In “Crazy Race” geht es um ein illegales Autorennen durch Deutschland. Der Film ist die klassische Nummern-Revue. Das Ensemble als Running Gag. Da eideideit Dirk Bach alles und jeden in Grund und Boden. Da parodiert Ingolf Lück in Feldwebel-Manier den Wahnwitz von “Dr. Seltsam”. Da lässt Dolly Buster einige Spoiler-Fans nicht gut vom Start wegkommen... Zumindest als Ratespiel ist dieses Who is Who der deutschen Spaßkultur gelungen.
Das Bier (oder Härteres) sollte schon kalt gestellt sein. Denn anders ist “Crazy Race” kaum zu überstehen. Dabei ist das rabaukige Klamauk-Action-Movie um ein illegales Autorennen quer durch Deutschland mit 3,5 Millionen Euro Produktionskosten die teuerste Eigenproduktion des vergangenen Jahres. “Eine ganz heiße Kiste”, schwärmt man in der RTL-Pressestelle über dieses alberne Bleifuß-Gipfeltreffen von Kabarett-Assen wie Sissi Perlinger, Ottfried Fischer, Ingolf Lück und Schwachmaten-Comedians wie dem Duo “Mundstuhl” oder Monty Arnold auf deutschem Asphalt. Allein der und einige Motoren sind am Ende heiß.
Foto: RTL"Eideidei, was ist denn das für ein Geschoss?" Dirk Bach, Lars Niedereichholz
“Crazy Race” ist eine klassische Nummern-Revue. Das Ensemble als Running Gag. Da eideideit Dirk Bach alles und jeden in Grund und Boden, bis er schließlich auf seinen Meister trifft. Da parodiert Ingolf Lück Feldwebel-Manier den Wahnwitz von “Dr. Seltsam”. Und der chipgesteuerte liebesbesessene Bordcomputer “Paula” erinnert an eine weitere Kubrick-Kreation. Da lässt Dolly Buster einige Spoiler-Fans nicht allzu gut vom Start wegkommen. Und Ottfried Fischer träumt als “Bulle” vom Leben als Hecke in einem bayerischen Biergarten. Zumindest als Ratespiel ist dieses Who is Who der deutschen Spaßkultur gelungen: Wer ist wer? Und woher kennt man dessen Nase? Barbara Schöneberger - “Blondes Gift”! Ludger Pistor - “Balko”. Katy Karrenbauer - “Hinter Gittern”. Christian Tramitz - “Bullyparade” usw.
Apropos Tramitz. Der spielte auch in “Der Schuh des Manitu”. Mit Michael Herbigs gekonnter Genre-Parodie aber hat der Witz von “Crazy Race” wenig zu tun. Dem Buch von Philipp Weinges und Günter Knarr ist die Lust am Genre nicht anzumerken. Und da kaum eine Pointe richtig zündet, muss der deutsch-kanadische Regisseur Michael Keusch aufs Tempo drücken und schnittig die Schauplätze wechseln. Dass die Übergänge zwischen “seinen” Spiel-Szenen und den Action-Szenen der Kölner Firma action concept nicht immer flüssig sind, macht deutlich, dass Action-Comedy à la “Ein toller Käfer” oder “Auf dem Highway ist die Hölle los” mit TV-Budget einfach nicht zu realisieren ist. (Text-Stand: 23.3.2003)