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Mord an einem Parfumeur. "Rot wie der Tod" beginnt stark. In wenigen Minuten sind alle Beteiligten im Spiel. Was folgt, ist überaus handlungsstark, abwechslungsreich konstruiert und montiert, reizvoll in Besetzung und Oberflächenoptik. Aglaia Szyszkowitz ist unsere hübscheste TV-Kommissarin und Cosma Shiva Hagen spielt die hübscheste Landwirtin on earth. Doch zur Halbzeit geht diesem "Einsatz" leider dramaturgisch die Luft aus. mehr
Einstieg für die Saarland-Ermittler Kappl und Deininger. Der Fall um den Tod einer Polizeikollegin ist geschickt ausgedacht, fühlt dem neuen Team auf den Zahn und präsentiert auch ein paar musikalische Schmankerl. Außerdem kann sich Gast Andreas Schmidt gewohnt gut (und emotional) in Szene setzen. Allein die Humorlage stimmt noch nicht. Fazit: kein Überflieger-Krimi, aber genau das, was man aus Saarbrücken erwarten kann mehr
Schmerzhafte Erinnerungen kommen bei Tauber auf, Erinnerungen an seinen Erzeuger und dessen braune Vergangenheit. Doch damit nicht genug. Tauber gerät auch noch unter Mordverdacht... Der Film nach dem Drehbuch von Christian Jeltsch, den Bernd Schadewald schauspielerisch intensiv und ohne großen inszenatorischen Schnickschnack inszeniert hat, ist alles andere als eines jener nur gut gemeinten Vergangenheitsbewältigungs-Dramen. mehr
Eine Krimi-Handlung nach Schema F – ein gewisser Charme ist „Mordkommission Istanbul“ dennoch nicht abzusprechen. Die vom Licht durchfluteten Bilder, die zahlreichen Schauplätze mit Bosporus-Blick, die markanten Gesichter der Hauptdarsteller, eine kitschig stilvolle Bildgestaltung und im Gegensatz zu Brunetti, LaBréa & Co eine stimmige türkische Besetzung sind die Pluspunkte. Verbal ergehen sich Özakin & Co allerdings in Allerweltsfloskeln. mehr
Eine falsche Medikation kostet einem Rentner das Leben. Ein Krimi-Drama über die Verteilungskämpfe im Gesundheitswesen. Als Themenfilm, der diskussionsträchtig zuspitzt, ist dieser Berliner „Tatort“ überzeugend, als Krimi weniger. Der Film ist als Kammerspiel angelegt, mit guten Schauspielern, deren Spiel ein wenig spröde wirkt. Gute Drehbuch-Ideen. Allein der Bild-Regisseur Florian Froschmayer ist für solch ein schwergewichtiges Schauspieler-Drama nicht der Richtige – und so nehmen die Leidensmienen kein Ende. mehr
Der kölsche Rudi sprengt das Brandenburger Dreigestirn – will Meta heiraten und sie ins Rheinland "entführen". Alle sind enttäuscht. Nur der Zuschauer nicht. „Krauses Braut“ konzentriert sich auf die Binnenkommunikation der Geschwister. Wenig äußere Handlung, umso mehr exzessiv ausgelebte Gefühle. Die drei sind nachdenklicher, ihre Einsichten existenzieller als in den bisherigen Krause-Filmen. Ein liebenswerter Blick auf liebenswerte Menschen ergibt einen liebenswerten Film, durch den man sich treiben lassen kann. mehr
Was hat es mit dem Tod einer Schlachthofangestellten auf sich? „Tödliche Häppchen“ wird zum Plädoyer gegen die Fleischfresssucht, die gepaart mit der deutschen Schnäppchen-Mentalität besondere Bauchschmerzen bereiten kann. Der Film von Josh Broecker ist kein Vehikel für verbal geführte Botschaften – dafür sind die Bilder aus der Fleischfabrik zu eindringlich und die kleinen Dramen zwischen Social Network und Psychotherapie zu abwechslungsreich und zu gut gespielt. Endlich mal ein passabler Odenthal-"Tatort"! mehr
Bei „Mordkommission Istanbul“ erwartet einen keine ausgefeilte (Psycho-)Logik. Die Reihe ist mehr noch als die Krimi-Ausflüge der Degeto nach Paris oder Venedig eine Schönwetter-Angelegenheit, und die Fälle sind angelegt als gepflegte Rätselspiele. Die Sonne strahlt über dem Bosporus und Erol Sander und Idil Üner strahlen zurück. Da grüßen die Sixties, die grellen Farben der Hollywoodfilme, die behäbige Dramaturgie der deutschen Kriminalfilme und die scharfen Anschnitte amerikanischer Billigserien jener Jahre. Darauf drei Raki! mehr
Der neue „Wilsberg“ hat alles, was die Reihe auszeichnet – insbesondere ein engmaschiges Geflecht an liebevoll gezeichneten Beziehungen. Alle Handlungsfäden finden nach und nach zusammen und der Spaß spielt mal wieder die Hauptrolle. Der Krimi bleibt wie immer eine schöne Nebensache. Dafür zieht das Komische in „Frischfleisch“ mächtig an. Situationswitz und Charakterkomik, ein bisschen Loriot, ein Hauch Didi – was will man mehr?! mehr
