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Es wird sauber ermittelt, es gibt die üblichen Verdächtigen und die entsprechenden Milieus werden routiniert und politisch korrekt ausgeleuchtet. Der Fall ist kriminologisch wenig aufregend – deshalb muss die arabische Note ein bisschen für Abwechslung sorgen. mehr
Statt für das alljährliche Weihnachtsfernsehspiel hat sich das ZDF 2009 für ein „Wilsberg“-Special entschieden. Die Idee ist gut, die Ausführung noch besser. Münster ist klein und der Mikrokosmos dieser rasanten Krimikomödie überschaubar. Es gibt keinen Mord – dafür einen Weihnachtsbaum. Temporeich, dicht, lustig. Ein echtes Schmankerl! mehr
Eine dramatische Nacht bei den Winarves. Ein offener Eklat, ein vermeintlicher Infarkt, ein Familiengeheimnis, das nur durch Mord zurückgehalten werden kann. „Der Kommissar und das Meer“ auf den Spuren von Thomas Vintenbergs „Das Fest“ – mit einem Schuss Agatha Christie. So beginnt der deutsche Schwedenkrimi, dessen Handlung sich wie immer bei dieser ZDF-Reihe angenehm dem filmisch-atmosphärischen Grundton unterordnet. mehr
Ein verschwundener Junge und ein Ehepaar im materiell gut ausgepolsterten Ehekäfig. Es ist Weihnachten, Einsamkeit und leise Verzweiflung liegen in der Luft. Die Geschichte seziert messerscharf den Tod einer Ehe, dringt in die abgründigsten Abseiten der Liebe, ohne dabei zu moralisch zu werden. Klasse-Buch, prima Regie und drei Schauspieler in einem großartigen Psycho-Duell. Ein Gipfeltreffen der Grimme-Preisträger. Ein Highlight der Reihe! mehr
„Tatort – Tod im All“ (1997) ist der erste deutsche Science-Fiction-Ausflug im Krimi-Genre. Ein Bestsellerautor, der behauptet, Kontakt zu Außerirdischen zu haben, wird vermisst. Nur ein PR-Gag? Dann gibt es doch die obligatorische "Tatort"-Leiche. Thomas Bohn reizt das Krimi-Genre lustvoll aus. Medien-Macht und Medien-Spaß – darum geht es in diesem anspielungsreichen Film, in dem Nina Hagen der Kommissarin im Traum erscheint. mehr
Was ist das für eine Welt, in der Polizisten gemeinsame Sache mit Verbrechern machen und ihre Kollegen erschießen? Zum 45. Mal ist Horst Schimanski im Einsatz. Auch als Rentner kann er es nicht lassen. Er muss sich einmischen. Gerade auch, weil es um den Ruf und die Zukunft der Polizei geht. Schimanski ist desillusionierter geworden und er nimmt den Zustand der Welt mit gewisser Altersmilde zur Kenntnis. Doch sein Wertesystem ist intakt. Und als TV-Mythos (& Spielzeug der Populärkultur) erzählt er mehr als die aktuelle Geschichte. mehr
Cenk Batu schleust sich in eine islamistische Terrorzelle ein, um einen Bombenanschlag zu verhindern. „Der Weg ins Paradies“ ist ein ungewöhnlicher „Tatort“. Lars Beckers Film lebt anstatt von einem Whodunit vom sich langsam, atmosphärisch aufbauenden Thrill einer Undercover-Aktion mit einem völlig unberechenbaren Gegner. Hochspannend die Schluss-Halbestunde. Das ist typisch Lars Becker: nicht immer logisch, aber hoch effektiv, gut erzählt, stimmungsvoll fotografiert, klar montiert, bestens besetzt, doppelbödig gespielt. mehr
Aus „Pfarrer Braun“ wird nie „Mission Impossible“ – da kann sich noch so viel Personal in der Szenerie tummeln. Der Krimifall ist nur sekundär. Da man das deutlich zu spüren bekommt, interessieren auch die Geschichten der Verdächtigen nur bedingt. In „Grimms Mördchen“ ist die Riege der Gast-Darsteller exquisit – und so schaut man etwas erwartungsvoller auf die 90 Minuten dieses formal vorsintflutlichen Kriminalstücks. mehr
„Ich schätze, wir haben hier einen echten Klassiker!“ Was die Mordmethode angeht, lag Pathologe Börne richtig, doch auf den Spannungsverlauf dieses „Tatorts“ bezogen, war sein Urteil nicht so passend. Ein leidlich unterhaltsamer Whodunit-Krimi um eine degenerierte Keks-Dynastie, der sein Heil in Überkonstruktion und bei „Dallas“ suchte. mehr
Geldwäsche, Korruption, Waffengeschäfte, Entführung der Prohacek-Nichte – diese Episode aus der ZDF-Krimireihe fährt einiges auf an krimineller Energie. "Persönliche Sicherheiten" ist aber vor allem ein Gesprächskrimi, bei dem die Großkopferten in Kreuzverhör genommen werden. Um offenbar mehr Dampf in den Kessel zu kriegen, wird ein Kidnapping-Fall integriert, aber (psychologisch) nur halbherzig ausgespielt. Solche Autoren-"Tricks" hatte "Unter Verdacht“ bisher nicht nötig. Den Film, der nie richtig zündet, rettet allein Berger. mehr
