Zieglerfilm präsentiert die Ausnahme-Serie vorab auf DVD
collina Filmproduktion präsentiert einen Film von Max Färberböck & Ulrich Limmer
Ein katholischer Priester ist auf bestialische Weise getötet worden: mit einem Gürtel ausgepeitscht, stranguliert mit einem Rosenkranz. Bella Block hat's mit dem Kreuz. Sucht sie einen Täter, der zugleich Opfer ist? So metaphorisch der Titel, so metaphorisch die Eingangsmontage. Das Krimi-Kammerspiel ist düster und sperrig, wie man es von Hans Steinbichler erwartet – und das Bildkonzept ist besser als die mosernde Kommissarin.
Foto: ZDF / Stephan PerschBella Block weiß mal wieder alles besser. Unerwiderte Liebe? Hoger und Bleibtreu
Ein katholischer Priester ist auf bestialische Weise getötet worden: mit einem Gürtel ausgepeitscht und stranguliert mit einem Rosenkranz. Zunächst ist die Kommissarin auf der falschen Fährte: „Liebe kann krank machen, wenn sie nicht erwidert wird“, doziert sie, als sie den Toten das erste Mal in Augenschein nimmt. Seine Haushälterin hat die Leiche menschlich „hergerichtet“ und danach erst die Polizei gerufen. Doch im Laufe der Ermittlungen wird sich herausstellen, dass jener Justus Bauernfeind in den 60er und 70er Jahren im Namen des Herrn die ihm anvertrauten Zöglinge körperlich wie seelisch misshandelt haben soll. Für Bella Block ist das alles zu viel: einen Täter suchen, der aller Wahrscheinlichkeit nach ein Opfer ist. Sie hat genug mit sich selbst zu tun. Ihr Rücken schmerzt über die Maßen. Simom Abendroth liest auf dem Beipackzettel was von Tabletten gegen Tumorschmerzen. Er ist außerdem sauer. Eigentlich wollten die beiden zusammenziehen. Aber Bella verpasst die Termine für die Wohnungsbesichtigungen. Die ruppige Kommissarin verscherzt es sich auch mit anderen.
Foto: ZDF / Stephan PerschIrgendwas ist faul in dieser Beziehung. Nicht nur sie kränkelt. Hoger und Kowalski
Der Zuschauer weiß von Anfang an mehr als die Heldin. „Mord unterm Kreuz“ beginnt mit einer Parallelmontage. Hier der vermeintliche Gutmensch und sein Knabenchor, dort die Kommissarin, in die Röhre geschoben für eine Computertomographie. Bella Block leidet unter Kreuzschmerzen. So metaphorisch der Titel, so metaphorisch die Montage. Das Krimi-Kammerspiel ist düster & sperrig, wie man es von Arthaus-Regisseur Hans Steinbichler („Hierankl“) erwartet. Die Kamera hingegen agiert gelegentlich geradezu entfesselt, stets aber im Sinne der Figuren, und Kamerafrau Bella Halben findet immer wieder ungewöhnliche Bildausschnitte und befremdliche Perspektiven. Ein stark erzählter, gut gespielter „Bella-Block“-Fall, der mit seiner fast schon plakativen Klerikal-Kritik (natürlich aus dem Munde der alles besser wissenden Bella Block) allerdings ein bisschen zu rustikal offene Türen einrennt.
Foto: ZDF / Stephan PerschHat der Internatsleiter (Sylvester Groth) etwas mit dem "Mord unterm Kreuz" zu tun?
Rainer Tittelbach arbeitet seit über 25 Jahren als TV-Kritiker & Medienjournalist. Er ist Grimme-Juror & FSF-Prüfer. Seit 2009 betreibt er tittelbach.tv. Mehr
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