst peinlichem pseudogewitztem Overacting nervt und die Action ist unter aller Kanone! mehr
Die als Action-Comedy-Serie beworbene Produktion sieht so aus, als ob RTL hier partout den grellen Look und das dramaturgische Nichts mittelprächtiger US-Serien der 80er Jahre zu imitieren versucht. Gute Regisseure machen schlechte Action und die Schauspieler nur blöde Gesichter. Laut, aufdringlich, billig! Diese Serie ist vor allem eines: überflüssig! mehr
Das Label „Heiter bis tödlich“ ist nun in NRW angekommen, im fiktiven Örtchen Büdringhausen. In „Henker und Richter“ begleitet der Zuschauer ein illustres Ensemble ins kleinste Amtsgericht Westfalens. Eine junge, ehrgeizige Staatsanwältin bringt frischen Wind in den Männerverein. Die Serie und ihre Protagonisten kommen schnell zur Sache, obwohl das Ambiente insgesamt eher gemütlich ist. Die originellsten Zwischentöne ergeben sich aus der Enge der Kleinstadt, dem Jeder-kennt-jeden-Prinzip – aber auch die eigensinnige Großmutter sorgt für Abwechslung. Gut routiniert geschrieben, flott inszeniert, bestens besetzt. mehr
Mit „Hubert und Staller“ geht die zweite Krimiserie mit regionaler Färbung auf dem Vorabendsendeplatz im Ersten an den Start. Die komödiantische Note wird hier noch deutlicher und vor allem überzeugender in den Vordergrund gerückt als in der Auftaktserie „Nordisch herb“. Im Mittelpunkt stehen zwei bayerischen Streifenpolizisten, die kein Fettnäpfchen auslassen. Gutes Gebrauchsfernsehen, mehr Komödie als Krimi, bestens besetzt, locker und launig – und immer wieder mit leicht schrägen Dialogen gewürzt. mehr
Das organisierte Verbrechen im Fadenkreuz des LKA Berlin. Opfer und Täter, korrekte und korrupte Gesetzeshüter treffen auf die Härte sich gegenseitig bekriegender russischer Mafia-Banden, slawisches Neureichentum stößt auf die naiven Träume ukrainischer Mädchen. Rolf Basedows Geschichten besitzen eine „Seele“ und das Drehbuch eine Qualität, die sich sowohl in brillant erzählten Details als auch in großen Bögen widerspiegelt. Der klassische Polizeifilm wird veredelt durch eine ausgeklügelte multiperspektivische Dramaturgie. Dominik Grafs in jeder Hinsicht überragende Mini-Serie versöhnt Genre-Tradition mit Serien-Moderne. mehr
Ein Husumer Platzhirsch und eine toughe Berlinerin ermitteln in der nordfriesischen Pampa. "Nordisch herb" ist der Auftakt der neuesten Programmreform des ARD-Vorabends. Ein leichtes Schmunzelkrimi-Format für die geneigte Zielgruppe – sprich: Zuschauer ab 40, die mit ansprechend gemachtem, anspruchslosem Gebrauchsfernsehen die Zeit vor der „Tagesschau“ überbrücken wollen. Mehr "Familien"-Serie als Krimi. Immer dienstags. mehr
Danni Lowinski ist wieder da. Noch weiter unten – emotional, existentiell, sexuell, prinzipiell. Sie hat Steuerschulden und steht bald in der Schuld ihres Ex'. Die ersten beiden Folgen der dritten Staffel von „Danni Lowinski“ wagen sich noch einen Schritt weiter in Richtung Hartz IV. Annette Frier jongliert durch die Stimmungslagen, dass es eine Freude ist. Die Phoenix-Serie ist mindestens so gut erzählt wie ein Sat-1-TV-Movie. Auch der Look stimmt. Es lohnt sich, gute Regisseure wie Uwe Janson oder Richard Huber zu verpflichten! mehr
