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Eine 17-Jährige ist in die Mühlen eines Mädchenhändlerrings geraten. Das "System" ist kaum zu durchschauen für Rosa Roth und Körber, der persönlich involviert ist in den Fall. Seine Tochter teilt offenbar dasselbe Schicksal. Körber überschreitet die Grenze, die ein Polizist nicht überschreiten darf... Parallel zur Polizeiarbeit werden in Gangsterfilm-Manier „die bösen Jungs“ bei der Arbeit gezeigt. Auch das Schicksal des entführten Teenagers nimmt breiten Raum ein. Diesem existenziellen „Rosa-Roth“-Krimi gelingt der Spagat zwischen sichtbarem Schrecken und geradezu philosophisch reflektierter Moral. Und Thieme ist klasse! mehr
Es ist viel los in der Hamburger Nacht. Mehr denn je präsentiert Lars Becker eine Krimi-Thriller-Wundertüte voller Überraschungen. Verschiedenste Tonlagen werden angeschlagen: Erichsen witzelt zynisch, Brenner ist emotional involviert und greift sogar zur Waffe, die Szenerie ist mal thrillerhaft düster, mal realistisch bedrohlich, doch die Oberhand behält in diesem wohl durchdachten Handlungs-Chaos die Ironie. „Ein Mord zuviel“ – das heißt: so viel Tarantino wie möglich, so viel „Crime doesn’t pay“ wie nötig. Hoher Lust-Faktor! mehr
Was wiegt schwerer in dieser Familie: die Entführung eines kostbaren Rennpferdes oder der Tod des ungeliebten Vaters und Zuchtstallbesitzers Karl Hartmann? Der zweite „Polizeiruf 110“ mit Maria Simon ist ein intelligenter Whodunit, der sich zu einem intensiven Familiendrama auswächst. Wenn man seine Lebensträume nicht leben kann – darum geht es in „Zwei Brüder“. Potsdam und Umgebung sind ein gutes Pflaster zum Geschichtenerzählen. Stimmungvoll, spannend, psychologisch überzeugend und großartig gespielt. mehr
Ein schlechter Tag für Hanns von Meuffels. Morgens erschießt sich ein Kinderschänder vor seinen Augen. Dann geht eine Bombe hoch. Bleibt es bei der einen? „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ ist ein „Polizeiruf“ und er ist zugleich ein Versuch über den Glauben, er erzählt von falschen politischen Aktionen und einem richtigen Weg der Menschlichkeit und einer Schuld, die sich kaum wieder gut machen lässt. Außerdem zeigt Steinbichlers Kammerspiel, wie es im Angesicht des Todes zu einer Um(be)wertung der „Dinge“ kommen kann. Ein politisches Erlöserdrama von bleierner Schwere, das sicher nicht jedermanns Sache ist! mehr
Für seinen 75. „Tatort“ hat sich der BR ein Schmankerl ausgedacht. Aufgeklärt werden müssen Morde aus dem Rotlicht-Milieu von vor 42 Jahren. Erst jetzt wurde die Tatwaffe gefunden. Großartige Idee, komplexes Buch, stilvolle Inszenierung, tolle Urgesteine. mehr
Noch immer kein weibliches Wesen im K3-Team. Und doch weht hier ein neuer Wind. Die Frauen werden Dank Norbert Ehry im Auftaktkrimi – anders als früher – nicht nur als Leichen- und Lustobjekte vorgeführt. Maria Simon spielt eine innerlich zerrissene Frau, die von ihrem Vater nie etwas bekommen hat, weder Liebe noch Unterstützung, sogar ihr Erbe der Mutter brachte er durch. Jetzt ist er tot, eine Menge Geld weg – und die Frau hat kein Alibi. Ein Whodunit-Krimi, in dem sich Psychologie und das Tragische, die Fakten und das Geheimnisvolle reizvoll die Waage halten. Spannend, dicht und sehr atmosphärisch. mehr