Ein Polizist sitzt tot im Wald. Und Tauber begegnet seinem leidenschaftlicheren Alter Ego aus besseren Tagen. Eines der stärksten Krimi-Duos aller Zeiten & der spannendste TV-Ermittler dieses Jahrzehnts geben ihren Ausstand. „Endspiel“ ist ein wehmütiger Abgesang. mehr
Eine 17Jährige ist von einem Hochhausdach gefallen (worden). Sie korrespondierte über das Internet mit einem anderen Lebensmüden. Gibt es bald einen zweiten Toten oder einen Amoklauf? Nachhaltig in diesem „Polizeiruf“ sind allein die Themen, die in die Geschichte einfließen. Der Krimi beginnt zwar ansehnlich, ermüdet aber zunehmend durch die Unart, zu viele Verdächtige durch die Handlung zu schleusen. Ärgerlich: der Amoklauf als Kick. mehr
Eine Satanisten-Sekte treibt im Brandenburgischen ihr Unwesen. Schwarze Messen werden zwar nur noch selten zelebriert - aber Rekrutierungsmethoden & Ideologie sind teuflisch genug. Imogen Kogge bleibt auch in ihrem dritten Einsatz als Kommissarin Herz blass. mehr
Spargelstechen im Münsterland – und plötzlich ist die Frau vom Großbauern tot. Der Krimiplot von „Spargelzeit“ ist ein ziemlich müder Whodunit mit blassen Charakteren, der aufgehübscht wird durch das ländliche Ambiente und die Konnotationsfelder des königlich krautigen Gemüses. Das Wörtchen Spargelliebhaber bekommt einen ganz neuen Sinn. mehr
Ein Kind ist in einem Kühlraum erfroren. Ein lesbisches Paar schockt eine dörfliche Gemeinschaft und die Kommissare sind sich mal wieder nicht einig... Anna Schudt, Mark Waschke und Katharina Lorenz bereiten den Boden für einen etwas anderen Köln- "Tatort". Doch leider sind da noch die Kommissare. Die "Gäste" spielen Drama, Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär machen dagegen auf Serie. Ein typischer Gemischtwarenladen-Tatort"! mehr
Der Tod einer Siebenjährigen. Kein leichter Fall für Odenthal. Eine Mutter ohne Gedächtnis, ein Vater, der den Tod seines Lieblings nicht akzeptieren kann, ein pädophil Veranlagter, dem die Polizei sein Leben zu zerstören droht – es gab reichlich Psycho-Probleme in diesem "Tatort", der alles ein bisschen "strange" macht, um mit drei Verdächtigen über die Runden zu kommen. Ein Film der Nebelkerzen und Emotionssignale, der aber recht gut unterhält. mehr
Im zweiten Fall nun zeigt die Leistungskurve ein wenig nach oben. Henry Hübchen darf seinem rastlosen Oberzyniker auch etwas Charisma mitgeben, die kleinen familiären Scharmützel sorgen für situationskomische Abwechslung und Triest ist endlich – heiß. Über den Typ Hübchen tritt die Spannung in den Hintergrund. Die stereotype Handlung ergeht sich im Kleinklein. Es fehlt die Linie, es fehlt der Stil. Sigi Rothemund schrieb das Drehbuch. mehr
„Neuland“, der Titel ist Programm. Der stark besetzte Film, bei dem der Hessische Rundfunk mal wieder auf neue Kräfte setzte, betrat ein Feld, das zuletzt nur einmal Schimanski beackerte oder in den 70er Jahren die legendären „Tatorte“ von Wolfgang Petersen. „Neuland“ klingt nach Pioniergeist, nach Western, aber auch nach Einkaufszentrum. mehr
Boerne ist Zeuge, wie eines Nachts ein alter Mann überfahren wird. Als er ihm helfen will, überrollt das Fahrzeug auch ihn. Dramaturgisch dicht, gut gespielt, wenig aufregend. mehr
„Altes Eisen“ ist der 50. Fall des Kölner „Tatort“-Duos. Schenk und Ballauf, die sich seit 1997 hervortun durch kumpelhaftes Gebaren und politische Korrektheit mit oftmals zu vorbildlicher Haltungsnote, machen ihrem „Image“ auch im Jubiläumsfall alle Ehre: hier Freddy Schenks Selbstgefälligkeitsposen, dort Max Ballaufs Betroffenheitsmiene. Doch es hält sich im Rahmen. Gelungener Whodunit, der „auflebt“ zwischen tragischen Zwischentönen und ansprechender Machart, zwischen Edgar Selge und Mark Schlichters stimmiger Regie. mehr
Mordanschlag auf Ekki, nächtlicher Jagdunfall oder Wahnsinnstat? „Wilsberg“ ist für Krimi-Vielgucker stets eine willkommene Abwechslung. Diesen ganzen Mords-TV-Tinnef nicht so ernst zu nehmen, ist eine gesunde Haltung. Nur dieser "Bullenball“ ist allenfalls so lala. Der Fall unterdurchschnittlich und auch Spielfreude und Witz lassen zu wünschen übrig. mehr
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