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Von wegen nur eine Episode einer Krimi-Reihe. „Tod im Kloster“ ist ein Film von makelloser Schönheit. Die kunstvolle Cadrage, die auf die „Wesenheit“ der Dinge abzielende Montage, der Mythos Kloster, die schwere Ausstattung, die stummen Räume, die permanenten Topshots als Zeichen für eine „höhere Gerechtigkeit“ – all das treibt dieses Krimidrama stärker an als die vordergründige Handlung. Alles stimmt – auch das Buch von Ex-Fehlfarben-Gitarrist Thomas Schwebel & die Kamera der Kloster-erfahrenen Nathalie Wiedemann. mehr
So gut die Idee vom "Tatort"-Krimi unter Tage auch ist, die Ausführung lässt zu wünschen übrig. Dass „Das schwarze Grab“ von Gregor Schnitzler („Soloalbum“) und Autor Thomas Kirchner dramaturgisch wie filmästhetisch ein bisschen grob daherkommt, erklärt sich nur zum Teil durch den angestrebten Realismus des Films – sprich das Bergarbeitermilieu. mehr
Der achte Fall des Einarmigen erklärt sein Handikap und wirft ein anderes Licht auf den zynischen Kopfmensch Tauber. Die Liebe seines Lebens kostete ihm den Arm. Jetzt steht sie wieder vor ihm. Ein brutaler Mord, ein Hilfeschrei und ein Mann, der in der Lage scheint, alles für diese Frau zu tun. Dem Italo-Amerikaner Buddy Giovinazzo gelingt es, die amourösen Ruhemomente mit dynamischen Szenen höchst wirkungsvoll zu kombinieren. mehr
Zwei Schwestern und ein Teenager mit zwei Müttern leben ihre Gefühle vor der Schönheit der norwegischen Fjorde aus. Ein Melodram mit Dialog-Problemen, die das bemerkenswerte Schauspieler-Quartett bald vergessen macht. Mit der Verlagerung des stereotypen Schwestern-Konflikts auf die 16jährige Tochter entfaltet der Film seine emotionale Stärke. Henriette Confurius spielt Ida beeindruckend: sie trägt den Film in der zweiten Hälfte und macht ihn zu einer Ode an die Jugend. Klare Physiognomie und klassische Schönheit vor Landschaft – das ist Jörg Grünlers Prinzip in diesem visuell bemerkenswerten Film. mehr
Der zweite Fall der zwei ungleichen Brüder. Und wieder muss der Ex-Bulle den unter Mordverdacht stehenden Damen-Beglücker aus der Klemme helfen. Das gute Trio hilft über die etwas bemühte Anfangshalbestunde hinweg. Mit dem zweiten Mord und Steffi Kühnerts Kommissarin kommt mehr Zug in die Geschichte. Mit Genre-Ironie und Nachhilfestunden in Sachen Anmache kriegt "2 für alle Fälle – Manche mögen Mord" doch noch die Kurve. mehr
Kommissar Eisner graut es. Im hintersten Winkel der Alpenrepublik muss er ermitteln – und hier lebt ein eigenwilliges Völkchen, das sich den Mörder bereits ausgeguckt hat. Jeder beobachtet jeden. Wuchtige, wortkarge Dörfler und emotional überdrehte „Fremde“ machen diesen Alpenkrimi zu einem Genuss fürs Auge. Nicht nur die Sprache ist nicht leicht zu verstehen. Dafür hat der Krassnitzer-"Tatort"- Atmosphäre & eine superbe Besetzung. mehr
Inspiriert von Kampusch, Fritzl & Co, kommt "Verschleppt" schnell zur Sache. Es geht um bestialisch gefangen gehaltene junge Mädchen. Dieser SR-"Tatort" von Hannu Salonen ist filmästhetisch präzise und höchst suggestiv inszeniert. Doch die Abnormität des Verbrechens erfährt keinerlei thematische Durchdringung. Der Film spiegelt allenfalls ein gesellschaftliches Phänomen psychologischer Pervertierung. Vor allem aber benutzt er ein als real empfundenes Schreckensszenario allein zum Zweck der Unterhaltung. Sollte das, was Kinofilme machen, auch ein "Tatort" dürfen? Eine öffentlich-rechtliche Krimi-Diskussion ist überfällig! mehr
Eine TV-Legende ist wieder da – als Polizeilegende unter Mordverdacht. „Wolff – Kampf im Revier“ hält, was der TV-Mythos Wolff verspricht. Das TV-Movie besticht durch ein gutes Tempo, eine großartige Optik, durch telegene Locations, psychologische Action sowie drei markante Typen (Luca, Brennicke, Heinrich) in den Hauptrollen und ein interessantes Gesicht (Isabel Bongart) in der zweiten Reihe. Da wäre eine Reihe durchaus wünschenswert! mehr
In „Scheherazade“ überlässt Lürsen ihrem Kollegen Stedefreund weitgehend das Feld. Der ist fasziniert von einem Borderline-Girl, das im Zuge des 11.9.2001 die Weltverschwörung heraufziehen sieht. Bremen als Schauplatz der Weltpolitik? Ungewöhnlicher „Tatort“ nach Christian Jeltschs Gedankenspiel-Drehbuch mit einer großartigen Esther Zimmering. mehr
„Die Gottesanbeterin“ von Markus Imboden aus der Reihe „Ein starkes Team“ wartet mit so vielen Verdächtigen auf, dass man zwischenzeitlich gar nicht mehr fragt, auf wen sich die Ermittlung konzentriert und welche Figuren nur „Füllmaterial“ für die Krimihandlung sind. Stimmig inszeniert, überzeugend gespielt, etwas überkonstruiert, aber unterhaltsam! mehr
