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Barbara Rudnik ist zum dritten Mal als Profilerin unterwegs. In „Der Tod kommt zurück“ müssen sich Schwarz & Kripomann Fuchs (stark: Harald Schrott) mit der Generation herumschlagen, die nach der Wiedervereinigung geboren wurde. Doch auch sie trifft das DDR-Erbe. Rudnik gibt nicht mehr so plakativ die verletzliche Seele. Ihre Heldin dreht sich nicht mehr nur um sich selbst, sie leidet jetzt mit den Anderen. Klasse Schwarz-Solo! mehr
Die frische Luft tut diesem „Tatort“, der zunächst als komisches Road-Movie daherkommt, sichtlich gut. Die Wortgefechte der beiden erwachsenen Kindsköpfe sind feinsinniger, ihre stichelnden Spitzen beiläufiger und die Gags poltern weniger laut als gewohnt. mehr
Eine toughe Bikerin ist ermordet worden. Thiel ermittelt zwischen Rocker- und Tennis-Szene. Dort stößt er auf viele Verdächtige & ein gutes Motiv: Mord als Antwort auf eine Erpressung. Intersexualität geistert als MacGuffin durch den 20. „Tatort“ aus Münster. Nette, augenzwinkernde Einlagen in einem halbherzigen, unterdurchschnittlich besetzten Krimi. mehr
Ausgerechnet der Mann, der die Heldin vor vielen Jahren verschmähte, will jetzt eine unbedarfte Reeder-Tochter zum Traualtar führen! Und ausgerechnet die damals vermeintlich(!) Verschmähte soll jetzt die Märchenhochzeit organisieren... Dass es damit nichts werden wird, ahnt man früh – auch, weil keine Produktionsfirma das hätte bezahlen können. Aber auch ohne Hochzeit ist "Die Hochzeit meines Mannes" ein gut gebautes & bestens besetztes Romantik-Märchen – nicht nur für (sexuell) frustrierte Frauen. mehr
Sterben, Trauern, Bestatten, Sterbehilfe und gefälschte Todesscheine, Mord und Suizid – der Tod hat viele Gesichter und Themen. Und alle Figuren in dieser letzten "K3"-Episode (auch die Reihe ereilte der Exitus) haben irgendwie mit dem Sterben zu tun. So zwanghaft wie unsere Gesellschaft den Tod verdrängt, so zwanghaft komponieren die Drehbuchautoren alles in der Geschichte zu einem Sterbeszenario. Ergebnis: ein leidlich spannender, lebloser Krimi. mehr
Ein Polizist wurde zu Tode geknüppelt. Rosa Roth und Körber ermitteln in alle Richtungen: autonome Szene, Angehörige, Kollegen. Ein „Kommando David Möller“ bekennt sich zum Mord. Fake oder nicht? "Notwehr" ist ein simpler Whodunit, dem man seine Simpelheit nicht ansieht. Die Atmosphäre des Films, die „Temperatur“ der Figuren, der (zurückgenommene) Stil-Wille des Regisseurs, eine launige Nebenstory – das alles schiebt sich vor den Fall. mehr
Agatha Christie gibt die Tonlage vor. Die unvergessliche Ruth Drexel schnüffelt noch einmal Miss-Marple-like in einem Kloster (9.9.) und dann in einem Luxushotel (16.9.). Resolut, schrullig und stets etwas sperrig gibt sie ihre neugierige Beobachterin, die überall Verbrechen wittert. Das ist altmodisch, langsam, aber um einiges launiger als "Pfarrer Braun", die andere klassische Whodunit-Reihe für die 65plus-Generation. Fall zwei läuft sehr viel runder! mehr
"Solo für Schwarz" hat sich zur Aufgabe gemacht, die Vor-Urteile zwischen Ost und West zu thematisieren. „Unser Hauptinteresse gilt den Schwierigkeiten, die entstehen, wenn man viel über den anderen zu wissen glaubt und meint, diesen anderen gar nicht mehr nach seinen konkreten Erlebnissen und Motivationen fragen zu müssen“, so Regisseur Martin Eigler. mehr
Zwei tickende Zeitbomben machen Rostock unsicher und für Bukow wird es eng. Sarnau und Hübner machen so weiter, wo sie 2010 begonnen haben: physisch, dynamisch, realistisch. Atmosphäre triumphiert über Dramaturgie: Whodunit ist nicht! Die Handkamera ist der King, die Wahrnehmung ist flüchtig. Man bekommt eher mal etwas nicht mit, als dass alles erklärt würde. „Feindbild“ arbeitet mit Andeutungen, Assoziationen, Auslassungen. Bei so viel Realismus ist es fraglich, ob das Schwein am Ende auch bekommt, was es verdient. mehr
Eine ehemalige Prostituierte, die sich auf das Ausnehmen älterer Herren spezialisiert hat, ist zur Mörderin geworden. Sie muss nur noch gestehen. Das ist Taubers Spezialität. Außerdem passt er ins Beuteschema dieses seltsamen "Früchtchens". Der Film wird zum Porträt einer jungen Frau, die gefangen ist in ihrer Welt und die nie so etwas wie Selbstverantwortlichkeit und Moral gelernt hat. Der Film ist nach einem wahren Fall entstanden. Basedow schrieb das Buch auf der Grundlage der Verhörprotokolle. "Er sollte tot", stammelt "die Beichtende" immer wieder. Ein Originalsatz. “Aus dieser Art Sprache spricht die Angst”, so Dominik Graf. mehr
