Ob im Arztkittel oder in der Soutane – Francis Fulton-Smith lockt stets ein Millionenpublikum vor den Bildschirm. Der Bayer mit englischem Pass, der mit renommierten TV-Stücken wie „Café Meineid“ oder „Deutschlandlied“ begann, hatte die letzten Jahre die leichtgewichtige Unterhaltung im Auge. Auch „Ein Paradies für Pferde“ passt ganz in dieses Bild.
Ob als Gutmensch Dr. Kleist im Arztkittel oder als Verbrecherjäger Peter Castell in der Soutane – Francis Fulton-Smith lockt stets ein Millionenpublikum vor den Bildschirm. Der Bayer mit englischem Pass, der mit renommierten TV-Stücken wie „Café Meineid“ oder „Deutschlandlied“ begann, hatte seit Mitte der 1990er Jahre die leichtgewichtige Unterhaltung im Auge. Der strahlende Held war er dabei nicht immer. „Ich war schon recht häufig als böser Bube unterwegs“, erinnert er sich heute – und er würde auch gern einmal wieder aus dem Schmusekurs ausbrechen. Doch wer besetzt schon einen Serien-Liebling als Fiesling!
Auch „Ein Paradies für Pferde“ passt ganz ins Bild. Francis Fulton-Smith spielt im Nachzieher des Quotenhits „Ein Paradies für Tiere“ Thomas Donnhofer, einen Mann ohne Fehl und Tadel, der nur durch die Intrigen und Launen der anderen in eine existenzielle Notlage gerät. Da sind ein Hotelkonzern und ein übermotivierter Mitarbeiter, da ist der Bürgermeister, der die Bürgschaft der Gemeinde kündigt, da sind die Banken, die das Potenzial von Donnhofers Pflegeheim für Pferde nicht erkennen, und da ist seine große Liebe, die Tierärztin Bettina Kern, die ihm nach ihrer Fehlgeburt das Leben nicht leicht macht. Doch Probleme sind zum Lösen da in Filmen wie diesem deutsch-österreichischen Feld-Wald-Wiesen-Schmarrn. „Es ist alles so, wie es sein soll“, strahlt am Ende die wieder zu Sinnen gekommene blonde Bettina. Wie wahr. Der von Drehbuchautor Peter Mazzuchelli eingeschlagene Lösungsweg ist ziemlich unspektakulär. Die Geschichte vom kleinen Robby, der durch den Kontakt mit einem Pferd seine Verhaltensstörungen verliert, legt eine ideale Möglichkeit fürs Happy End nahe. Ein Therapiehof für Mensch & Tier für Teil 3: Möglicher Titel: „Ein Paradies für Menschen“.
Francis Fulton-Smith bleibt also der Mann fürs Seichte. Wie gewohnt setzt er auf den warmen, verständnisvollen Blick. In „Ein Paradies für Pferde“ muss er kaum mehr abrufen. Ein Mal schaut er noch wütend, ein Mal traurig und zwei Mal besorgt. Ähnlich wie Christine Neubauer kommt Fulton-Smith nicht mehr raus aus der Trivialfilmfalle. Er selbst sieht das etwas anders. „Ich empfinde die Entwicklung nicht als negativ“, sagt er. Er spiele ja nicht in erster Linie für die Fernsehkritik, fügt aber hinzu: „Selbstverständlich hätte ich Lust, auch mal was zu machen, bei dem man vielleicht sogar für den Grimme-Preis für würdig empfunden wird.“ Aber es sei ja noch nicht aller Tage Abend. (Text-Stand: 13.8.2008)