Ein Oberleutnant der Bundeswehr wird entführt. Wenig später steht er auf einer Mine. Ein falscher Tritt und er ist tot. Kommissar Papen und Feldjäger Steiger bleibt wenig Zeit. Der Schlüssel zum Fall liegt in Kundus. Herausragender "Polizeiruf"-Einstand in München. Es wird der einzige Film bleiben mit Jörg Hube & Stefanie Stappenbeck. Hube starb im Juni. mehr
Überfall eines Geldtransports mit Geiselnahme. „Stralsund – Außer Kontrolle“ beginnt rasant. Im psychologischen, ruhig erzählten Zwischenteil gerät die Polizei in den Fokus, bevor es am Ende noch einmal zur Sache geht. Klug konzipiert, klar im temporären Ablauf, doch nicht ohne Überraschungen im Detail. Die Schauspieler sind funktional besetzt und ordnen sich perfekt dem „System“ unter. Besser als der erste "Stralsund"-Thriller mit Wackernagel! mehr
Ist es bloße Zeitnot, dass die ARD beim „Traumhotel“ nun ähnlich verfährt wie das ZDF beim „Traumschiff“ und für die Brasilien-Episode nur einen 35-minütigen Zusammenschnitt den Journalisten zukommen ließ?! Der jedenfalls legt nahe, dass die telegene Vietnam-Episode ein "Ausrutscher" war. Brasilien ist wieder ganz der Griff in die touristische Klischeekiste. mehr
Ein Familientreffen auf einem hochherrschaftlichen Anwesen ist eigentlich schon ein Selbstläufer und viel besser als andere „Lilly-Schönauer“-Settings. Man muss nur was daraus machen! „Liebe mit Hindernissen“, eine Schmonzette über falsche, nicht ausgesprochene Erwartungen, leidet darunter, dass hier alle möglichen Handlungsmotive sowohl der Romanze als auch der Comedy der Reihe nach durchprobiert werden. Ein ziemlich kopfloses Drauflos-Plotten. Mit diesem guten Ensemble hätte doch einiges mehr möglich sein müssen! mehr
Der zweite 90-Minüter der ZDF-Reihe „Bergretter“, die vor der ZDF-Programmreform des Donnerstags noch „Bergwacht“ hieß und eine 45-Minuten-Serie war, weiß mehr mit dem neuen Format anzufangen als der Auftaktfilm. Die Optik im Allgemeinen und die Landschaftsbilder im Besonderen auf gutem Unterhaltungsfilm-Niveau, Action & Besetzung noch etwas besser, auch Drama & Emotion im Aufwind – nur die dramaturgischen Lösungen bleiben stereotyp auf Serien-Niveau. Dabei ist doch "Die Bergretter" jetzt eine Reihe! mehr
Erste Verzweiflung zweier Vollblut-Polizisten. Selten gab es einen so starken “Tatort”-Auftakt wie diesen vom HR – und das nach dem Oberlangweiler Kommissar Brinkmann, der mit der Fliege, der einen jahrelang durch muffige Frankfurter Allerweltskrimis begleitet hat. mehr
Der „Tatort: Macht der Angst“ beginnt fulminant. Ein Schuss in die Brust – ohne Vorwarnung für den Zuschauer und offenbar ohne Motiv. Jedenfalls stochert Borowski anfangs ratlos in den spärlichen Fakten in einem Scharfschützen-Fall herum, abgelenkt von einem Prozess gegen einen Triebtäter, in dem er aussagen muss. Milberg gewohnt stark, der Paarlauf mit der Psychologin war schon besser und die Fälle setzen etwas zu unverhohlen auf die Instinkte des Zuschauers. Wirkungsästhetisch bedenklich! Mit Michael Gwisdek & Michael Brandner mehr
In “Der Prinz von Homburg” kommt Kommissar Thomas Keller, ein von Jan-Gregor Kremp gespielter Melancholiker, zum ersten Einsatz. Gleich in eigener Sache. Der Tod seines Vaters führt ihn in die Provinz, wo er in der nächsten Folge die Dienstmarke seines väterlichen Freunds übernehmen wird. Viel Drama, krude Story, düstere Grundstimmung, starke Inszenierung & ausbaufähige Charaktere. Mit Jan-Gregor Kremp und Inga Busch! mehr
Die 10. "Nachtschicht" variiert die 12-Stunden-Dramaturgie auf das Thema Menschenhandel hin. Die Geschichte über einen Mann fürs Grobe, der nicht länger weg gucken mag, müsste nicht zwingend in einer Nacht erzählt werden. Lars Becker kann es sich leisten, die erste Filmhälfte langsamer anzugehen. In der zweiten Hälfte geht es umso heftiger zur Sache. Fazit: gelungener Themenfilm-Genre-Mix, guter Dramaturgiefluss und lange Zeit keine Leiche. mehr
Miguel Alexandre hat sich an einem Krimi versucht – und ihn auch selbst geschrieben. Der Spezialist für gehobenes Melodram und Event-Formate mit Anspruch hätte besser die Finger davon gelassen. Was er da zusammengerührt hat, ist ein simples Gemisch. „Todesbilder“ ist dramaturgisch schwach, wirkt thematisch überfrachtet und die Problemlagen werden dem Krimifall funktional aufgepfropft. Den Effekt suchend, erinnert dieser öffentlich-rechtliche "Tatort" an die schlechteren kommerziellen TV-Movie-Thriller der späten 90er Jahre. mehr
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