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Münster ist eine Stadt voller Tradition. Auch die Mörder halten sich hier offenbar an die Geschichte. Der zu Beginn von “Mörderspiele” gefundene verschnürte Frauentorso ähnelt jedenfalls genau der Verpackungsart beim bislang berühmt-berüchtigsten Mord der Nachkriegsgeschichte der Stadt. Es geht gewohnt skurril zu in diesem Boerne-Fichte-“Tatort” aus dem Jahre 2004 um Copykiller, mafiose Trittbrettfahrer und ewige Fahrradklauer. mehr
Kommissar Dellwo sucht die persönliche Herausforderung und läuft mit beim Marathon. Es scheint, als sei er das Ziel eines Attentats. Die Story dieses perfekt gemachten, die Spannung wohl dosierenden Krimithrillers nimmt Bezug auf die Doping-Vergangenheit in der DDR. mehr
Ist Wiesingers charmanter Reitlehrer der böse Bube? Ist er ein schamloser Verbrecher? Thiel und Boerne sehen in ihm nur den Womanizer und Schwerenöter. Durch deren lustloses Ermitteln können die Verdächtigen viel Verwirrung stiften und für gepflegte Krimi-Unterhaltung ohne viel Blutvergießen und große Adrenalinschübe sorgen. mehr
LKA-Mann Murot gerät in ein Horror-Dorf – und in höchste Lebensgefahr. Dieser „Tatort“ ist ein Lust-Objekt für Filmfans. Die latente Angst zaubert eine Spielwiese von kafkaesker Bedrohlichkeit. Dr. Mabuse und Edgar Wallace grüßen schwarzweiß aus der Gruft. Tukur glänzt in Film-Noir- & Musical-Ambiente – und Claudia Michelsen als sadistische Dorfärztin kommt mit der Spritze. Dieser "Tatort" ist aus Raum, Zeit und Krimi-Konvention gefallen. Ein intellektueller Spaß, ein cineastisches Vergnügen, ein Kritiker-Film. Doch hoffentlich nicht nur! Auf jeden Fall ein TV-Stück, das einem lange in Erinnerung bleiben wird. mehr
Süße 18 und ein Sommer voller Überraschungen und neuer familiärer Konstellationen. Diese Schweden-Schmonzette ist erträglich, wenn jugendliche Frische in Gestalt von Anna Hausburg die Oberhand gewinnt über abgestandene, ins Soapige gewendete Melo-Muster, für die vor allem Michaela May grantige Miene zum allzu bekannten Spiel machen muss. Immer diese bedeutungsvollen, künstlich hochgespielten Familienkonflikte und diese ewigen "Schatten der Vergangenheit"! Sadlos Seifenblasen sind zu schwer zum Fliegen. mehr
Felix Murot hat einen Tumor im Kopf, haselnussgroß, er schmerzt und sorgt gelegentlich für Aussetzer, doch der LKA-Mann nimmt den Eindringling an, nennt ihn liebevoll Lilly, wie seine erste Liebe. Murot hat auch einen Fall: der führt ihn in seine Heimat & in seine Vergangenheit als BKA-Ermittler in einem RAF-Mordfall aus den 80ern. Überaus gelungenes "Tatort"-Debüt von Ulrich Tukur. Vielschichtiges Buch, großartig gespielt, atmosphärisch inszeniert, psychologisch und politisch spannend. Überragendes Gastspiel von Martina Gedeck. mehr
Gunnar Barbarotti auf den Spuren eines Serienkillers? Zwei Dogma-Gesichter charismatisieren diesen Degeto-Schweden-Krimi nach Hakan Nesser. "Verachtung" ist atmosphärestark, spannend, auch in kleinen Rollen gut besetzt & der Film besitzt immer wieder skurrile Szenen. Offenbar hat sich die Produktionsfirma von der erfolgreichen ZDF-Reihe „Der Kommissar und das Meer“ inspirieren lassen. Degeto meets Dogma – wer hätte das erwartet?! mehr
