Franziska Luginsland ist eine Frau Mitte 40, deren Leben etwas Provisorisches besitzt. Sie sucht noch immer nach dem Richtigen, sehnt sich nach Liebe. Doch sie scheint dabei keine Eile zu kennen. Und meistens kommt ihr ohnehin eine Leiche in die Quere... Der Plot sagt Krimi, die Tonart ist Komödie, die Dramaturgie hat etwas vom Rhythmus des Alltags – und die Bilder vermitteln sehr viel Münchner Flair.
Franziska Luginsland ist eine Frau Mitte 40, deren Leben etwas Provisorisches besitzt. Sie sucht noch immer nach dem Richtigen, sehnt sich nach Liebe. Doch sie scheint dabei keine Eile zu kennen. Sie hat gute Freunde und einen herzensguten Bruder, in dessen Kneipe sie gelegentlich als Kellnerin aushilft. Tagsüber kümmert sie sich um den Teint und die Fältchen ihrer Geschlechtsgenossinnen. Ausgelastet aber ist sie noch lange nicht. Franziska zeigt Interesse an ihren Mitmenschen und sie will etwas erleben. Sie ist spontan, liebt Improvisation und sie sieht mehr als andere, dringt tiefer in ihrer Wahrnehmung. Das freilich prädestiniert sie zur Hobbydetektivin.
Es ist immer dasselbe. Franziska sitzt in der Tram, taxiert einen Mann, doch der bekommt nichts mit davon. Dafür bekommt sie mit, wie ein Mädchen von einem Kontrolleur bedrängt wird. Wenig später hat sie die kleine, schweigende Jolanda an der Hand – und sie wird sie so schnell auch nicht wieder los. Ähnlich anhänglich erweist sich auch die Polizei, allen voran der mürrische Kommissar Westhoff (Günther Maria Halmer), der aber wie immer gegen die Frau mit dem sechsten Sinn wenig auszurichten vermag. Das Kind wird gesucht, weil es in einen Mordfall verwickelt sein soll. Auch Jolandas Mutter Eva steht auf der Fahndungsliste. Ein Mann ist ermordet worden. Er war der Freund von Evas Lebenspartner (Uwe Ochsenknecht) und zugleich ihr Geliebter. Franziska steckt also mal wieder mittendrin in einer Mordgeschichte – und im Schlamassel.
Für Katja Flint sind es schon „ernsthafte, spannende Krimigeschichten“, die sich der Münchner Krimiautor Friedrich Ani für ihre Franziska Luginsland ausgedacht hat. „Eine junge Miss Marple in der fabelhaften Welt der Amélie“ schrieb ein Kritiker über Flints gelungenen Einstand als Münchener Freizeitermittlerin. Aber auch in „Mord in aller Unschuld“, dem dritten Film, bespiegeln sich der Krimi-Fall und die Lebensgeschichte eines modernen Großstadt-Singles in den besten Jahren wieder gegenseitig aufs Vortrefflichste. Franziska kennt die Einsamkeit eines Kindes, denn sie hat früh ihre Eltern verloren. Außerdem ist sie eine Frau, der das Mutterglück verwehrt blieb und wohl auch bleiben wird. Dass sie an ein Kind gerät, ist noch aus einem anderen Grund stimmig: „Wie Franziska so frohgemut durch die Landschaft läuft, das hat ja selbst etwas Kindliches“, betont Flint. Und auch Franziskas Intuition ist tief in ihrer Seele verwurzelt: Sie ist ein Mensch, der sich ein Stück weit durch das Leben ihrer Umwelt definiert. „Das Leben der anderen lenkt sie ab und tröstet sie offenbar darüber hinweg, dass sie noch kein eigenes Leben zustande gebracht hat“, umschreibt Katja Flint die Psychologie ihrer helfenden Heldin.
„Mord in aller Unschuld“ macht Laune, weil der Film tiefer geht als durchschnittliche Krimis, aber nicht so todtragisch tiefgründelnd ist wie herkömmliche TV-Dramen. Mit leichter Hand schrieb Ani Dialoge mit Witz und doppeltem Boden, entsprechend pfiffig setzte sie Grimme-Preisträgerin Connie Walther in Szene. Der Plot sagt Krimi, die Tonart ist Komödie, die Dramaturgie hat etwas vom Rhythmus des Alltags – und die Bilder vermitteln sehr viel Münchner Flair. So könnte es immer weitergehen mit Franziska Luginsland.
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