„Warum ist es oft so eine große Qual, durch die Texte zu kommen? Warum lassen sie sich so schwer lernen?“ Irgendwann hatte Maximilian Krückl die Antwort: „So redet einfach keiner.“ Der Schauspieler indes glaubt, die Sprache und die Menschen zu kennen. „Ich weiß, wie die ticken.“ Und so setzte er sich selbst hin und schrieb. Zum Beispiel: "Der Ruf der Berge". Ein Vehikel für das Urgestein Siegried Rauch – heimatverbunden, menschelnd, gemütlich.
Er war 58 Folgen lang der Bergwachtler Alois in der Serie „Wildbach“. Für die Melodramen vom „Wilden Kaiser“ zog er den Talar über und machte ein frommes Gesicht. Und für Ruth Drexel schrieb er den Miss-Marple-Verschnitt „Agathe kann’s nicht lassen“. Wer bayerisch eingefärbte Unterhaltung mag, der kennt das Gesicht von Maximilian Krückl unweigerlich. In der Branche, zumindest im weißblauen Teil der Republik, wird sein Name auch als Drehbuchautor immer geläufiger. Für Maximilian Schell textete er „Alles Glück der Erde“ und für das „Traumhotel“ wagte er sich ausnahmsweise heraus aus seinen geliebten Bergen.
„Warum klingen viele Drehbücher so sehr nach Papier?“, fragte sich Max Krückl. „Warum ist es oft so eine große Qual, durch die Texte zu kommen? Warum lassen sie sich so schwer lernen?“ Irgendwann hatte er die Antwort: „So redet einfach keiner.“ Krückl indes glaubt, die Sprache und die Menschen zu kennen. „Ich weiß, wie die ticken.“ Und so setzte er sich selbst hin und schrieb. Natürlich etwas Bayerisches. „Durch den Dialekt bekommen die Filme für mich etwas Heimisches und Authentisches“, sagt er. Die Alpenregion ist seine Heimat. Und seine geistige Heimat, das sind Autoren wie Thoma, Anzengruber oder Kroetz. Schade, dass davon nur gelegentlich bei „Agathe“ etwas aufblitzte. „Der Ruf der Berge“ ist dagegen ein Lassie-Stoff für die ganze Familie – Augenzwinkern Fehlanzeige. Strikt hält sich Krückl an die Degeto-Vorgaben. Und so schrieb er Siegfried Rauch den Hundeflüsterer auf den vom Wetter gegerbten Leib oder lässt für die Jüngeren ein Hot-Pants-Girlie über die Wiesen tollen. „Ich mache meine Geschichten so, dass sich auch meine Kinder und meine Mama die Filme gern anschauen“, betont er. Warum müsse immer rumgeballert werden? „Ich mag es lieber, wenn es menschelt, gemütlich ist und sich die Zuschauer wohl fühlen.“ (Text-Stand: 16.12.2005)
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