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Der „Tatort – Tod einer Lehrerin“ ist einer jener Krimis, die einen überkonstruierten „Handlungswahnsinn“ entfesseln, in dem sich jeder schuldig macht oder sich etwas zu Schulden kommen lässt, damit dem Mörderraten Genüge getan werden kann. Die Scharniere der Whodunit-Dramaturgie quietschen überlaut. Da hilft kein Themen-Bonus, schon gar nicht, wenn das Thema, Genitalverstümmelung, 15 Minuten vor Schluss aus dem Hut gezaubert wird. Schwaches Buch, überzogenes Spiel, vieldeutige Blicke, zu viele Grund-Sätze! mehr
Ein Junggesellenabschied, viel Gin, eine Liebesnacht. Wenn Braut und Bräutigam fremd gehen (oder es glauben), sollte das zu denken geben. Rosamunde Pilcher – zum 99. Mal reimt sich Herz auf Schmerz, werden Figuren aus der romantischen Retorte vorgeführt und Gefühle behauptet, anstatt sie sinnlich zum Ausdruck zu bringen. Very britisch, viel zu distanziert mehr
Zum dritten Mal durfte Marie Brand ihrem etwas unbedarften Kollegen Simmel die Welt erklären. Mariele Millowitsch und Hinnerk Schönemann geben zwei sympathische Ermittler, die ausnahmsweise mal nicht auf die Psycho-Couch müssen. Das Ganze war gediegen inszeniert, gut gespielt und trotz Augenzwinkerns nicht unspannend. mehr
Ein katholischer Priester ist auf bestialische Weise getötet worden: mit einem Gürtel ausgepeitscht, stranguliert mit einem Rosenkranz. Bella Block hat's mit dem Kreuz. Sucht sie einen Täter, der zugleich Opfer ist? So metaphorisch der Titel, so metaphorisch die Eingangsmontage. Das Krimi-Kammerspiel ist düster und sperrig, wie man es von Hans Steinbichler erwartet – und das Bildkonzept ist besser als die mosernde Kommissarin. mehr
Außendienst für die Kollegen von der internen Ermittlung. Ein deutsch-afghanischer Kongress erfordert vollen Einsatz für Prohacek und Langner. Dann gibt es einen toten Polizisten. „Rückkehr“ ist ein Wirtschaftskrimi, der mit der Technik des Thrillers und der vertiefenden Wirkung des Dramas arbeitet. Über eine halbe Stunde lässt der Film den Zuschauer mit einer beobachtenden Kamera, mit den Erzählsträngen und einer Vielzahl an Montage-Splittern allein. Das ist mutig und zu viel der Fragezeichen. Spannendes Finale. mehr
Bella Block ist ohne Erinnerung. Ist sie betrunken Auto gefahren? Hat sie einen Unfall verursacht? Geht eine tote Studentin auf ihr Konto? Die Beeinträchtigung der Heldin bestimmt auch das ästhetische Prinzip des Films: Rückblenden, Erinnerungsfetzen, Gedächtnislücken – „Blackout“ ist ein wahrnehmungspsychologisches Puzzle von großem Reiz. Die Krönung des Films sind Johanna Wokalek in einer Doppelrolle & die Kamera von Klaus Eichhammer. mehr
Heimleiterin statt Staatssekretärin. Senta Berger macht das schon. "Emilia" nach den Drehbüchern von Gabriela Sperl sollte eine Reihe für die ARD werden. Das Ganze ist einen Tick zu gut gemeint. Im Auftaktfilm ist vor allem Hannah Herzsprung sehenswert. mehr
„Die ganze Zeit hat man Täter, die man nicht erwischen will“, grantelt der Sonderermittler still vor sich hin. Angefressen ist er sowieso mal wieder. Nach einem Treppensturz in Tirol ermitteln – das ist hart für einen Wiener. Krimi-dramaturgisch ist das ohne große Raffinesse, dafür mit reichlich Ösi-Schmäh versetzt und die Sozialkritik ätzt sich in viele der mit Tiroler Redundanz erzählten Szenen. Launiger, unspektakulärer Whodunit (ohne Neuhauser!). mehr
Schlechte Karten für die Grande Dame der Demoskopie. Die Vergangenheit holt die kranke Managerin ein. Hans-Christoph Blumenbergs Palu-"Tatort" spart nicht an Leichen. Der Autor-Regisseur hatte schon immer ein Faible für mythische Systeme und Manipulationsapparate. Wenn sich die Tür von der einen in die andere Welt öffnet, dann können seine Filme einen magischen Sog bekommen. Bei “Veras Waffen” gelingt das nicht so gut wie bei Blumenbergs Kinofilmen und den frühen Palu-Filmen. Dennoch: ein angenehm altmodischer Krimi. mehr
Wer sich mit Beamtenkriminalität beschäftigt hat schlechte Karten. “Nestbeschmutzer” werden auch bei der Polizei nicht gern gesehen. Kriminalrätin Eva Prohacek bekommt das zu spüren. Bei einem Routinefall stößt sie auf eine Frau, die behauptet, ihr Mann, ein Ex-Polizist, habe einen Auftragsmord begangen. “Verdecktes Spiel” ist dank Alexander Adolph (Buch), Friedemann Fromm (Regie) und Jo Heim (Kamera) ein intelligentes, sehr suggestiv inszeniertes Krimi-Stück geworden. Dafür gab's zu Recht den Adolf-Grimme-Preis. mehr