Der siebte „Tatort“ von Richy Müller & Felix Klare kann sich sehen lassen. „Die Unsichtbare“ basiert auf sauberer Recherche und einer hoch wirksamen Dramaturgie, die den klassischen Whodunit geschickt mit Thema, Thrill und großen Emotionen kurzschließt. Es ist nicht nur ein Film der stillen Menschlichkeit und der guten Taten, es ist auch ein Krimi mit einem stimmigen Erzählrhythmus, der weithin von seinen beiden Hauptakteuren getragen wird. mehr
Der „Tatort – Tod einer Lehrerin“ ist einer jener Krimis, die einen überkonstruierten „Handlungswahnsinn“ entfesseln, in dem sich jeder schuldig macht oder sich etwas zu Schulden kommen lässt, damit dem Mörderraten Genüge getan werden kann. Die Scharniere der Whodunit-Dramaturgie quietschen überlaut. Da hilft kein Themen-Bonus, schon gar nicht, wenn das Thema, Genitalverstümmelung, 15 Minuten vor Schluss aus dem Hut gezaubert wird. Schwaches Buch, überzogenes Spiel, vieldeutige Blicke, zu viele Grund-Sätze! mehr
Ein Junggesellenabschied, viel Gin, eine Liebesnacht. Wenn Braut und Bräutigam fremd gehen (oder es glauben), sollte das zu denken geben. Rosamunde Pilcher – zum 99. Mal reimt sich Herz auf Schmerz, werden Figuren aus der romantischen Retorte vorgeführt und Gefühle behauptet, anstatt sie sinnlich zum Ausdruck zu bringen. Very britisch, viel zu distanziert mehr
Der Tod gehört für Lena Odenthal zum Alltag. Seit 20 Jahren kennt man die toughe Kommissarin, die sich stets im Griff hat. Ihr neuer Fall aber berührt sie stärker als gewohnt. Die Leiche einer Frau wurde am Rheinufer geborgen. Sie arbeitete für einen Verein, der sich für die Legalisierung der Sterbehilfe einsetzt... Ein spannender Krimi, ein Seelendrama und zugleich ein hoch ästhetischer Diskussionsbeitrag zum Thema Sterbehilfe mehr
Zum dritten Mal durfte Marie Brand ihrem etwas unbedarften Kollegen Simmel die Welt erklären. Mariele Millowitsch und Hinnerk Schönemann geben zwei sympathische Ermittler, die ausnahmsweise mal nicht auf die Psycho-Couch müssen. Das Ganze war gediegen inszeniert, gut gespielt und trotz Augenzwinkerns nicht unspannend. mehr
Ein katholischer Priester ist auf bestialische Weise getötet worden: mit einem Gürtel ausgepeitscht, stranguliert mit einem Rosenkranz. Bella Block hat's mit dem Kreuz. Sucht sie einen Täter, der zugleich Opfer ist? So metaphorisch der Titel, so metaphorisch die Eingangsmontage. Das Krimi-Kammerspiel ist düster und sperrig, wie man es von Hans Steinbichler erwartet – und das Bildkonzept ist besser als die mosernde Kommissarin. mehr
Außendienst für die Kollegen von der internen Ermittlung. Ein deutsch-afghanischer Kongress erfordert vollen Einsatz für Prohacek und Langner. Dann gibt es einen toten Polizisten. „Rückkehr“ ist ein Wirtschaftskrimi, der mit der Technik des Thrillers und der vertiefenden Wirkung des Dramas arbeitet. Über eine halbe Stunde lässt der Film den Zuschauer mit einer beobachtenden Kamera, mit den Erzählsträngen und einer Vielzahl an Montage-Splittern allein. Das ist mutig und zu viel der Fragezeichen. Spannendes Finale. mehr
Marga Engel zum Dritten. Sie ist eine Frau, die nicht von einer besseren Welt träumt, sondern die etwas dafür tut. “Sie hält Wort, sie ist nicht devot, hat ihren Willen, ist nicht käuflich und einfach Frau”, betont Marianne Sägebrecht. Weil sie und ihre Rolle sehr authentisch miteinander verschmelzen und auch der dritte Film dramaturgisch zwischen Kasperletheater und Märchen angesiedelt ist, stößt das Gutmenschelnde nicht allzu unangenehm auf. mehr
Bella Block ist ohne Erinnerung. Ist sie betrunken Auto gefahren? Hat sie einen Unfall verursacht? Geht eine tote Studentin auf ihr Konto? Die Beeinträchtigung der Heldin bestimmt auch das ästhetische Prinzip des Films: Rückblenden, Erinnerungsfetzen, Gedächtnislücken – „Blackout“ ist ein wahrnehmungspsychologisches Puzzle von großem Reiz. Die Krönung des Films sind Johanna Wokalek in einer Doppelrolle & die Kamera von Klaus Eichhammer. mehr
Heimleiterin statt Staatssekretärin. Senta Berger macht das schon. "Emilia" nach den Drehbüchern von Gabriela Sperl sollte eine Reihe für die ARD werden. Das Ganze ist einen Tick zu gut gemeint. Im Auftaktfilm ist vor allem Hannah Herzsprung sehenswert. mehr
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