Zieglerfilm präsentiert die Ausnahme-Serie vorab auf DVD
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Die Nachdenklichkeit, die Tauber gleich zu Beginn beschleicht, der Widerwille gegen diesen Fall, in dem er und seine Kollegin unter dem Druck der Öffentlichkeit und ihrer eigenen Psyche selbst zu Monstern werden, diese Nachdenklichkeit könnte auch den Zuschauer beschleichen: Ist es die mediale Inflation des Mordens, die immer größere TV-Perversitäten hervorbringt? Oder ist es die Wirklichkeit, die solche Geschichten erzwingt? mehr
Dominique Horwitz liebt nicht nur den Wechsel zwischen großen und kleinen Rollen und zwischen den Genres, souverän jogliert der singende Mime auch zwischen den Künsten. In "Küss mich, Tiger!" ist der gebürtige Franzose in einer gelungenen Komödie gelandet. Andere renommierte Kollegen sind dabei, Ochsenknecht, Rudnik, Sattmann, alle überzeugen, alle greifen stärker in die Handlung ein, und doch ist es Dominique Horwitz' "Duxi", an den sich der Zuschauer erinnern wird, wenn er den Film selbst schon längst vergessen hat. mehr
“Sie können ruhig sagen, Schmonzette”, sagt Jaenicke. Seinen Robert-Redford-Klon hat er dennoch gern gespielt. “Ich kann Typen, die sich mehr mit Tieren beschäftigen als mit Menschen, gut verstehen.” Der Schauspieler ist ein Getriebener, ein Abenteurer, ein Quartal-Aussteiger. Um sich dieses Leben zu leisten, muss er ab & zu schlechte Rollen spielen. mehr
„Ich würde niemals behaupten, ich sei fähig, einen Film zu tragen“, sagte Anna Maria Mühe unlängst auf ihr Herzensprojekt „Novemberkind“ bezogen. Im „Tatort“ aus Köln befindet sie sich entsprechend in Obhut zweier gestandener Mannsbilder. Und doch wird man sich an den gespenstisch guten Auftritt der 23-jährigen Schauspielerin in dem stilsicheren Mystery-Krimi aus Köln länger erinnern als an den Krimifall. mehr
Filmogen und das ideale Komödien-Gesicht: Nach "Shoppen", "Allein unter Bauern" und "Doctor's Diary" überzeugt Julia Koschitz nun im „Messie“-Wohlfühlfilm „Woran dein Herz hängt". Nach Christoph M. Ohrt wird an ihrer Seite jetzt Oliver Mommsen verrückt. mehr
Der Ausdruck verloren, das Wesen verhuscht, die Sprache ihrer Figuren oft vernuschelt. So spielte Julia Hummer Anfang der 00er Jahre Problem-Teenager und Außenseiter. Ein Reisentalent, das aber nie große Ambitionen auf eine Schauspielkarriere hatte. Petzolds preisgekröntes Road-Movie-Politdrama “Die innere Sicherheit” ist ihr bester Film. Sie spielt eine Tochter, die unter ihren ruhelosen Ex-RAF-Eltern leidet und sesshaft werden will. mehr
Dominik Graf ist eine Institution innerhalb der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Ein Regisseur, der gerne Neues ausprobiert und Probleme mit der gängigen political correctness hat. Ein unbestechliche Realist, dessen Heimat der Polizeifilm ist. "Der scharlachrote Engel" mit Edgar Selge und Nina kunzendorf ist ein Juwel der Münchner "Polizeiruf"-Reihe. mehr
Ob als Nutte, Neurotikerin oder nettes Mädel – Meret Becker liefert gerne mal etwas Extravagantes ab. Direkt, physisch, mit großer Uberzeugungskraft ist ihr Spiel, frech der Blick. Sie fasziniert, weil sie und ihre Figuren den Zuschauer auf ihre Seite ziehen, mal chaotisch, mal gefühlvoll, mal burschikos, mal verführerisch. "Diamanten küsst man nicht" ist zwar nicht mit ihren Kino-Komödien vergleichbar, dennoch ist sie launig nostalgisch! mehr
Egal ob Alt-68er, 78er oder „Generation Golf“ – Daniel Nocke lässt seine Figuren kreisen in festgefahrenen Familien- und Gruppensituationen und den eigenen Gehirnwindungen. „Sie haben Knut“ wirft einen nostalgiefreien Blick auf die selbst ernannten Öko- und Politaktivisten der 70er Jahre. Auf einer Skihütte bahnt sich im Winter 1983 der Abgesang einer alternativen Szene an. Mit dabei: Devid Striesow, Alexandra Neldel und Daniel Nocke selbst! mehr