Über Duisburg liegt Melancholie – und im längst still gelegten Stahlwerk eine Leiche im Brautkleid. Die Vergangenheit lebt wieder auf, auch ein Mord, den der Schmuddelbulle in seiner aktiven Laufbahn nicht aufklären konnte, kommt wieder auf den Tisch. Die alten Zeiten werden beschworen mit so mancher Träne in den Augenwinkeln. Und Horst Schimanski mittendrin – mit seinem Parka, dem ewigen Fast Food und der Bierdose in der Hand. mehr
Der NDR bastelt weiter an Lindholms Allein-gegen-den-Rest-der-Welt-Prinzip. Sie hat ihre Helfer, aber das Wesentliche macht sie am liebsten allein. In ihrem 14. Fall bekommt sie es mit einer kriminellen Schulfreundin zu tun. Ein filmisch & psychologisch starkes Duell. mehr
Saalfeld hat einen Lover, und Keppler den Karrieresprung in Aussicht. Das Verhältnis zwischen den beiden ist angespannt. Und so ermittelt jeder für sich einen eigenen Fall. Die Szenen zwischen den beiden sind bemüht und gehören neben stereotypen dramaturgischen Lösungen und einigen simplen Regie-Effekten zu den Schwachpunkten dieses "Tatorts", den Wuttke und die Gastschauspieler tatsächlich noch einigermaßen zu retten vermögen! mehr
Eine junge Afrikanerin wird tot aus einem abgebrannten Ferienhaus geborgen. War sie in Drogengeschäfte verwickelt und verdiente sich mit Prostitution was nebenher? Ein angenehm skandinavisch erzählter Film mit einem tonlagengerechten Walter Sittler – weder zu düster, noch zu versöhnlich. Es scheint, als ob das schwedische Ambiente, das für den deutschen Zuschauer Fremdheit ausstrahlt, resistent ist gegenüber gängigen Whodunit-Klischees. mehr
Zu Beginn wähnt sich der Zuschauer in einer Billig-Version von “Napoleon”. Wie ein “Polizeiruf 110” sieht das beileibe nicht aus. Doch Kommissarin Johanna Herz enttarnt bald diesen soldatischen Mummenschanz. Schatten der Geschichte fallen auf die Gegenwart. Ein Wessi liegt tot auf dem Feld. Originell, atmosphärisch, dokumentarisch, spannend. mehr
Es geht um eine tote Ex-Geliebte eines Rockstars. In einem Hotel wurde sie vom Balkon geschubst. War’s der Rockstar? Der Gitarrist aus der alten Band, der ihm die Frau ausgespannt hat? War’s die eigene Tochter? Oder ihr Freund? So richtig interessiert einen das gar nicht. Das Drumherum in diesem „Tatort“ mit Hugo Egon Balder macht die Musik... mehr
Hinter der bürgerlichen Fassade tut sich ein Abgrund auf. „Schwarze Tiger, weiße Löwen“ weckt Erinnerungen an den Fall Kampusch. Thematisch, dramaturgisch & inszeniert ist das überzeugend. Die private Geschichte der Kommissarin dagegen funktioniert einmal mehr nicht. So ausgedacht die „Neupositionierung“ mit Kontrollverlust und Schmetterlingen im Bauch erscheint, so vermittelt sie sich auch im Spiel von Maria Furtwängler. Diese „Vermenschlichung“ von Charlotte Lindholm ist offenbar wichtiger als das Thema. mehr
Tod eines 18-Jährigen. Hat ein von ihm gemobbter kleiner Fahrradladenbesitzer endgültig die Nase voll? Wer generationenübergreifende, serielle Krimi-Unterhaltung mag, wem die Gemeinplatzhaltigkeit von Stubbes gesundem Menschenverstand nicht gegen den Strich geht – der kann an „Querschläger“ von Michael Illner und Marcus O. Rosenmüller nicht allzu viel auszusetzen haben. Überzeugend besetzter ZDF-Samstagskrimi mit gutem "Flow". mehr
Der neue "Wilsberg" kippt einen nicht aus dem Sessel, aber das Baukastensystem aus den verschiedenen Handlungssträngen und Tonlagen funktioniert mal wieder reibungslos. Solide gemachte serielle Fernsehunterhaltung. Die echten Fans sehen das natürlich anders. mehr
Ein Tampon, gefüllt mit Zyankali, ist eine sehr perfide Tötungsart. „Ein Angriff auf die Weiblichkeit“, wie Kommissarin Sänger vermutet, ist der Mord an einer Mitarbeiterin der Mittagstafel nicht. Solide Spannung, doch für einen HR-"Tatort" unterdurchschnittlich! mehr
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