• Porträt "Polizeiruf 110 – Wie ist die Welt so stille"

      Über 30 Fiktion-Premieren. Februar-Highlights auf einen Blick Filmgeschichte und Kinokult-Klassiker 02/2012 auf einen Blick Ästhetik, Sinnlichkeit, Lulu: "Mord in Ludwigslust" von Kai Wessel Brauche neuen Laptop! Klicken & Spenden für tittelbach.tv! Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen
      Foto: ZDF / Volker Roloff

      Über 30 Fiktion-Premieren. Februar-Highlights auf einen Blick

      Foto: ZDF

      Filmgeschichte und Kinokult-Klassiker 02/2012 auf einen Blick

      Foto: ZDF

      Ästhetik, Sinnlichkeit, Lulu: "Mord in Ludwigslust" von Kai Wessel

      Brauche neuen Laptop! Klicken & Spenden für tittelbach.tv!

      Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen

      WDR, 07.07.2011, 20:15 Uhr - Wiederholung
      Bewertung: 4,5 von 6

      Alain Gsponer und Alex Buresch: Niedergang der Familie in drei Variationen

      Die Nachdenklichkeit, die Tauber gleich zu Beginn beschleicht, der Widerwille gegen diesen Fall, in dem er und seine Kollegin unter dem Druck der Öffentlichkeit und ihrer eigenen Psyche selbst zu Monstern werden, diese Nachdenklichkeit könnte auch den Zuschauer beschleichen: Ist es die mediale Inflation des Mordens, die immer größere TV-Perversitäten hervorbringt? Oder ist es die Wirklichkeit, die solche Geschichten erzwingt?

      May & Selge
      Foto: BR / Marco Nagel

      Der Fall nimmt Kommissar Tauber über die Maßen mit. Edgar Selge & Michaela May

      s ist ihr 15. Fall, die Münchner Hauptkommissare Tauber und Obermaier haben schon so einiges sehen müssen. Mit was sie sich allerdings dieses Mal befassen müssen – das ist der Alptraum schlechthin. Eine Familie wurde ausgelöscht. Die Nachdenklichkeit, die Tauber gleich zu Beginn beschleicht, der Widerwille gegen diesen Fall, in dem er und seine Kollegin unter dem Druck der Öffentlichkeit und ihrer eigenen Psyche selbst zu Monstern werden, wie er es später glasklar analysiert, diese Nachdenklichkeit könnte auch den Zuschauer beschleichen: Ist es die mediale Inflation des Mordens, die immer größere TV-Perversitäten hervorbringt? Oder ist es die Wirklichkeit, die solche Geschichten erzwingt?

      Der „Polizeiruf 110: Wie ist die Welt so stille“ ist gegen jeden Verdacht, mit Gewalt zu spekulieren, erhaben. Die Kamera hält Distanz zum Tatort, die Bilder deuten nur an. Auch Tauber will sich nicht vom Schrecken der Bilder irritieren lassen. Als Ersatz für die Polizeifotos schreibt er Zettel, die das Blutbad beschreiben. „Das ist viel präziser und abstrakter – ich kann mich so besser aufs Wesentliche konzentrieren“, sagt er. Das ist klug von ihm. Doch es nützt nichts. Der Fall saugt ihn auf. Wie ein Gespenst huscht der Einarmige durch die Szenerie, schüttet Powerdrinks in sich hinein, um dem Schlaf, der nur Alptraum bedeuten kann, zu entfliehen. Selge ist stets gut als den Blues blasender Tauber. Hier spielt er das Lied vom Tod grandios. „Tauber funktioniert nicht mehr“, zeigt sich Obermaier besorgt.

      Umso besser funktioniert der deutsche Fernsehkrimi, wenn er jungen Talenten das Feld überlässt, Autoren und Regisseuren, die frei von jeglicher Routine, mit unverstelltem Blick sich Deutschlands liebstem TV-Genre nähern. Hans Steinbichler, dessen „Hierankl“ sechs Grimme-Preise abräumte, Chris Kraus, der für „Vier Minuten“ den Bayerischen und den Deutschen Filmpreis gewann, nahmen sich zuletzt in ästhetisch unnachahmlicher Art „Bella Block“ an. Nun ist das neue Traumpaar Alain Gsponer und Alex Buresch an der Reihe. Ihre Geschichte vom Blutbad am Rande der Stadt ist selbstreflexiv und sie heftet sich nicht nur auf die Fersen des Mörders, sie sucht auch nach Spuren im Sozialen. „Wo bin ich?“, fragt die einzige Überlebende der Familie nach dem ersten Schock. „Zuhause“, antwortet Tauber.

