Ein Mord in Leipzig und ein Überfall auf einen Transporter in Köln. Ballauf, Schenk, Ehrlicher und Kain ermitteln die Zusammenhänge der beiden Fälle im zweiten "Tatort"-Doppel. Dramaturgisch ist viel Sand im Getriebe. Statt Krimi-Routine und dem ewigen (Ost-West-)Gewitzel hätte man sich lieber eine realitätsnahere Geschichte gewünscht.
Foto: WDR / MDRNa, Jungs, wie ist es so, schmeckt euch etwa das leckere Kölsch nicht? Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär, Peter Sodann und Bernd Michael Lade im Einsatz
Der Mord an einer Leipziger Restauratorin führt Kommissar Kain nach Köln. Beim Ermitteln am Rhein gerät er selbst in einen Überfall und wird verhaftet. Da will auch Ehrlicher nicht länger außen vorstehen und reist nach Köln, wo Ballauf und Schenk schon warten auf den lieben Kollegen... Wo menschliche Zwischentöne die Musik machen, bleibt oft die Geschichte auf der Strecke. So auch in diesem “Tatort-Rückspiel”. Wie Autor Wolfgang Panzer das vermeintliche Eifersuchtsdrama Ost mit einem Kunstraub und Versicherungsbetrug West verbunden hat - das ist nicht gerade hohe Krimi-Kunst.
"Tatort" in 10-Minuten-Happen auf YouTube: 1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6 / 7 / 8 / 9
Standen sich Ossis und Wessis vor zwei Jahren in "Quartett in Leipzig" noch auf den Füßen - sprich, jeder wollte den Fall an sich reißen -, so stehen sich die vier in der neuerlichen MDR/WDR-Koproduktion von Kaspar Heidelbach vor allem dramaturgisch im Weg und verkommen zu Stichwortgebern. Da ist reichlich Sand im Getriebe. Wahrscheinlich liegt es an der hanebüchenen Story, die man nicht so recht verstehen kann in ihrer Verwickeltheit zwischen Leidenschaft und gieriger Abzock-Mentalität. Außerdem ist es eine vertane Chance, den Ost-West-Kontrast nur in harmlose Witzeleien aufzulösen. Da hätte man sich schon eine etwas realitätsnahere Geschichte ausdenken können. So bleibt dieser ganz ansehnlich inszenierte “Tatort” letztlich weitgehend lustlose Krimi-Routine. (Text-Stand: 10.11.2002)