• Reihe „Polizeiruf 110 – Die armen Kinder von Schwerin“

      Auf einen Blick: Kinokult & Filmgeschichte im Mai. 60 Spielfilmtipps Werden Sie FAN & FREUND von tittelbach.tv - Infos per Klick Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen Ein extrem guter Fiktion-Monat. Mai-Highlights auf einen Blick

      Auf einen Blick: Kinokult & Filmgeschichte im Mai. 60 Spielfilmtipps

      Werden Sie FAN & FREUND von tittelbach.tv - Infos per Klick

      Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen

      Foto: SWR / Felix Cramer

      Ein extrem guter Fiktion-Monat. Mai-Highlights auf einen Blick

      ARD, 05.08.2011, 23:15 Uhr - Wiederholung
      Bewertung: 4,5 von 6

      Wehmütiger Abschied von Uwe Steimle: Originalität statt Globalisierungsrausch

      Rainer Tittelbach
      Seit 15 Jahren gibt es den „Polizeiruf 110“ aus Schwerin. Eine lange Zeit im schnelllebigen Fernsehgeschäft. Doch jetzt ist es vorbei. Die Qualität der Reihe gehörte bis zum bitteren Ende zum Besten und Ungewöhnlichsten, was das Krimi-Fernsehen zu bieten hat. Im letzten Fall ist ein Kind der "einzige Zeuge" eines Verbrechens – & in Gefahr! Mit Lars Eidinger

      Joel Eisenblätter
      Foto: NDR / Stefan Erhard

      Dieser Junge (Joel Eisenblätter) weiß zu viel... "Die armen Kinder von Schwerin"

      Seit 15 Jahren gibt es den „Polizeiruf 110“ aus Schwerin. Eine lange Zeit im schnelllebigen Fernsehgeschäft. Doch die 31 Kriminalfilme brachten der ARD respektable Einschaltquoten, gute Presse mit viel Kritikerlob und den renommierten Grimme-Preis ein. Warum hätte man also diese launigen Provinzkrimis sterben lassen sollen?! Uwe Steimle, Kurt Böwe, Henry Hübchen und Felix Eitner taten dem Image gut, weil sie mit dem Titel der erfolgreichsten Krimireihe der DDR auch ein Stück weit die Tradition hochhielten. „Trotz Kollegenwechsel ist der ‚Polizeiruf 110’ seiner Grundlinie immer treu geblieben: dem Verständnis für die aktuellen Sorgen und Nöte der Leute, der persönlichen Anteilnahme, der Suche nach den Beweggründen einer Tat und den Motiven des Täters“, betont Redakteurin Daniela Mussgiller.

      Doch jetzt ist es vorbei. Ohne Not werden Steimle & Co abgewickelt. Die Qualität der Reihe gehörte zum Besten und Ungewöhnlichsten, was das deutsche Krimi-Fernsehen zu bieten hat. Begonnen hatte der „Polizeiruf“ aus Meck-Pomm als ein Format, das sich augenzwinkernd mit allerlei real existierenden „Altlasten“ herumschlug. Eine davon war der ehemalige Volkspolizist Kurt Groth, gespielt von dem unvergessenen Kurt Böwe. Der wurde als Konsequenz der Wiedervereinigung heruntergestuft, und ihm wurde der wesentlich jüngere, karrieregeile Jens Hinrichs als neuer Chef vor die Nase gesetzt. „Groth und Hinrichs erleben über die Jahre ein Stück Zusammenwachsen, sie verändern sich gemeinsam mit ihrer näheren Umwelt und letztlich mit ihrem Land“, so Mussgiller zur Entwicklung des Duos. Der Tod Böwes war nicht nur das Ende des Dederon-Einkaufbeutels. 2001 war Schluss mit Ostalgie.