Sie hat schon so manches Rührstück vor dem Absturz bewahrt – mit ihren blauen Augen und ihrer natürlichen Frische. Der Hauch Grace Kelly, den ihr Gesicht verrät, kommt stärker auf Fotos zu tragen, im Film wirkt sie eher wie die nette Frau von nebenan. Nach "Die Gustloff" oder "Mogadischu" ist der ehemalige Soap-Star wieder im ganz leichten Fach gelandet. Dabei spielt sie klein gegen das große Banale an. Perfekt beherrscht sie jene leichte, beiläufige Spielart, mit der sie die Klischees der Handlung mit der Aura des Alltäglichen auflädt. mehr
Ob im Arztkittel oder in der Soutane – Francis Fulton-Smith lockt stets ein Millionenpublikum vor den Bildschirm. Der Bayer mit englischem Pass, der mit renommierten TV-Stücken wie „Café Meineid“ oder „Deutschlandlied“ begann, hatte die letzten Jahre die leichtgewichtige Unterhaltung im Auge. Auch „Ein Paradies für Pferde“ passt ganz in dieses Bild. mehr
Gute Sitcom-Autoren gibt es wenige hierzulande. Einer von ihnen ist Bora Dagtekin („Doctor’s Diary“). Zum Auftakt der dritten und letzten Staffel von „Türkisch für Anfänger“ steht der 30Jährige Rede & Antwort. WDR wiederholt die letzten Folgen der 3. Staffel mehr
„Warum ist es oft so eine große Qual, durch die Texte zu kommen? Warum lassen sie sich so schwer lernen?“ Irgendwann hatte Maximilian Krückl die Antwort: „So redet einfach keiner.“ Der Schauspieler indes glaubt, die Sprache und die Menschen zu kennen. „Ich weiß, wie die ticken.“ Und so setzte er sich selbst hin und schrieb. Zum Beispiel: "Der Ruf der Berge". Ein Vehikel für das Urgestein Siegried Rauch – heimatverbunden, menschelnd, gemütlich. mehr
Regisseur Alain Gsponer und der Drehbuchautor Alex Buresch sind das neue Traumpaar des deutschen Films. Nach "Rose" mit Corinna Harfouch erzählen sie in der Tragikomödie „Das wahre Leben“, wie sich eine gut situierte Familie nach und nach von innen auflöst. mehr
Er könne all die immergleichen Fragen nicht mehr hören, sagte Loriot. Deshalb montierte Klaus Michael Heinz zum 85. aus alten Interviews und den größten Lacherfolgen des Meisters die ebenso launige wie informative Collage „Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow genannt Loriot“ – ohne Kommentar und ohne gefühliges Geburtstagspathos. mehr
Ein wunderbarer Film über die kleinen Leute ist Bernd Böhlich mit „Du bist nicht allein“ gelungen. Nach 15 Jahren Fernsehen wollte der zweifache Grimme-Preisträger mal dagegen halten. „Ich musste mir erst den Frust von der Seele schreiben“, erinnert er sich. mehr
Fritzi Haberlandt, 34 Jahre alt, geboren in Berlin Ost, zeigte ihre Klasse zunächst auf dem Theater. „Schön sein können andere besser“, sagt sie selbst und lächelt ihr zweideutiges Lächeln. Sie ist keine Frau für den Mainstream. Umso überraschender, dass nach dem Kino nun auch verstärkt das Fernsehen um „Die Merk-Würdige“ buhlt. mehr
Die gebürtige Bonnerin Silke Bodenbender ("Mitte 30") ist ein Gesicht, das man sich längst gemerkt haben sollte. Nach dem Deutschen Fernsehpreis ist sie in der Branche in aller Munde. Eine zweite Veronica Ferres aber wird aus der hoch talentierten und klarsichtig klugen Schauspielerin gottlob nicht werden. mehr
Diese unnachahmlichen Blicke. Mal der Liebreiz in Person, dann eine Coolness, in die sich alles mischen kann: Verachtung, Unsicherheit, Leidenschaft. Ina Weisse, die sich mit ihren 41 Jahren erst langsam in den Fokus der professionellen Betrachter schiebt, ist keine, die sich aufdrängt. Gegen sie haben alle 1-A-Mimen im Lars-Becker-Melodram „Die Weisheit der Wolken“ einen äußerst schweren Stand. mehr
Friedemann Fromm gehört zur Generation der kreativen Kopfarbeiter im deutschen Fernsehen. Qualität und Quote sowie Krimigenre und Sozialkritik versöhnt er immer wieder in seinen Filmen. Mit seinem vierten Bayern-„Tatort“, einem spannenden Thriller um Todesspritzen und Pflegenotstand, ist ihm ein außergewöhnlicher Krimi gelungen. mehr