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Borowski hat einen Einsatz in der Wildnis Finnlands. Wenn es mythisch wurde, lief Borowski schon immer zur Höchstform auf. In diesem letzten "Tatort" von Hannu Salonen sind es 6000 Quadratkilometer Wald, mit denen er es aufnehmen muss. Viele Touristen seien hier schon verschwunden, heißt es – kurz darauf steht der deutsche Beamte allein im Wald und sitzt mit einem Serienmörder am Lagerfeuer. Melancholischer Abschied von Maren Eggert. mehr
Es fließt viel Blut im neuen „Tatort“ aus Bremen. Auch viele Tränen werden geweint um eine Tochter, die sich dem Sippenzwang und der Verlogenheit ihres türkischen Clans nicht länger unterwerfen will und deshalb schließlich den Tod findet. Der Film will zeigen, dass religiöser Dogmatismus nicht nur Sache der ungebildeten Schichten ist, sondern dass er in besseren Kreisen noch perfidere Formen annehmen kann. Reißerisch – aber stark inszeniert. mehr
Sie waren beste Freundinnen während der Schulzeit, doch seit dem Abitur hatten sie kaum noch Kontakt untereinander. Jetzt ist eine der vier Frauen um die 30 tot. Der 47. Fall vom „Starken Team“ liefert grundsolide Krimi-Unterhaltung. Abwechslungsreiches Mörderraten für die weniger gehobenen Ansprüche. Die Grundlagen dafür bietet ein klar strukturiertes, gut verständliches Buch mit überschaubarer, nicht allzu komplizierter Figurenkonstellation. mehr
Die Frau wurde unter Strahlung gesetzt. Ein Komplott auf höchster Ebene. „Strahlende Zukunft“ wirft zwar Fragen auf, wie die nach den Nebenwirkungen der Handy-Strahlung, der Film vermeidet es aber, sich in thematischen Ungereimtheiten zu verstricken oder sich zu vorschnellen Thesen hinreißen zu lassen. Autor Jeltsch bündelt den sozialen Sprengstoff und nutzt ihn für die i-Tüpfelchen innerhalb eines gut gebauten und dicht erzählten Krimis. mehr
Ein Steuerfahnder mit der Lizenz zum Erbsenzählen hat sich in der Autowerkstatt des Gatten von Obermaier eingenistet. Da gerät der Mord an einem alphornblasenden Finanzbeamten fast in den Hintergrund. Der „Polizeiruf 110 – Die Prüfung“ von Eoin Moore ist mehr Komödie als Krimi. Auch mit schrägen Witz sind Edgar Selge und Michaela May eine Klasse für sich. mehr
Wolfgang Kohlund als Hotelier und Lichtgestalt für Touristen, die ihre Probleme mit in den Urlaub bringen. Dieser Mix aus Trivial-TV-Roman, Naturfilm und seriellen Bausteinen ist für diejenigen gedacht, die sich einen Urlaub auf den Malediven nicht leisten können und denen es nichts ausmacht, dass die Naturbilder von Reißbrett-Geschichtchen flankiert werden. mehr
Zwei Morde mit grausamer Tötungsmethode beschäftigen die Stuttgarter Kommissare. Geht es um eine späte Rache? "Das erste Opfer" ist nicht unspannend, aber dramaturgisch hapert's und Mord-Kommentare à la "eine schreckliche Sache" wollen wir im "Tatort" nicht mehr hören! Langsam müssen Richy Müller & Co aufpassen, dass sie nicht den Kredit verspielen, der ihnen als Bienzle-Nachfolger von Kritik und Publikum reichlich gewährt wurde. mehr
Es herrscht Krieg in Wien. Ein Serbe, der über die Massenvernichtung im Balkankrieg Buch geführt hat, steht auf der Todesliste einer Gruppe serbisch-nationaler Kriegsverbrecher. So ganz ohne Schmäh kommt aber auch „Kein Entkommen“ nicht aus. Die Grippe geht um in Wien und sorgt für einen Eisner in Pudelmütze und für viel Schweiß auf den Stirnen. Der 27. Krassnitzer-"Tatort" ist geradlinig, steckt voller Thrill, besitzt eindrucksvolle Action-Szenen und vergisst auch die Psychologie nicht. Krassnitzer und Neuhauser sind ein Top-Duo. mehr
Die Hamburger KDDler müssen einen Mord an einer Prostituierten aufklären. Wie zuletzt „Wir sind die Polizei“ ist der neue Fall zwischenzeitlich recht launig geraten. Dietmar Bär und Kai Wiesinger bieten komische Versteckspiele und Barbara Auer, deren Teint vom sommerlichen Licht geküsst wird, ist extrem präsent und ihr Tonfall ist köstlich süffisant. Auch etwas Melodram mischt Lars Becker zwischen beredte Blicke und markige Sprüche. Da schlägt vor allem die Stunde für Lisa Maria Potthoff als cooles Callgirl und Armin Rohde als Freier. mehr
Ein Ekel ist ermordet worden. Entsprechend viele Tatverdächtige gibt es. Das ungleiche „Tatort“-Duo Wuttke & Thomalla wächst mehr und mehr zusammen. Das überzeugend gespielte Krimi-Drama um gewalttätige Männer und still leidende Frauen zieht seine Stärke aus einer Geschichte und einer Inszenierung, die beklemmend nah bei den Figuren bleibt. mehr