      Eidinger & Haberlandt
      Foto: NDR / Stefan Erhard

      Ist dieses Familienidyll echt? Dreht Papa krumme Dinger? Eidinger und Haberlandt

      Allein der Schauspieler, der das schwere Erbe antreten musste, wies eine herausragende Ost-Vita auf. Henry Hübchen, der ewig schönste Kerl vom Prenzlauer Berg, der sozialistische James Dean, war fünf Mal als eigenwilliger Tobias Törner zu sehen. Als Kommissar mit „Schatten auf der Männerseele“ versank er gelegentlich im nordischen Nebel, die Flasche gekippt und die Seele auf Halbmast, wenn er sich nicht gerade darin erging, dem pedantischen Kollegen, dem Fleisch gewordenen Aktenzeichen, über den Mund zu fahren.

      Den Wessis gefiel diese existenzialistische Konstellation noch besser als die Sozialromantik der Böwe/Steimle-Jahre, nicht zuletzt auch deswegen, weil Beate Langmaacks skurrile, oft unblutige Fälle mit den lakonischen Dialogen („Mord wäre schön, wir haben hier selten mal was Richtiges“) zum Markenzeichen der Reihe wurden, und weil Regisseure wie Andreas Kleinert und Kai Wessel mit Poesie und surrealen Bildwelten die Filme zu Oden an die Einsamkeit machten. „Steimle und Hübchen schenken uns zwei Kommissare, die komischer und trauriger kaum sein könnten, und dabei gehen sie unendlich zart zu Werke“, urteilte die gestrenge Grimme-Preis-Jury. Bauchmensch Hübchen, der oft über schlechte Rollen klagt, war schlecht beraten, Meck-Pomm gegen Triest, den NDR gegen die Degeto, Herzblut gegen Kalkül einzutauschen. „Commissario Laurenti“ ist bereits abgesetzt.

      Sein Nachfolger in Schwerin, Felix Eitner, und Uwe Steimle machten indes nach wie vor einen guten Job. Im Mittelpunkt des siebten und letzten Falls steht heute ein 11-jähriger Junge, der zu viel gesehen hat: ein aufgehängter Mann in einer Fabrikhalle, daneben sein Vater mit zwei dubiosen Gestalten. Als „einziger Zeuge“ ist sein Leben in Gefahr. Mit der Russenmafia, die heute statt Autos Buntmetalle klauen lässt und verschiebt, ist nicht zu spaßen. „Die armen Kinder von Schwerin“ ist Krimi und Sozialdrama in einem. Der Film reflektiert die Stimmungslage in der Region, zeigt den täglichen Kampf ums Überleben. Ein guter Krimi mit einer starken Fritzi Haberlandt und kleinen dramaturgischen Schwächen.

      Steimle & Eitner
      Foto: NDR / Stefan Erhard

      Der siebte und letzte gemeinsame Fall. ARD-Verschwörung? Uwe Steimle, Felix Eitner

      Da kommt Wehmut auf. Auch wenn Steimle mit seiner Äußerung, „Ich glaube, dem neuen ARD-Programmdirektor Volker Herres passt meine politische Haltung nicht“, den Punkt nicht getroffen hat – es ist schade um dieses Krimi-Format mit dem Mut zum Sozialen und Skurrilen, das sich nie ganz dem gängigen Krimischema untergeordnet hat. Mit dem künftigen Schauplatz Rostock wird man näher an die globalisierte Krimiwelt und den Fernsehkrimi-Mainstream heranrücken. So originell wie in Schwerin, wo die Themen und Leichen nicht auf der Straße liegen und wo man sich deshalb immer etwas Besonderes hat einfallen lassen müssen, wird es in der Hafenstadt, die zugleich das wirtschaftliche Zentrum des Landes ist, gewiss nicht zugehen. Auch wenn gegen das neue Ost-West-gemischte Duo, Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner, absolut nichts einzuwenden ist. (Text-Stand: 28.6.2009)