Richard Bär wollte künftig lieber angeln, anstatt als Anwalt zu arbeiten. Da kommt ihm ein Mord in der Heimat in die Quere. Das Setting stimmt bei der neuen ZDF-Krimireihe „Klarer Fall für Bär": das Voralpenland als zünftige Kulisse, die weißblaue Vetternwirtschaft als dramatischer Unterboden, der bayerische Dialekt als Authentizitätssiegel. Der Held nimmt sich Zeit beim Ermitteln. Ein sehenswerter Gebrauchskrimi, der nicht unwesentlich von der guten, stimmigen Besetzung lebt, allen voran Jule Ronstedt, Christian Tramitz und Hans Sigl. mehr
In “Silikon Walli” geht es um die Einsamkeit zweier versehrter Menschen. Was der einarmige Tauber zu wenig hat, hat die Silikonbombe Walli zuviel. Um die schmerzhaften Auswirkungen jener Schönheitsoperationen zu zeigen, ging der BR ungewöhnlich weit. Das hätte 2002 beinahe den Sendetermin um 20.15 Uhr verhindert. Dann entschloss man sich, den TV-Krimi neu zu schneiden und einige drastische Sex- und Gewaltszenen herauszunehmen. mehr
Nervenkitzel ist nicht das Markenzeichen der Hallenser Kommissare. Vielleicht wird deshalb in diesem Kidnapping-Krimi Kommissar Schmücke zur Halbzeit aus der Schusslinie genommen. Es ist mächtig was los – vor allem emotional. Schmücke auf der Intensivstation, Michelle Barthel mal wieder als Entführungsopfer mit großen ängstlichen Augen. Die Dramaturgie mit der offenen Führung der Täter stimmt, das Tempo ist gut, die Inszenierung präzise, und der moderne Look mit den für den MDR ungewohnten Bildausschnitten veredelt das Ganze. mehr
Es sieht lange so aus, als ob dieser „Tatort“ ohne Mord auskommen würde. Es sieht aber nur so aus... Den konstruierten Plot sieht man dem fertigen Film nicht an. Das Meiste in den 90 Minuten kommt locker und logisch, spannend und dynamisch herüber. Es ist vor allem die stilsichere Inszenierung von Uwe Janson, die aus dem klassischen Whodunit einen ästhetisch stimmigen Film macht. Gelungener Whodunit-Krimi mit wenig Buddy-Gewitzel! mehr
Ermittlungen in einer jüdischen Gemeinde. Der Staatsanwalt mahnt "Fingerspitzengefühl" an. Batic und Leitmayr ermitteln entsprechend gehemmt. Immer wieder werden die beiden mit seltsamen Situationen und mit jüdischen Ritualen überrascht, die ihnen vollkommen fremd sind. Also von wegen „Ein ganz normaler Fall“. Dieses Dilemma wird klug und stimmig herausgearbeitet im Drehbuch. Der Rest ist weniger gelungen. Ein durchschnittlicher Whodunit. Zu viel Gerede, zu viel Themen-"Arbeit", zu viel Religions-Diskurs. Das inhaltlich behandelte Dilemma gilt auch für den Film. Von wegen ein ganz normaler Krimi! mehr
Die Nichte einer Freundin von Bella Block ist ermordet worden. "Ich bin verwundbarer geworden", sagt die Ex-Kommissarin und macht sich ans Ermitteln. Der Zuschauer weiß mehr im 30. „Bella-Block“-Krimi als alle anderen. Er weiß, wer mit dem Fischmesser zugestochen hat. Die Opfer-Täter-Ermittler-Rollen werden durchlässig. "Stich ins Herz" ist ein tragisches Krimi-Drama, in dem es nur "Verletzte" geben kann. Vielschichtiger, gut gebauter Beziehungskrimi, der dem Phänomen Tod ein Stück weit seinen "Wert" zurückgibt. mehr