      Selge & Bobyleva
      Foto: BR / Marco Nagel

      Ihre Familie wurde brutal "ausgelöscht". Tauber tröstet. Selge & Nadja Bobyleva

      In ihrem letzten Film, der Tragikomödie „Das wahre Leben“, erzählen die beiden Shooting-Stars der Branche, wie sich eine gut situierte Familie nach und nach selber auflöst: ein arbeitsloser Manager versucht nach 12 Jahren weitgehender Abwesenheit wieder die Zügel in die Hand zu nehmen, derweil die Söhne ihr Coming-out erleben oder sich mit Bombenbasteln die Langweile vertreiben. Als „eine würdige deutsche Antwort auf ‚American Beauty’“ bezeichnete der „Spiegel“ den Film. Friedvoller vollzieht sich der Niedergang der Familie im ersten Gsponer/Buresch-Langfilm „Rose“. In dieser ernsthaften Komödie um eine Sponti-Mutter, ihre drei fast erwachsenen Söhne und einen völlig abwesenden Vater, sind die „So-lange-du-deine-Füße-unter-meinen-Tisch“-Zeiten zwar längst vorbei, doch den Ton in ihrer scheinbar basisdemokratisch organisierten Villa Kunterbunt gibt die von Corinna Harfouch überragend gespielte Hauptfigur an – oder sie versucht es zumindest. Die zwei Filme haben alle erdenklichen Preise abgeräumt. Zu Recht. Der Kinofilm „Das wahre Leben“, der Hannah Herzsprung den Deutschen Filmpreis und Katja Riemann den Bambi bescherte, ist der beste deutsche Film 2007. Falsch vermarktet, floppte er an der Kinokasse. Und die Programmplaner der ARD machten es nicht viel besser, indem sie den „Polizeiruf“ im Windschatten des noch blutigeren RTL-Thrillers „Das Jüngste Gericht“ sendeten. 

      Rainer Tittelbach


      "Polizeiruf 110 – Wie ist die Welt so stille"
      BR / Porträt / Krimi
      EA: 13.4.2008, 20.15 Uhr (ARD)
      Mit Edgar Selge, Michaela May, Nadja Bobyleva, David Rott, Janina Stopper und Martin Wißner
      Drehbuch: Alex Buresch, Alain Gsponer
      Regie: Alain Gsponer
      Produktionsfirma: d.i.e. film gmbh



      Folgende Artikel könnten Sie interessieren

      • Rose (Fernsehfilm)
      • Das wahre Leben (Porträt)
      • Polizeiruf 110: Taubers Angst (Reihe)


      Drucken Senden Kommentieren

      Mediadaten
      Informationen für Sponsoren und Werbekunden
      Spenden mit Paypal

       

    • Startseite
    • > Programm <
      • Fernsehfilm
      • Reihe
      • Mehrteiler
      • Serie
      • Kino-Koproduktion
      • Interview
      • > Porträt <
      • Kurztipps
    • Exklusiv
      • Interview
      • > Porträt <
      • News
      • Analyse
      • Drehbericht
    • Bonusmaterial
      • Toplisten
      • Was andere schreiben
      • Web-Tipps
      • Soundtrack
      • DVD-Tipps
      • Dancing DJ Roger
    • Intern
      • Über mich
      • Sehen, was sich lohnt
      • Glossar
      • Mediadaten
      • Angebote
      • Datenschutz
      • Kontakt
      • Gästebuch
      • Impressum
    • Februar-Highlights

      • Koeberlin
        Foto: ZDF
      • ALLE TOP-TV-Filme des Monats auf einen Blick. Über 30 Fiktion-Premieren, sehr gute Reihen-Krimis, kein schwacher "Tatort", Top Wiederholungen! Foto: Matthias Koeberlin im Film des Monats "Die Braut im Schnee". Erinnerungshilfe per Newsletter?

    • "Der letzte Bulle" 3

      • Baum
        Foto: Sat 1
      • Der mit dem Bauch denkt: Mick Brisgau. Henning Baum ist und bleibt "Der letzte Bulle" (Sat 1, ab 6.1.). Die Neuerungen in Staffel 3!