      „Polizeiruf 110 – Die armen Kinder von Schwerin“
      NDR / Reihe / Krimi
      EA: 28.6.2009, 20.15 Uhr (ARD)
      Mit Uwe Steimle, Felix Eitner, Lars Eidinger, Fritzi Haberlandt und Joel Eisenblätter
      Drehbuch: Eckhard Theophil, Christine Hartmann
      Regie: Christine Hartmann
      Produktionsfirma: AllMedia Pictures GmbH
      Quote: 5,58 Mio. Zuschauer (18,3% MA)



      Drucken Senden Kommentieren


      Tittelbach.tv empfiehlt: Filme und Serien auf DVD

      DVD : Dr. Psycho – Staffel 2 DVD : Jenseits der Mauer DVD : Das Geheimnis im Moor DVD : Mein Vater

       

    • Startseite
    • > Programm <
      • Fernsehfilm
      • > Reihe <
      • Mehrteiler
      • Serie
      • Kino-Koproduktion
      • Interview
      • Porträt
      • Kurztipps
    • Exklusiv
      • Interview
      • Porträt
      • News
      • Analyse
      • Drehbericht
    • Bonusmaterial
      • Toplisten
      • Was andere schreiben
      • Web-Tipps
      • Soundtrack
      • DVD-Tipps
      • Dancing DJ Roger
    • Intern
      • Tittelbachs Welt
      • Fans & Freunde
      • Glossar
      • Mediadaten
      • Datenschutz
      • Kontakt
      • Gästebuch
      • Impressum
    • Liebe Leser!

      • Rainer Tittelbach
      • Helfen Sie weiterhin mit, den Fortbestand von tittelbach.tv zu sichern. Wie, sehen Sie unten!

    • An die Sender...

      • An die Sender
      • ... und ihre Vermarkter: Machen Sie auf Ihre TOP-FILME aufmerksam – in der linken Spalte oder in der Bilder-Galerie am Kopf

    • Liebe Produzenten!

      • an die Produzenten
      • Machen Sie Werbung. Featuren Sie Ihre aktuellen TOP-FILME!

    • Fans & Freunde

      • Freund & Fan
      • Liebe Leser, Normalzuschauer, Journalisten, Macher, Kreative... all jene, die in irgendeiner Weise von tittelbach.tv profitieren. Werden Sie Fan & Freund von tittelbach.tv. Für 25 € werden Sie namentlich erwähnt (oder auch nicht) & dazu gibt es einen Link!

    • Spenden

      Weil sich von Luft und Fernsehen allein nicht leben lässt.

    • Mai-Highlights

      • Hübner
        Foto: SWR
      • ALLE TOP-TV-Filme des Monats auf einen Blick. Foto: Charly Hübner in "Unter Nachbarn".   Erinnerungshilfe per Newsletter?

    • Kino-Klassiker 05/12

      • Velvet Goldmine
      • Mach dir dein Programmkino! Filmgeschichte & Kultkino werden im Programm versteckt. Deshalb präsentiert tittelbach.tv jeden Monat die Alltime Classics. Finden, was Sender verstecken: z.B. Haynes' "Velvet Goldmine"

    • Top Wiederholungen

      • Sturm
        Foto: BR
      • der nächsten zwei Wochen:

        • "Der Tatortreiniger" (17.5.)
        • "Der Mann mit dem Fagott" (17.5.)
        • "Hannas Entscheidung" (19.5.)
        • "Männer ticken, Frauen anders" (20.5.)
        • "Go West – Freiheit um jeden Preis" (20.5.)
        • "Vom Atmen unter Wasser" (21.5.)
        • "Sie hat es verdient" (22.5.)
        • "Inklusion – Gemeinsam anders" (ab 23.5.)
        • "Nachtschicht – Ein Mord zuviel" (24.5.)
        • "Bella Block – Vorsehung" (26.5.)
        • "Sommersturm" (27.5.)
        • "Tatort – Nie wieder frei sein" (27.5.)
          Foto: Anna Maria Sturm
        • "12 Winter" (28.5.)
        • "Ein Mann, ein Fjord" (28.5.)
    • ttv: meist gelesen

