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Ein Mann landet im Altpapier-Häcksler und den befangenen Otto beutelt es gehörig. Eine Tatverdächtige ist seine große Liebe aus alten Zeiten. Zwischen Schuldenberatern und Insolvenzverwaltern, zwischen schönem Schein und finanziellem Desaster bewegt sich das Personal dieses wendungsreichen Whodunits. Ein Berlin-Krimi, der viel deutsche Wirklichkeit atmet. Zweite Spielfilm-Regie vom preisgekrönten Autor Alexander Adolph. mehr
Johanna Herz beim Klassentreffen. Danach der Schock: Eine der Freundinnen hat offenbar ihren Sohn umgebracht. Die Kommissarin kann es nicht glauben. Andreas Kleinert hat die Figur für Imogen Kogge endlich erschlossen. Konzentriertes, stimmungsvolles Krimidrama mit einem Grauschleier auf den Seelen & einem ästhetischen Realismus der Extraklasse. mehr
Familientristesse mit Tiefgang vs. Korruptionssumpf um „herzensgute Kapitalisten“ – zwischen diesen Polen bewegt sich das „Tatort“-Team, das leichtfüßig durchs winterliche Münster swingt. Selten flossen bei Thiel & Börne die verschiedenen Tonlagen so reibungslos ineinander wie in „Herrenabend" – mit 1A-Gästeliste: Stephan Schad, Michael Wittenborn, Ulrike Tscharre, Henriette Confurius, Lambert Hamel und Victoria Trauttmansdorff! mehr
Bukow glaubt, die „Drecksäue“ zu kennen, die einen JVA-Insassen hingerichtet und die seine Kollegin ins Koma geschossen haben. Allein, es fehlen die Beweise. „Einer trage des Anderen Last“ tickt anders als andere Sonntagskrimis. Dieser „Polizeiruf 110“ von Christian von Castelberg ist ein Grenzgänger-Fall. Auch Bukow lässt sich anstecken von der latenten Gewaltbereitschaft. Gutes Drehbuch, stimmige Genre-Psychologie, physische Ästhetik, außergewöhnliche Schauspieler. Und Maria Kwiatkowsky in ihrer letzten Rolle. mehr
„Der Polizeiruf 110 – Im Alter von…“ erlebt nach 27 Jahren seine verspätete (rekonstruierte) Erstaufführung. Das Filmprojekt war ein ungeliebtes Kind. Rohschnitt, Kopie, Aufzeichnungen, alle Drehbuchexemplare wurden vernichtet. Durch einen Zufall blieb das stumme Kamera-Negativ erhalten. Der Film erzählt von einem pädophil-homosexuell motivierten Mord, einem Phänomen, das es so in der DDR nicht geben durfte. Gute Synchronisation. Ein Dokument von hohem politischen und fernsehhistorischen Wert. mehr
Ein junger Mann wittert überall Verschwörungen: Er behauptet steif und fest, dass es die Stadt Bielefeld nicht gibt. Bald hat er viele Fans – dann ist er tot. Manni Höch alias Heinrich Schafmeister schaut mal wieder vorbei, kommend aus Bielefeld. Um diesen abgefahrenen Fall, der mehr von einem aufgeregten Freundschaftstreffen hat als von einem klassischen Krimi, goutieren zu können, sollte man am besten ohne eine Erwartungshaltung an den spielerischen, gut besetzten Nonsensfilm rangehen. Oder mal „Die Bielefeld-Verschwörung“ googeln. mehr
Bei Laurenti funktioniert die "Italisierung" schlechter als bei Brunetti. Auch Fall 4 „Der Tod wirft lange Schatten“ ist ein Krimi aus der unteren Mittelklasse. Es beginnt mit einem Schuss Action: Bei einer Schießerei auf offener Straße wird ein Enkel eines skrupellosen, rechts gerichteten Geschäftsmannes getötet. Weil offenbar die kostspieligen Krimis aus Triest allen etwas bringen sollen, verzetteln sie sich in ihren trivialen Geschichten. Spannungslos, dürftige Action, mit großen Namen überladen. Eine einzige Geldvernichtungsmaschine. mehr
Ein Obdachloser ist offenbar mit Frostschutzmittel vergiftet worden. Nach einem zweiten Mord an einem Berber ist zu befürchten, dass ein Serienmörder umgeht. Schematisch ist nicht nur die Krimistory, sondern auch der politisch korrekte Schenk-Ballauf-Dialog. mehr
„2 für alle Fälle – Ein Song für den Mörder“ ist eine ausgedachte, auf Reihe hin konzipierte Provinzposse um zwei ungleiche Brüder, die sich nach Jahren wiedersehen und einen Mord aufklären müssen. Unterhaltung mit Spaßfaktor von Nordlicht Lars Jessen. Die Nähe zu Land und Leuten, die Liebe zum Detail und die große Spielfreude fallen besonders ins Auge. mehr
Eine offenbar Jahrtausende alte Mumie und die "frische Leiche" eines Vollzugsbeamten halten Thiel & Co auf Trapp. Der neue "Tatort" aus Münster ist mal wieder mehr Komödie als Krimi. Entspannte Sonntagabendunterhaltung mit einer angenehm unkomplizierten Handlung, pfiffigen Dialog-Gags & dem ritualisierten Rumgeflapse zwischen den Protagonisten. mehr
