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Richy Müller, Felix Klare & Co treten kein allzu schweres Erbe an. Umso überraschender sind die Frische und die Power, mit der das neue Stuttgart-Team gleich von Beginn an zu Werke geht. Und das liegt nicht nur an zwei starken Schauspielern, sondern auch am Konzept, das biografische Fragen nur anreißt und die beiden Neuen in ihren ersten Fall katapultiert. mehr
„Die Lüge hinter der Wahrheit“: ein hochtrabender Titel. Gegen einen Unterhaltungskrimi aus dem Zentrum der Macht ist erstmal nichts einzuwenden. Doch wenn man sich auf einen solchen Aspekt der Wirklichkeit einlässt, reicht es noch nicht, wenn der Film in Berlin spielt, die Architektur stimmt und die Begriffe Macht und Medien im Drehbuch vorkommen. Geheimnistuerischer Schubladen-Krimi mit nichts drin und noch weniger dahinter. mehr
Ein dunkler Schatten über dem Gesicht einer schönen Frau. So beginnt „Der Fluch der bösen Tat“ aus der ARD-Reihe „Mord in bester Gesellschaft“. Mit Glaubwürdigkeit und Wahrscheinlichkeit darf man diesem Krimi aus dem Tübinger Winter nicht kommen. Hier gilt die Rezeptur Marke Agatha Christie. Der Zufall gehört zur Handlung wie mindestens eine zweite Leiche. Gute Besetzung, passable Story. Es darf ohne Reue mitgerätselt werden. mehr
Der Krimifall des 43. "Stubbe" ist unergiebig. Ein banaler Whodunit mit einem ziemlich penetranten Ermittlungsstil. Das, was bei dieser ZDF-Reihe gelegentlich etwas betulich daherkommt, das ganze Familiengedöns, ist noch das Beste bei „In dieser Nacht“. Lichtblick sind die Neue, Heike Trinker, und der "alltägliche" Kommunikationsstil der Stumphs. mehr
Ekki und Overbeck lieben die gleiche Frau. Doch diese liebt weniger intensiv zurück. Eine Leiche gibt es auch noch. Diese Kriminalkomödie um eine Frau, die die Männer verrückt macht, läuft für „Wilsberg“-Verhältnisse ziemlich unrund. Die Story wird schwach ausgespielt, Gags und witzige Dialoge halten sich in Grenzen. Ekkis Liebesleid drückt auf die Stimmung. Uninspiriertes Drehbuch, schlampige Regie, mäßige Gast-Darsteller. mehr
JVA-Beamtin Marie Hoflehner ist "Die Heilige" in diesem BR-Gefängnis-"Tatort". Sie verhilft einem Strafgefangenen zur Flucht. Sie weiß, der Drogendealer Hassan hat Mist gebaut, ist in die falschen Kreise geraten, aber sie ist der festen Überzeugung, dass er eine zweite Chance verdient hat. Sie glaubt nicht, dass er nur „ein Krimineller mit schönen Augen“ ist. Doch ihr kommen langsam Zweifel. Krimi-Drama nach Friedrich Ani. Ein Film über das System Knast, die Kraft der Hoffnung und die Kraft, die man benötigt, um diese Hoffnung zu leben. mehr
Der fünfte Fall von Uwe Steimle und Felix Eitner ist ein starker Ausreißer aus der Ermittler-Routine. Einem Leitersturz von Hinrichs, der ihm einen Klinikaufenthalt beschert, folgt ein Amtshilfegesuch in Polen und ein länderübergreifender Fall, der Kollege Tellheim ins Rotlicht-Milieu führt und die deutsch-polnische Freundschaft augenzwinkernd ins Visier nimmt. mehr
Weil das ZDF seit letztem Jahr donnerstags auf 90-minütige Fiktion-Unterhaltung setzt, wurde die Serie „Bergwacht“ auf TV-Movie-Format verlängert und in „Bergretter“ umbenannt. Eine programmpolitische Entscheidung, die bei den Dramaturgen noch nicht richtig angekommen ist. "Goldrausch" ist eine simple Verlängerung der Sendezeit und der Geschichten. Tiefe hat hier allenfalls der Bergbach. Die „Action“-Szenen sind wie die Landschaftsbilder für TV-Verhältnisse und im Hinblick auf den ZDF-Zuschauer in Ordnung. Nur unter Wasser sieht man eben nichts. Überhaupt lässt einen diese erste "Bergretter"-Episode ziemlich kalt. mehr
Heute ist es ein Jugendzentrum, das abgefackelt wird, 1968 war es die Paulinerkirche, die gesprengt wurde. Der sechste Fall des Leipziger Ermittler-Duos ist um diesen einzigartigen Kulturfrevel herumgebaut und angereichert mit ein paar historischen DDR-Details ("KoKo“). Doch die Liste der Mankos ist noch länger als die der üblichen Verdächtigen. mehr
Dieser „Tatort“ beginnt wie ein launiger Sketch zum Thema Globalisierung. Ein Chinese und ein Russe treffen sich im Frankfurter Airport-Hotel. Es ist spät. Sie trinken und torkeln, lachen und lallen. Wenig später ist der Chinese tot. Ein anderer Chinese findet ihn. Kein Business-Profi wie der Tote, sondern ein Namenloser aus den Reihen einer Putzkolonne, der dem Opfer aufs Haar gleicht. Überzeugende Schauspieler, überragende Bildsprache. mehr