„Nachtschicht“ ist die innovativste deutsche Krimi-Reihe der 00er Jahre. Das 24-Stunden-Erzählprinzip hat sich kein bisschen abgenutzt. Es ist die originelle Art und Weise, wie die verschiedenen Geschichten miteinander verwobenen werden, die den besonderen Reiz des 7. KDD-Einsatzes ausmacht. Packend, komisch, überdreht. Und Barbara Auer lächelt. mehr
Der neue "Tatort"-Kommissar aus Hamburg ermittelt undercover. Das erklärt die Neuerungen, zu denen auch die optisch zupackende Ästhetik gehört. Für den Zuschauer bringt das ein Umdenken mit sich. Bei „Auf der Sonnenseite“ lohnt es sich, flexibel zu sein. Der Film besitzt eine Thriller-Grundspannung, ist sinnlich & gönnt dem einsamen Wolf emotionale Tiefe. mehr
Alkohol-Sucht, Sex-Sucht, Eifer-Sucht – und die dazu gehörigen Ko-Abhängigkeiten ziehen sich als Themen durch diesen neunten "Tatort" aus Leipzig. Viel Sucht im Spiel – aber Autorin Kathrin Bühlig hat keineswegs zwanghaft den Protagonisten und der Geschichte das Thema aufgedrückt. Unsere Gesellschaft ist eine Suchtgesellschaft. Der Film erzählt davon. Ein sachlicher Realismus prägt dieses Krimi-Drama, das etwas von Leipzig zeigt, in dem sogar gesächselt wird & in dem die Schauspieler perfekte dramatische Miniaturen hintuschen. mehr
Ein junger Mann ist im Watt auf brutale Art ertränkt worden. Parallelen zu lange vergangenen Morden tun sich auf. Alle stehen in Zusammenhang mit Fällen von Kindesmissbrauch... Auch „Unter anderen Umständen“ entdeckt den Reiz der Skandinavien-Connection für sich. Ein dänischer Kollege kommt ins Spiel, mit dem Jana Winter eine Affäre beginnt. Story und Ästhetik finden wie immer in dieser ZDF-Krimireihe höchst stimmungsvoll zueinander. Tolles Team, überzeugende Schauspieler, variantenreiches Drehbuch, sensible Regie. mehr
"Borowski und der coole Hund" ist der zweite Kiel-„Tatort“ nach Henning Mankell. Da inszeniert einer ein sadistisches Rachespiel mit den Sexpartnern einer Chatroom-Prinzessin. Stalking und Tollwut, krankhafter Narzissmus bis hin zur Sexsucht, Frauenfeindlichkeit bis hin zum Hass auf das Sex-Objekt – Mankell ist in seinem Element. Schon wieder ein vorzüglicher Milberg-"Tatort", spannend, dicht, ästhetisch. Sibel Kekilli erfrischt das grausame Treiben und ihre "What A Man"-Partnerin, Mavie Hörbiger, ist auch dabei! mehr
Alle Handlungsstandards einer Familienserie, die im Spannungsfeld von privaten und betrieblichen Belangen angesiedelt ist, präsentiert diese lose TV-Reihe in einer Mischung aus „Girl Friends“ und „Diese Drombuschs“. Sympathisch ist, wie Krankheit, Alter, Familien- und Firmensolidarität in das Unterhaltungsformat eingebaut werden. Zusammengehalten wird "Der Schwarzwaldhof" von Saskia Vesters überzeugender Art und Weise, Alltag zu spielen. mehr
Alte Wunden, neue Liebe und Mutti flüchtet sich verzweifelt in ihre Operettenwelt. Saskia Vester verkörpert ihre Veronika Hofer, wie sie nur Saskia Vester verkörpern kann – so wie man Normalität und Natürlichkeit im Genre Familienserie bestenfalls spielen kann. Auch Michael Fitz ist ein Großer in dieser beiläufigen Art des Spiels. Nur leider verrät Christian Pfannenschmidt gegen Ende die Tiefe der Hauptfigur an die Zwänge des Genres. mehr