„Franziskas Gespür für Männer“ von Nina Grosse ist nicht nur ein Film über den Tod und einen vermeintlichen Mord, sondern ebenso ein Film über Freundschaft und Liebe, über Einsamkeit und Verzweiflung. Katja Flint spielt Franziska Luginsland als eine Frau, die sich eingerichtet hat im Alleinsein – sich aber dennoch in die Münchner Dating-Szene begibt. mehr
Was haben ein klugscheißender Pathologen-Professor und ein eher wortkarger, bodenständiger Hauptkommissar gemeinsam? Nicht viel. Eben drum hat man sie offenbar zusammengespannt beim in Münster ermittelnden WDR-”Tatort”-Team. In “Fakten, Fakten ...” haben Frank Thiel alias Axel Prahl und Karl-Friedrich Boerne alias Jan Josef Liefers ihren zweiten gemeinsamen Fall. Und der ist launig, nicht unspannend und Münster-like. mehr
„Cassandras Warnung“ eignet sich nicht zum sonntäglichen Mörderraten. Der Film ist Polizeifilm, Thriller, Beziehungsgeschichte – und dieser „Polizeiruf“ ist ein Spiel mit dem Zuschauer. Die Anlage der Story ist ungewöhnlich, der Handlungsverlauf spannend, eine Finalität ist trotz verspielter Exkursen & Nebengeschichten stets gegeben. Der Film ist dicht, ruhelos, steckt voller Überraschungen. Konzentrierter Einstand von Matthias Brandt mehr
„Stumme Wut“ reißt zwei „brisante“ Themen an, Menschenhandel im Rotlicht-Milieu und Kindesmisshandlung in „gutem Hause“, und packt sie überaus geschickt in das Format-Korsett der ZDF-Reihe „Das starke Team“. Das ist kein Krimi für Feingeister. Das knallt zwischendurch ganz schön rein, ist geradlinig inszeniert, stets spannend und glänzend besetzt. mehr
Dieser "Bloch" wagt sich an eines der letzten Tabu-Themen. Pädophilie sorgte in der Medienwelt bislang allenfalls für grelle Schlagzeilen. Der Psychologe und Autor Marco Wiersch näherte sich dem Thema über eine real praktizierte Form der präventiven Therapie. Fabian Hinrichs spielt diesen Unglückseligen als einen Zwiespalt auf zwei Beinen, das sprichwörtliche schlechte Gewissen. Für ihn markiert diese Figur "einen Grenzfall zwischen Normalität und Krankheit". Ein herausragender Film, weil er eine Diskussion ermöglicht! mehr
Auch der dritte HR-“Tatort” mit Sawatzki und Schüttauf fällt aus dem Rahmen des Gewohnten. Niki Stein entwirft das Psychogramm eines Mörders. Ulrich Tukur spielt ihn als einen Mann mit übersteigertem Selbstwertgefühl, dem die Macht die Sinne geraubt hat. mehr
„Süden“ scheint das zu werden, was früher „Sperling“ war. Unaufgeregte Psychogramme, Krisen- und Milieugeschichten, keine 08/15-Dramaturgie, dafür Atmosphäre und einer, der zuhören kann, der still mit leidet, ohne penetrant den Gutmenschen geben zu müssen. mehr
Prohaceks zweiter Fall führt sie noch tiefer in den Sumpf der Spezerln-Wirtschaft. Ein Staatsanwalt ist offenbar ermordet worden, weil er einem Waffenhändler auf der Spur war. Senta Berger als "Nestbeschmutzerin". Auch der zweite "Unter-Verdacht"-Fall ist ein großer Fernsehkrimi. Messerscharfe Rhetorik, Spiel mit Nähe und Distanz, mit politischer Haltung & Ironie. So facettenreich die Figuren, so glasklar die Optik, so ökonomisch die Mittel. mehr
Dieser "Tatort" ist auch nachgebessert schwach. "Wunschdenken" wurde zunächst nicht abgenommen. Beanstandet wurden neben einer Sex-Szene die vielen Klischees und der US- Gast-Star Sofia Milos („C.S.I. Miami“). Die Sex-Szene ließ sich fast vollständig wegschneiden. Die Präsenz der Fehlbesetzung minimieren. Das Drehbuch aber ließ sich nicht schön schneiden. Die Handlung dieses überkonstruierten Krimis verzettelt sich im Kleinklein. Ein "Tatort" wie aus grauer Vorzeit. Schwacher Trost: Stefan Gubser ist ein guter Typ! mehr
Man muss schon ein notorischer Nörgler sein, um am 25. "Bella-Block"-Fall etwas auszusetzen zu haben. Hoger und Simonischek liefern sich ein glänzendes Duell. „Falsche Liebe“ ist ein fein reduzierter Krimi, in dem die Seelenlage der überkritisch-pessimistischen Kommissarin und ihres zur Naivität neigenden Lebensabschnittsgefährten kriminalphilosophisch ausgespielt wird. mehr
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