Das Beeindruckendste an diesem „Tatort“ ist die Intelligenz und Sensibilität, mit der sich Dominik Graf dem Thema Kindesmissbrauch nähert. Jenseits eines naturalistischen Ausländer-Dramas kehrt der Krimi mit seinen oft bizarren Dialogen immer wieder zum menschenunwürdigen Thaifrauen-Leasing deutscher Eheinstitute zurück. Graf sucht nicht den Konsens, sondern eine starke Geschichte. „Wenn ich 90 Minuten große Kinderaugen, böse Erwachsene & ratlose Polizisten sehe, dann tue ich dem Thema keinen Gefallen.“ mehr
Batic und Leitmayr alias Nemec und Wachtveitl sahen jung und fesch aus vor 15 Jahren in diesem außergewöhnlichen "Tatort". Weniger die visuellen Gimmicks stechen heute ins Auge. Mehr ist es die Seltsamkeit einiger Szenen: die Verfemdung und Befremdlichkeit. Dominik Grafs Distanzierungsstrategien sind ästhetisch das Auffälligste in „Frau Bu lacht“ – vor allem weil sich in den letzten Jahren ein anderer TV-Movie-Code herausgebildet hat. mehr
Aufregung in einer Schönheitsklinik. Die Chefin wollte tabula rasa machen – jetzt ist sie tot. Deutsche Leiche, Schweizer Klinik – „Der schöne Schein“ ist zum dritten und letzten Mal ein Fall für eine grenzüberschreitende Amtshilfe zwischen Klara Blum und Reto Flückinger von der Thurgauer Kantonspolizei. Stefan Gubser wird neuer "Tatort"-Kommissar für die Schweiz. Nichts in diesem mittelmäßigen Bodensee-"Tatort" wird ausgereizt. mehr
So gut funktionierend wie in der „Vietnam“-Episode hat man "Das Traumhotel", diese telegene Kombination aus Sightseeing mit Kultur- und Humoreinlagen, bislang nur selten gesehen. Die Geschichten sprengen zwar nicht das zu Erwartende, dafür hat die Kamera bei der atemberaubenden Optik der Landschaften und der Locations leichtes Spiel. Vietnam ist ohnehin für viele ein schwarzer Fleck auf der Weltkarte der persönlichen Reisen. mehr
Der Sohn eines Bauunternehmers ist entführt worden. Die Entführer fordern: eine Million und keine Polizei! "Keine Polizei" ist ein starker Köln-"Tatort". Norbert Ehrys Geschichte nimmt überraschende Wendungen an, besitzt spannende Szenen und der Film von Kaspar Heidelbach insgesamt ein prima Timing. Die Schauspieler sind gut, passen sich der starken Handlung an, ordnen sich aber dem durchdachten dramaturgischen Gefüge unter. Auch die Kommissare halten sich – dem Entführungsfall angemessen – angenehm im Hintergrund. mehr
„Inga Lindström – Sommer der Erinnerung“ ist eines der besseren ZDF-Schwedenhäppchen. Eine gewisse Tiefe in den Figuren wird angedeutet und die Konfliktlagen sind nicht völlig weltfremd. Die melodramatischen Augenblicke sind fein akzentuiert. Ein angenehm beiläufiger „Umgangston“ verleiht dem Film eine Stimmung aus Alltäglichkeit und Dauerurlaub. Den Figuren ist das Genre nicht ins Gesicht geschrieben. Sinnbilder und Symbole geben der Erzählung eine gewisse Dichte. Überdurchschnittlich für Lindström auch die Besetzung! mehr
Im Mittelpunkt der Handlung steht ein traumatisierter achtjähriger Junge. Auch wenn er für die Kommissarin Jenny Berlin sogar als Täter in Frage kommt, ist "Tödliches Vertrauen" kein schweres Krimi-Drama, sondern ein fährtenreicher, launiger Gebrauchskrimi. mehr
In „Hilflos“ werden die beiden Saarbrücker Kommissare zurückgeworfen auf ihre Intuition, ihre Gefühle, ihre Menschlichkeit. Es geht um Jugendliche und ihre brutalen Rituale, es geht ans Eingemachte. Da müssen Kappl und Deininger Farbe bekennen. „Hilflos“ ist ein kühl inszenierter, konzentrierter Gesprächsfilm, der gar nicht mal so viele Worte macht. mehr
Der Drehbuchautor Stephan Brüggenthies hat viel hineingepackt in diesen typischen Whodunit-Krimi aus Stuttgart. Regisseur Thomas Freundner hat die eher durchschnittliche Vorlage mit der sichtbaren Lust an der Aktion, mit Humor und mit vielen kleinen emotionalen Zwischentönen angereichert. Und die "Viererbande" war besser denn je. mehr
Mira Bartuschek spielt die Raupe, die sich zum Schmetterling mausert. Verliebt (nicht in Berlin) am Staffelssee sozusagen. Und Kai Schumann ist der Schmetterlingsliebhaber. „Wachgeküsst“ zeigt einmal mehr, wie wichtig die „Oberflächenphysis“ der Schauspieler für das Gelingen eines solchen leichten Unterhaltungsfilms ist. Es ist aber auch die dichte (Trivial-)Dramaturgie, die den Film über so manch andere Liebes-Schmonzette erhebt. mehr
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