      • Jonas Nay
        Foto: NDR
      • Die Kritik zum Medien-Drama "Homevideo" (NDR/Arte) ist mit großem Abstand der meist gelesene Text auf tittelbach.tv. Foto: Jonas Nay. Die weiteren Klick-Highlights (Stand: 8.5.):
         

        •  2. "Willkommen im Krieg" (Pro Sieben)
        •  3. "Es war einer von uns" (ZDF/Arte)
        •  4. "Sie hat es verdient" (ARD)
        •  5. "Die letzte Spur – Alexandra 17 Jahre" (Sat 1)
        •  6. "Ausgerechnet Sex" (Sat 1)
        •  7. "Schreie der Vergessenen" (Pro Sieben)
        •  8. "Fischer fischt Frau" (ZDF)
        •  9. "Borgia" (ZDF)
        • 10.  "Der Duft von Holunder" (ARD)
    • Kalender

    • Top Premieren

      Highlights bis zum 20.05.2012
      1. „Aufschneider“  (Arte, 18.05.)
      2. „Das Lied in mir“  (ARD, 17.05.)
      3. „Die letzte Spur“  (5. Folge, ZDF, 18.05.)
      4. „Die LottoKönige“  (3. Folge, WDR, 20.05.)
      5. „Der Rekordbeobachter“  (ARD, 18.05.)
    • Top Wiederholungen

      Highlights bis zum 17.05.2012
      1. „Der Tatortreiniger“  (1. Folge, ARD, 17.05.)
      2. „Der Mann mit dem Fagott“  (1. Teil, RBB, 17.05.)
      3. „Baal“  (ZDF-Kultur, 17.05.)
      4. „Silberdisteln“  (BR, 17.05.)
      5. „Tatort – Krumme Hunde“  (WDR, 17.05.)
    • Kaufen bei

      Kaufen bei
      und tittelbach.tv unterstützen

    • Facebook

    • Tittelbach empfiehlt

    • Ausblick: Top Drama

      • Bierbichler
        Foto: NDR
      • in den nächsten zwei Wochen:

        1. "Der Architekt" (31.5.)
        Foto: Josef Bierbichler

        2. "Unter Nachbarn" (30.5.)

        3. "Das Lied in mir" (17.5.)

        4. "Abgebrannt" (22.5.)

    • Ausblick: Top light

      • Michelsen
        Foto: HR
      • in den nächsten drei Wochen:

        1. "Aufschneider" (18.5.)

        2. "Maria, ihm schmeckt's nicht" (24.5.)

        3. "Sprinter – Haltlos in die Nacht" (16.5.). Foto: Michelsen

        4. "Der Rekordbeobachter" (18.5.)

    • Ausblick: Top Serie

      • Meyer
        Foto: ZDF
      • in den nächsten Wochen:

        1."Die letzte Spur" (seit 20.4.) Foto: Hans-Werner Meyer

        2. "Die LottoKönige" (seit 29.4.)

        3. "Der Dicke" (seit 17.4.)

    • Ausblick: Top Krimi

      • Hoger
        Foto: ZDF
      • Wiedersehen macht Freude: "Bella Block"-Episoden mit Hannelore Hoger.

        • "Vorsehung" (26.5.) von Max Färberböck
        • "Am Ende der Lüge" (30.5.)
        • "Schuld und Liebe" (30.5.)
        • "Bitterer Verdacht" (6.6.)
        • "Tödliche Nähe" (6.6.)
        • "Das Gegenteil von Liebe" (13.6.)
        • "Hinter den Spiegeln" (13.6.)
        • "Die Frau des Teppichlegers" (20.6.)
        • "Das Glück der Anderen" (20.6.)
    • Folge uns über

      FacebookTwitterRss Feed
    • © 2012 Rainer Tittelbach