„Er war ein guter Mensch und ein toller Arzt“, schwärmt die Sprechstundenhilfe von Dr. Kugler. Doch warum musste er sterben? Handelt es sich tatsächlich um einen Raubmord? Medikamente und Blanco-Rezepte gegen ein Menschenleben? Oder stand der Arzt dem Glück und den lukrativeren Geschäftsideen seiner Frau und seines Kompagnons im Weg? mehr
Einen ziemlich konstruierten, handlungsintensiven Fall aus dem Musik-Business haben sich die Krimi-Routiniers Leo P. Ard und Birgit Grosz ausgedacht. Zwei Morde, ein versuchter Mord, ein Staatsbeamter unter dringendem Tatverdacht und das gesamte „starke Team“ kurz vor der Suspendierung – das riecht verdächtig nach Klischee, aber auch fast schon nach einem augenzwinkernden Kommentar zum Genre. Solide Samstagabend-Krimiunterhaltung. mehr
„Der Fall Lisa Murnau“ (1971) ist der erste „Polizeiruf 110“ des DDR-Fernsehens. Dramaturgisch und filmisch näher an "Stahlnetz" (ab 1958) als am "Tatort" (ab 1970). Die Reihe sollte sich mit den inneren Konflikten der sozialistischen Gesellschaft in unterhaltsamer Form auseinanderzusetzen. Der bedächtige, berichtende Erzählstil und die altväterliche Ermittlungsweise sind heute nicht mehr dazu angetan, den Film als Krimi zu goutieren. Als politisches & fernsehhistorisches Dokument indes ist der "Polizeiruf" von hohem Wert. mehr
Ein vierjähriger Junge wird ermordet aufgefunden. “Wie geht die Gesellschaft mit ihren Kindern um?”, fragt sich dieser "Tatort". Alkoholisierte Eltern, Sex vor den Augen von Kindern, ein kranker Porno-Maniac als Nachbar, Hörigkeit, Eifersucht sind die Antwort. mehr
Der Aufschwung Ost lässt auf sich warten in Brandenburg. „Dettmanns weite Welt“ ist der dritte „Polizeiruf“, der in und um Wustermark spielt und auf vertrautes Personal baut. 1994 traten Lansky und Kollege Dettmann zum ersten Mal in Aktion und bekamen dafür den Grimme-Preis. Wieder ist Bernd Böhlich am Start; wieder bleibt die große Kohle aus. mehr
„Grabenkämpfe“ ist ein klassischer Whodunit. Allerdings legen die üblichen Verdächtigen in diesem „Tatort“ eine solche Harmlosigkeit an den Tag oder brüllen so laut, dass man nicht glauben kann, sie könnten auch beißen. Launiger Wohlfühlkrimi, der das Sympathie-Potenzial seiner Kommissare voll ausschöpft – die Möglichkeiten des Krimis nicht. Der Fall besitzt nur wenig innere Logik, der Film folgt der äußeren Logik des Rätsels, eines Rätsels für den Zuschauer. Die Drehbuchautoren als Strippenzieher auf dem Versatzstücke-Bahnhof. mehr
Die Gottlose mit dem frechen Mundwerk und der Geistliche von der Waterkant kommen wie die Jungfrau zu einem gemeinsamen Kind. Der Schwung ist raus aus der weißblauen Volksschwank-Reihe. Die zweite Episode von "Die göttliche Sophie" ist weniger frisch, das Buch weniger dicht, die Gags sind weniger frech, die Situationen weniger schräg und der Bayern-Flair wirkt weniger urig. Sophie platzt schier vor Gutmenschlichkeit und der Herr Pfarrer bringt außer ein paar platten Spruchweisheiten von der Waterkant wenig ein. mehr
Ein psychisch gestörter Kunde einer Online-Partnervermittlung und Single-Hotline ist offenbar so sehr enttäuscht von den Leistungen der Flirt-Firma und der von ihr engagierten Frauen, dass er sich rächen will. Auch mit dem dritten „Stralsund“-Krimi ist Autor Sven S. Poser und Autor-Regisseur Martin Eigler ein spannungsästhetisch ausgefeilter Krimi-Thriller gelungen. Die Dramaturgie lebt vom Zeitdruck der Handlung, der Film von seinen Gesichtern. mehr
Sind Zollbeamte an der deutsch-schweizerischen Grenze käuflich? Musste deshalb ein korrekter Zöllner sterben? Gute Grundidee, schwacher Start, Krimi-Tonspur wie in den 70ern. Gerettet wird der durchschnittlich geplottete "Tatort – Schmuggler" von Julia Koschitz und Alwara Höfels. Und der Bodensee lag schon lange nicht mehr so schön still im Bild. mehr
„Aus Mangel an Beweisen“ ist ein ziemlich ernsthaft erzählter Fall. Kindesentführung, Missbrauchsverdacht, ein Ehepaar in Panik – da ist nicht gut witzeln. Und doch ist „Wilsberg“-Pionier Jürgen Kehrer ein recht passabler Krimifall gelungen. Alles ein wenig überkonstruiert. Aber das kennt man ja vom Westfalen. Und für den Witz sorgt Ekki. mehr
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