Ein Politiker ist ermordet worden – erschossen aus nächster Nähe. Ein Kämpfer gegen die Globalisierung oder ein Heuchler, wie seine Kinder behaupten? Der versierte Krimi-Drama-Autor-Regisseur Thorsten Näter sich einen ansehnlichen, handlungsintensiven, figurenstarken, dafür etwas überkonstruierten Whodunit ausgedacht, der die Spannung hält und der mit vielen Themen wirkungsvoll jongliert: Sein und Schein, Lüge und Betrug, Familie und Politik. mehr
Er war der Wegbereiter für all die Kommissare der härteren Gangart. Er war der erste Krimiheld, der vor einem Millionenpublikum fluchen und prügeln durfte. Und er war der erste, der den einsamen Wolf mit dem sozialen Gewissen gab. 25 Jahre soll er laut WDR im Einsatz sein. Ob Rechenfehler oder nicht – ein Hauch Schimanski kann dem Programm gestern wie heute nur gut tun. So ist auch „Tod in der Siedlung“ mit Matthias Brandt & Julia Jäger ein sozialkritischer Krimi über die Verwahrlosung der Hartz-IV-Gesellschaft geworden. mehr
„Borowski und die Frau am Fenster“ zeigt den Tathergang und ermöglicht dem Zuschauer so von Beginn an, der Psychologie der Mörderin nachspüren. Dieser vorzügliche "Tatort" lebt von überraschenden Wendungen, kleinsten Irritationen, irrwitzigen Situationen. Der Film hat etwas Beunruhigendes, sorgt aber mit Witz und Faible für Absurdes für entlastende Kontrapunkte. Und er ist nebenbei ein viel versprechender Einstieg für Sibel Kekilli! mehr
Häufig kommen die Filme mit der Postdamer Kommissarin Johanna Herz und dem dienstbeflissenen Dorfpolizist Krause etwas allzu bodenständig und betulich daher. In diesem „Polizeiruf 110“ ist alles anders – besser. Und die brandenburgische Pampa lebt. mehr
Ein toter Tankstellenbesitzer, eine schizophrene Frau, eine überforderte Familie und zwei nicht weniger überforderte Kommissare. Auch manch Zuschauer wird sich wundern – über diese Frau, die im Chaos ihrer ungeordneten Eindrücke zu ertrinken droht. Ist sie Augenzeuge des Mordes? Wenn sie nur nicht so chiffriert reden würde! Passend zum „Milieu“, zum Thema, sorgt auch die Darstellungsweise für einiges Befremden. Ungewohnte Perspektiven, seltsam kadrierte Bilder, eine überaus bemerkenswerte Filmmusik. Faszinierendes Krimi-Drama! mehr
Krankheit, Liebe, Eifersucht – eine eigenwillige Pflegerin heuert bei einer wohlhabenden, nicht weniger eigenwilligen, älteren Dame und ihre Familie an. Schausplatz: das malerische New Yorker Hudson Valley. „Diagnose Liebe“ ist eine in sich stimmige, flüssig erzählte Romanze. Autor Timo Berndt, erfahren im Spannungsfach, weiß die Vorlage dramaturgisch zu nutzen. Günther Maria Halmer und Maresa Hörbiger veredeln noch die banalste Szene und auch Fiona Coors und Thomas Unger sind ein recht überzeugendes modernes Romantik-Paar. mehr
Zum „Tatort“-Jubiläum gibt es zwei neue Kommissare: Die öffentliche Frau Thomalla und der Theaterstar Wuttke sind ein interessantes Paar, die Chemie stimmt & die Marketingabteilung der ARD dürfte zufrieden sein. Der erste Fall ist aber ziemlich durchschnittlich geraten. mehr
“Wir erzählen weiterhin psychologische Geschichten, die auf dem Land spielen”, betont Redakteurin Ziesche. “Braut in Schwarz” ist einer jener Ein-Dorf-schmiedet-einen-Komplott-
Krimis mit vielen Verdächtigen, bei dem ein Unschuldiger auf der Strecke bleibt. mehr
Im Schatten eines 30 Jahre alten Verbrechens wächst ein neues heran... Wer bin ich? Wo stehe ich? Was soll das alles? Kafkas düstere Weltsicht trifft auf Bella Block, die Kommissarin mit der philosophischen Note, und ein Gymnasiast arbeitet an einer tödlichen Text-Exegese. „Der Fahrgast und das Mädchen“ besticht durch ein hohes Spannungspotenzial. Mal resultiert es aus der Zusammenführung des alten mit dem neuen Fall. Mal sind es die intensiven Einzelszenen, die einen in den Bann ziehen. Gutes Drehbuch mit kleinen Ungereimtheiten, hochkonzentrierte Schauspieler, stimmungsvolle Inszenierung, süffiger Erzählfluss. mehr
In der ARD-Reihe wird das Rechtswesen den Gesetzen der Humanität unterzogen. Die Themen, die im kleinstädtisch-klerikalen Fulda zur Verhandlung kommen, sind auch in „Sein oder Nichtsein“ nicht ganz unrelevant. Weniger intelligent ist das Gewand, in dem das alles präsentiert wird: diese unverbindliche Serien-Aufgeräumtheit, dieses ausgestellte Jonglieren mit bildungsbürgerlichem Kulturgut, diese auf quietschfidel getunte Musikdramaturgie. mehr
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