Wenn Natürlichkeit im deutschen Fernsehen ein Gesicht hat, dann heißt es Lisa Martinek. Die Serie ihrer Hauptrollen eröffnete sie 2001 mit dem schwarzhumorigen Thriller „Der Mann von nebenan“. Vier Frauen machen mit einem sadistischen Nachbarn (Axel Milberg) kurzen Prozess. Weil das Sat-1-Movie bei Zuschauern wie Kritikern gleichermaßen gut ankam, steht heute mit „Der Mann von nebenan lebt!“ der Nachfolgefilm auf dem Programm.
Foto: Sat 1 / Kerstin StelterImmer dieser Horror mit dem Nachbar! Martinek in "Der Mann von nebenan lebt!"
Wenn Natürlichkeit im deutschen Fernsehen ein Gesicht hat, dann heißt es Lisa Martinek. Die gebürtige Stuttgarterin hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich in die erste Reihe der deutschen Schauspielerriege vorgearbeitet. Mit Beständigkeit hat sie sich den verschiedensten Rollen anverwandelt, hat zahllose Nebenrollen gespielt, bis ihre professionelle Unauffälligkeit nicht mehr zu übersehen war. Sie konnte bestehen in dem harten Thriller „Jagd auf den Flammenmann“ genau so wie in dem Männerdrama über den 17. Juni „Zwei Tage Hoffnung“. Sie war zu sehen als vom Gewissen geplagte Polizistin in „Der Schuss“, als Kleinstadt-Schönheit in „Klassentreffen“ oder im quotenträchtigen Wohlfühlfilm „Das Zimmermädchen und der Millionär“. Sie verkörpert Frauen von der sanften Sorte, die es den Männern einfach machen, die Konflikte scheuen, ihnen aber nicht aus dem Weg gehen können.
Foto: Sat 1 / Kerstin StelterOder ist alles nur Einbildung? Die Freundin (Andrea Sawatzki) weiß immer guten Rat.
Die Serie ihrer Hauptrollen eröffnete sie 2001 mit dem schwarzhumorigen Thriller „Der Mann von nebenan“. Vier Frauen machen mit einem sadistischen Nachbarn kurzen Prozess. Weil das Sat-1-Movie bei Zuschauern wie Kritikern gleichermaßen gut ankam, steht heute mit „Der Mann von nebenan lebt!“ der Nachfolgefilm auf dem Programm. „Ich hatte zunächst Vorbehalte“, sagt Lisa Martinek, der diesmal weniger der Nachbar übel mitspielt als vielmehr die eigene Psyche und der Herr Kommissar, der handfesten Gefallen an ihr findet. Doch sie und die anderen Schauspieler, Andrea Sawatzki oder Axel Milberg, konnten ihre Ideen einbringen. „So ist unser gemeinsames Baby entstanden, ein sehr eigenständiger Film, der im Gegensatz zum ersten vieles noch verdichtet.“ Die Tonlage zwischen bedrohlich und komisch-absurd ist geblieben. Die Stimmungswechsel seien allein an den Zuschauer gerichtet, der Schauspieler habe ernst zu bleiben. Martinek: „Der Witz entsteht immer in dem Moment, wo man einen von außen betrachteten absurden Vorgang ganz ernsthaft spielt.“ Der Schauspieler dürfe die Figur nicht an die Erzählhaltung des Regisseurs verraten.
Foto: Sat 1 / Kerstin StelterTatsache, das kranke Ekel von nebenan (Axel Milberg) lebt – und will sich rächen.
Martinek ist die ideale Sympathieträgerin. „Das bringt offenbar meine Erscheinung mit sich“, weiß sie, doch es fällt ihr schwer, so etwas von sich selber zu sagen. Ihre Ausstrahlung lässt den Zuschauer mitunter vergessen, dass sie sehr unterschiedliche Rollen spielt und sich auf jede intensiv vorbereitet. Zunächst fällt einem die angenehme Erscheinung ins Auge, die Figuren erschließen sich erst allmählich. Gerade weil sie die Sympathien so sehr auf sich zieht, würde sie „gern mal mit diesem Image spielen“. Doch solche Angebote blieben bisher aus. Dafür umschifft sie seit Jahren geschickt die seichten Gewässer von Pilcher & Co. Sie hat das nicht bewusst gesteuert. „Ich hatte glücklicherweise immer auch die anderen Angebote“, so Martinek, deren Karriereweg am Thalia-Theater und mit dem Kinofilm „Härtetest“ begann. „Wenn ich die Wahl habe, drehe ich lieber einen aufregenden Low-Budget-Film, als dass ich aufs 'Traumschiff' gehe.“ Aber, sie würde nie nie sagen.