„Der Legende nach lastet ein Fluch auf dieser Schrift. Wer immer sie sich aneignet, dem bringt sie Tod und Verderben“, doziert der smarte Chefbibliothekar in seiner Vorlesung. Gesagt, geschehen. Eine wohlhabende, leidenschaftliche Sammlerin wird tot aufgefunden: „langsam ausgeblutet.“ Schräg okkulter Genre-Spaß mit skurrilen Charakteren mehr
Zum achten Mal ermittelt der Münchner Psychologe mit dem Tochterkomplex in Sachen Mord. „Das Ende vom Lied“ ist nicht der schlechteste Schmunzelkrimi der losen ARD-Reihe. Das Milieu macht’s. Die Klischee beladene Schlagersänger-Branche ist ein guter Ort für einen Krimi, der ausschließlich und ziemlich bewusst aus Klischees zusammengebastelt ist. Ansehnlich besetzter, dramaturgisch passabler Unterhaltungskrimi ohne jeden Anspruch. mehr
In “Crazy Race” geht es um ein illegales Autorennen durch Deutschland. Der Film ist die klassische Nummern-Revue. Das Ensemble als Running Gag. Da eideideit Dirk Bach alles und jeden in Grund und Boden. Da parodiert Ingolf Lück in Feldwebel-Manier den Wahnwitz von “Dr. Seltsam”. Da lässt Dolly Buster einige Spoiler-Fans nicht gut vom Start wegkommen... Zumindest als Ratespiel ist dieses Who is Who der deutschen Spaßkultur gelungen. mehr
Wie der Vater so der Sohn – und sogar Max Ballauf erscheint gleich zu Beginn verkatert am Tatort. Autor Jürgen Werner begnügt sich nicht mit Behauptungen, das Bier zur Entspannung bleibt kein Lippenbekenntnis. Wie der medizinische Helfer selbst zum Hilfebedürftigen wird, zeigt der klug konstruierte und atmosphärisch fotografierte Film von Maris Pfeiffer immer wieder in eindrucksvollen Szenen. mehr
Ein Ekel kommt selten allein. Gerade hatte Blaschke, Gebietsleiter eines Billigdiscounters, noch einen seiner unrühmlichen Auftritte als Chefcholeriker vom Dienst. Es sollte sein letzter sein. „Willkommen in der Hölle“, so begrüßt der Nachfolger des Toten seine Arbeitssklaven... „Kassensturz“ bot einen soliden Whodunit mit Einblicken in die Hartz-IV-Gesellschaft. mehr
„Ein Beziehungsmuster, bei dem sich die neurotischen Dispositionen beider Partner perfekt ergänzen, nennt man Kollision“, klärt die Polizeipsychologin Jung den Herrn Kommissar über die Probleme eines jungen Ehepaars auf. „Ich dachte, das nennt man Liebe“, lächelt Borowski verschmitzt. Weitere Gründe zum Lächeln wird er (& der Zuschauer) nicht bekommen. mehr
Schmücke in der Reha, Schneider tappt im Dunkeln und Nora Lindner schnappt sich den neuen Staatsanwalt. Da droht der Tod einer Sekretärin als Mord aus Eifersucht bei den Akten zu landen... Der bildstark inszenierte Film von Dror Zahavi ist ein multiperspektivisch erzählter Whodunit, den im Schlussdrittel die Frage nach dem „WIE überführt man den/die Täter?“ antreibt. Alles wird klug ausgereizt: Schmückes Klinikaufenthalt ebenso wie die Alleingänge eines etwas speziellen Journalisten. Dank "Hingucker" Isabell Gerschke, Misel Maticevic, Dror Zahavi & besonders Henry Hübchen deutlicher Aufwärtstrend in Halle! mehr
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