Mick Brisgau will für "seine" Tanja mitdenken, doch die denkt gar nicht daran, sich bevormunden zu lassen. Auch im Privatleben der lieben Kollegen tut sich was und auf dem Revier ist Stühlerücken angesagt. Und stellt sich "Der letzte Bulle" auch zunehmend besser auf das Jahr 2012 ein, wird sein emotionales Verhalten vielschichtiger und scheint er mit den flapsigen Sprüchen vorsichtiger zu sein (oder ist den Autoren weniger eingefallen?), so ist er auch in Staffel 3 ein tougher Typ, der mit dem Bauch denkt und mit den Fäusten spricht. Und Henning Baum verschmilzt mit der Figur zur perfekten deutschen Serien-Schöpfung. mehr
Erfrischend anders geht es auch in die 2. Staffel. "Leidenschaft auf vier Beinen" und Psychoermittlungen der hinterfotzigen Art sind das Herzstück von "Flemming". Die eigensinnige Intellektualität der Hauptfigur wird einen Gang zurückgefahren. Der Womanizer treibt seine Spielchen näher am klassischen Krimi-Konzept. Allein, er will noch immer lieber verstehen statt richten. Das Paar kommt insgesamt sympathischer rüber. Die Parole scheint zu lauten: mehr Miteinander als Gegeneinander, "mehr wärmere Töne". Schade, Hanns Zischler ist draußen, außerdem verzichtete das ZDF auf Regisseure mit Handschrift. mehr
Eine schöne Bescherung. Da ist Franzi gerade auf dem Sprung in einen neuen Lebensabschnitt, will mit ihrem Liebsten von Hamburg nach Peking ziehen, da kommt ihr – und vor allem ihrem Verlobten – diese dumme Chinesin dazwischen... Auch so können Serien sein, komisch verspielt, undramatisch, ohne das obligatorische Problem pro Serienfolge. mehr
Zurück aus Finsdorf bekommt Stromberg wieder Oberwasser und bald sitzt "Papa" sogar auf dem Chefsessel. Doch es ist kein Zuckerschlecken „da oben“, also hält Stromberg Kontakt nach „unten“. Neue Positionen – und doch alles angenehm beim Alten. Man wird sofort willkommen geheißen im Kindergarten Capitol. Und Stromberg ist Stromberg: unverschämt, unzufrieden, übergriffig. Zur Serien-Machart sagt Herbst: „Sie vereint alles: Komödiantisches, Tragisches, Lautes, Leises, Übertriebenes, Unterspieltes, Offenes, Geheimes." mehr
„Champagner- gegen Bierdosengesellschaft“ nennt Annette Frier die Grundidee ihrer neuen Sat-1-Serie. Anwältin Danni Lowinski geht es materiell kaum besser als ihren Mandanten. Doch diese Rechtsverdreherin mit den höchst unorthodoxen Methoden und polnischen Vorfahren, hat viel von der sprichwörtlichen rheinischen Frohnatur. Sie ist die kleine Schwester von Erin Brockovich. Locker, launig, liebenswert. Viel versprechender Start. mehr
„Freddy Mercury ist tot? Der war schwul?“, wundert sich Mick Brisgau und kann es nicht fassen. Der Polizist lag 20 Jahre im Koma. Die Welt ist seltsam und ungerecht sowieso. Wer weiß das besser als er: 20 verlorene Jahre! Frei nach der britischen Top-Serie „Life On Mars“ stapft er ziemlich selbstzufrieden durch die ersten Folgen, aber seine Trauer wird er nicht los. Besser gut geklaut als schlecht neu erfunden. Baums Bulle hat das Zeug zum Kult. mehr
DDR 1980, ein Vopo und eine Dissidententochter lieben sich. Die Familien und Vater Staat versuchen, wo es nur geht, die Verbindung zu boykottieren. "Weißensee" ist Familienserie, zeitgeschichtlichtliches Drama und vor allem ein ganz großes Schauspielerereignis. Das Casting ist bis in die kleinste Nebenrolle perfekt. Der Sechsteiler von Friedemann Fromm wagt große Gefühle und besticht durch kleine, intensive Szenen und einen unaufdringlichen Ausstattungsrealismus. Der Vorwurf der "Vermenschlichung" der Täter ist so alt wie das Abbildmedium Film – und greift bei dieser viel zu gut gemachten ARD-Serie nicht. mehr
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