Noch siezen sich die Kommissare Lannert und Bootz. Ihre Zusammenarbeit ist von Distanz, aber auch Respekt geprägt. Das muss keine schlechte Basis sein. Der zweite Fall der beiden Stuttgarter Kripo-Männer zeigt jedenfalls, dass zu viel Nähe zwischen Kollegen auch Probleme mit sich bringen kann. Ein Polizeieinsatz endet in einem Blutbad. Drei Drogenfahnder dringen in ein Hotelzimmer ein, in dem sie einen Drogenhändler dingfest machen wollen. mehr
Zum 8. Mal ermittelt das Paar aus Köln. „Marie Brand und der Moment des Todes“ ist ein kurzweiliger Krimi, der bei aller Todesgefahr und einigen starken dramatischen Intermezzi weitgehend als ein Spiel angelegt ist. Dieser Krimi von André Georgi und Josh Broecker erzählt keinen Super-Fall. Dafür wartet er auf mit außergewöhnlichen Situationen, pointierten Dialogen, starken Charakteren und Gast-Schauspielern wie Milberg, Dwyer oder Wiesnekker, die imstande sind, ihren Figuren Brüche und Tiefe zu verleihen. Gute Unterhaltung! mehr
Dieses Mal gibt's einen toten Privatdetektiv, der Fotos geschossen hat, die in der Familie eines Unternehmers nicht gern gesehen sein dürften, ein paar ausgewachsene Kampfhunde, ein vermeintliches Erpressungsszenario & einen zweiten Toten. Außerdem viele gute Gags. mehr
Im 10. Fall therapiert Bloch einen Amnesie-Patienten, der sich gegen das Erinnern sperrt, als ob er etwas Schlimmes (be)fürchte. „Nicht mit Bloch trägt Albert einen Zweikampf aus, der Zweikampf findet in ihm selber statt“, so Autor Wiersch. Ein solcher Typus, zerrissen, mit Distanz zu sich und der Welt, in dessen Verhalten sich Erfahrung, Naivität & Überlebenswille zu einer reizvollen Mischung paaren, ist die ideale Rolle für einen wie Rudolf Kowalski. mehr
Lena Odenthal muss den Tod einer Polizeischülerin aufklären – und viele Andere mischen tatkräftig dabei mit. Dieser „Tatort“ ist kurzatmig, handlungsstark, abwechslungsreich in seiner Szenenfolge, besitzt aber keine durchgängige Erzählperspektive. Der Film steckt voller kleiner Emotionen, auch visuell besitzt dieser knackige Lederjacken-Polizeiuniform-Krimi effektvolle Details. Doch ihm fehlt der "erzählerische" Kern, ihm fehlt es an Seele. mehr
Ein Toter im Nachtzug aus Warschau. Raubmord? Eine alte Rechnung aus Afghanistan? Kommissar Steier gibt sich dem Rotwein hin, Kollegin Mey einem Militärpolizisten – und dann zeigen beide menschliche Größe. Dieses Paar ist klasse. Das derzeit beste in Krimi-Deutschland. Dieser „Tatort“ macht so einiges anders, als es in der ARD-Reihe üblich ist – und Autor-Regisseur Lars Kraume macht es ausgezeichnet anders: Action, Handkamera, Rückblende, ein beschädigter Kommissar, toller Rhythmus. Jede Szene ein kleines Fest! mehr
Das neue Frankfurter „Tatort“-Duo führt sich mit einem Nicht-Fall ein, der sich zu einem spannenden Krimi-Drama mit Thriller-Momenten auswächst. Es ist ein Einsatz ins Leere, ins Dunkel der Nacht. Umso größer die Präsenz der beiden Kommissare: Nina Kunzendorf gibt das beste (Jung-)Pferd im Stall, vital, wuchtig, sexy, während Joachim Króls egomanischer Ermittler seine großen Zeiten hinter sich hat. Charakter- & atmosphärestarker Auftakt nach Maß, der deutlich macht, dass der HR im "Tatort" alles sein will außer durchschnittlich. mehr
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