    • Highlight 2012

      • Papa & die Kids
        Foto: WDR
      • Die Mutter hat sich umgebracht. Wie kann das die Restfamilie verkraften? "Der letzte schöne Tag" von Dorothee Schön und Johannes Fabrick. Mit Wotan Wilke Möhring, Matilda Merkel und Nils Julius Schuck. Den Film sahen 5,70 Millionen Zuschauer.

    • Tittelbach DVD-Tipp

      Barfuß bis zum Hals Die Hebamme – Auf Leben und Tod Klimawechsel Tatort - Reifezeugnis
    • ttv: meist gelesen

      • Jonas Nay
        Foto: NDR
      • Die Kritik zum Medien-Drama "Homevideo" (NDR/Arte) ist mit großem Abstand der meist gelesene Text auf tittelbach.tv. Foto: Jonas Nay. Die weiteren Klick-Highlights (Stand: 18.1.):
         

        •  2. "Es war einer von uns" (ZDF/Arte)
        •  3. "Sie hat es verdient" (Degeto)
        •  4. "Die letzte Spur – Alexandra 17 Jahre" (Sat 1)
        •  5. "Schreie der Vergessenen" (Pro Sieben)
        •  6. "Borgia" (ZDF)
        •  7. "Pilcher: Vier Frauen" (ZDF)
        •  8. "Ausgerechnet Sex" (Sat 1)
        •  9. "Keine Angst" (WDR)
        • 10. "Der Duft von Holunder" (Degeto)
    • "Tatort" Dortmund

      • Aylin Tezel
      • Glücksgriff: Aylin Tezel gehört zum neuen "Tatort"-Team des WDR – Schauplatz Dortmund. Mit dabei Jörg Hartmann & Anna Schudt. Der Star ist das Team!

    • TV-Perlen auf DVD

      • DVD-Cover
      • Jetzt neu: DVD-Tipps. Die besten
        TV-Filme, die besten Krimis, die besten kleinen Kinofilme, einige Top-Serien der letzten Jahre. Dazu Kritiken, Trailer & Tags zu Genre, Themen und "Stimmungen".

    • Kalender

    • Kaufen bei

      Kaufen bei
      und tittelbach.tv unterstützen

    • Top Premieren

      Highlights bis zum 06.02.2012
      1. „Tatort – Kein Entkommen“  (ARD, 05.02.)
      2. „Mord in Ludwigslust“  (ZDF, 06.02.)
      3. „Tsunami – Das Leben danach“  (ZDF, 05.02.)
      4. „Danni Lowinski (Staffel 3)“  (Sat 1, 06.02.)
      5. „Der letzte Bulle (Staffel 3)“  (Sat 1, 06.02.)
    • Top Wiederholungen

      Highlights bis zum 05.02.2012
      1. „Der kalte Himmel“  (WDR, 04.02.)
      2. „Der Bibelcode“  (Sixx, 05.02.)
      3. „Familie macht glücklich“  (ZDF neo, 05.02.)
      4. „Liebe nach Rezept“  (Eins Festival, 05.02.)
      5. „Leroy“  (ZDF-Kultur, 06.02.)
    • Facebook

    • "Wanderhure" Teil 2

      • Neldel
        Foto: Sat 1
      • Nach dem Überraschungserfolg "Die Wanderhure" zeigt Sat 1 am 28.2. die Fortsetzung "Die Rache der Wanderhure" mit Alex Neldel

    • Phantasie-Reisen

      • Galerie Werkstatt der Träume
      • Radierungen, Galerie und Shop

    • Tittelbach empfiehlt

    • Kino-Klassiker 02/12

      • "Nackt unter Leder"
        Foto: ZDF
      • Mach dir dein Programmkino! Filmgeschichte & Kultkino werden im Programm versteckt. Deshalb präsentiert tittelbach.tv jeden Monat die Alltime Classics. Finden, was Sender verstecken: z.B. Pop-Ikone Marianne Faithfull im Kultfilm "Nackt unter Leder"

    • Ferien-Gutshof OH

      • Ferien-Gutshof Tittelbach
      • Relaxen nahe der Ostsee-Küste

    • Folge uns über

      FacebookTwitterRss Feed
    • © 2012 Rainer Tittelbach