Ausgerechnet Katharina Wackernagel ist nun auch als Kommissarin zu sehen: Sie, die seit der ARD-Vorabendserie „Tanja“ vor allem in Rollen mit sozialem Anspruch überzeugte. Höhepunkt eines zehnjährigen Karrierewegs war „Contergan – Eine einzige Tablette“, der Zweiteiler um den größten Medikamentenskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte. mehr
Sie hat schon so manches Rührstück vor dem Absturz bewahrt – mit ihren blauen Augen und ihrer natürlichen Frische. Der Hauch Grace Kelly, den ihr Gesicht verrät, kommt stärker auf Fotos zu tragen, im Film wirkt sie eher wie die nette Frau von nebenan. Nach "Die Gustloff" oder "Mogadischu" ist der ehemalige Soap-Star wieder im ganz leichten Fach gelandet. Dabei spielt sie klein gegen das große Banale an. Perfekt beherrscht sie jene leichte, beiläufige Spielart, mit der sie die Klischees der Handlung mit der Aura des Alltäglichen auflädt. mehr
Ein wunderbarer Film über die kleinen Leute ist Bernd Böhlich mit „Du bist nicht allein“ gelungen. Nach 15 Jahren Fernsehen wollte der zweifache Grimme-Preisträger mal dagegen halten. „Ich musste mir erst den Frust von der Seele schreiben“, erinnert er sich. mehr
Ob im Arztkittel oder in der Soutane – Francis Fulton-Smith lockt stets ein Millionenpublikum vor den Bildschirm. Der Bayer mit englischem Pass, der mit renommierten TV-Stücken wie „Café Meineid“ oder „Deutschlandlied“ begann, hatte die letzten Jahre die leichtgewichtige Unterhaltung im Auge. Auch „Ein Paradies für Pferde“ passt ganz in dieses Bild. mehr
“Sie können ruhig sagen, Schmonzette”, sagt Jaenicke. Seinen Robert-Redford-Klon hat er dennoch gern gespielt. “Ich kann Typen, die sich mehr mit Tieren beschäftigen als mit Menschen, gut verstehen.” Der Schauspieler ist ein Getriebener, ein Abenteurer, ein Quartal-Aussteiger. Um sich dieses Leben zu leisten, muss er ab & zu schlechte Rollen spielen. mehr
Friedemann Fromm gehört zur Generation der kreativen Kopfarbeiter im deutschen Fernsehen. Qualität und Quote sowie Krimigenre und Sozialkritik versöhnt er immer wieder in seinen Filmen. Mit seinem vierten Bayern-„Tatort“, einem spannenden Thriller um Todesspritzen und Pflegenotstand, ist ihm ein außergewöhnlicher Krimi gelungen. mehr
Die gebürtige Bonnerin Silke Bodenbender ("Mitte 30") ist ein Gesicht, das man sich längst gemerkt haben sollte. Nach dem Deutschen Fernsehpreis ist sie in der Branche in aller Munde. Eine zweite Veronica Ferres aber wird aus der hoch talentierten und klarsichtig klugen Schauspielerin gottlob nicht werden. mehr
Filmogen und das ideale Komödien-Gesicht: Nach "Shoppen", "Allein unter Bauern" und "Doctor's Diary" überzeugt Julia Koschitz nun im „Messie“-Wohlfühlfilm „Woran dein Herz hängt". Nach Christoph M. Ohrt wird an ihrer Seite jetzt Oliver Mommsen verrückt. mehr
Die Nachdenklichkeit, die Tauber gleich zu Beginn beschleicht, der Widerwille gegen diesen Fall, in dem er und seine Kollegin unter dem Druck der Öffentlichkeit und ihrer eigenen Psyche selbst zu Monstern werden, diese Nachdenklichkeit könnte auch den Zuschauer beschleichen: Ist es die mediale Inflation des Mordens, die immer größere TV-Perversitäten hervorbringt? Oder ist es die Wirklichkeit, die solche Geschichten erzwingt? mehr
Wenn Natürlichkeit im deutschen Fernsehen ein Gesicht hat, dann heißt es Lisa Martinek. Die Serie ihrer Hauptrollen eröffnete sie 2001 mit dem schwarzhumorigen Thriller „Der Mann von nebenan“. Vier Frauen machen mit einem sadistischen Nachbarn (Axel Milberg) kurzen Prozess. Weil das Sat-1-Movie bei Zuschauern wie Kritikern gleichermaßen gut ankam, steht heute mit „Der Mann von nebenan lebt!“ der Nachfolgefilm auf dem Programm. mehr
Jule Ronstedt hat ein komisches Talent. Ihr wacher Blick, ihre großen blauen Augen, ihr Lächeln prädestinieren sie fürs Wohlfühlgenre. Sie ist oft die Frau zum Pferdestehlen, mit der sich ihre Filmmänner durchaus auch einen anderen Zeitvertreib vorstellen können. mehr
Kein Monat, in dem Matthias Brandt nicht in einer außergewöhnlichen Rolle zu sehen ist. Der Sohn von Willy Brandt, dem ausgerechnet als Kanzleramtsspion Guillaume der Durchbruch gelang, ist der Darsteller des Normalen, des Unauffälligen, des Bescheidenen. mehr
Dominik Graf ist eine Institution innerhalb der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Ein Regisseur, der gerne Neues ausprobiert und Probleme mit der gängigen political correctness hat. Ein unbestechliche Realist, dessen Heimat der Polizeifilm ist. "Der scharlachrote Engel" mit Edgar Selge und Nina kunzendorf ist ein Juwel der Münchner "Polizeiruf"-Reihe. mehr
Regisseur Alain Gsponer und der Drehbuchautor Alex Buresch sind das neue Traumpaar des deutschen Films. Nach "Rose" mit Corinna Harfouch erzählen sie in der Tragikomödie „Das wahre Leben“, wie sich eine gut situierte Familie nach und nach von innen auflöst. mehr
Gute Sitcom-Autoren gibt es wenige hierzulande. Einer von ihnen ist Bora Dagtekin („Doctor’s Diary“). Zum Auftakt der dritten und letzten Staffel von „Türkisch für Anfänger“ steht der 30-Jährige Rede und Antwort. Der Bayerische Rundfunk wiederholt die Serie ab dem 28. Dezember 2009, werktäglich, 13.40 Uhr, jeweils zwei Folgen hintereinander. mehr
Ein Mann erleidet einen Schlaganfall. Folge: völlige Amnesie. Seine Frau hilft ihm dabei, sein Gedächtnis wieder zu finden. Doch der Mann erinnert sich nicht. Eine großartige Geschichte um Amnesie und verdrängte Ideale hat sich Christian Jeltsch da ausgedacht hat. mehr
Er könne all die immergleichen Fragen nicht mehr hören, sagte Loriot. Deshalb montierte Klaus Michael Heinz zum 85. aus alten Interviews und den größten Lacherfolgen des Meisters die ebenso launige wie informative Collage „Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow genannt Loriot“ – ohne Kommentar und ohne gefühliges Geburtstagspathos. mehr
Was macht eigentlich Grimme-Preisträgerin Katrin Bühring, fragt man sich anlässlich der Wiederholung des Steuerhinterziehungsdramas "Eine Hand schmiert die andere", in der sie ihre erste Hauptrolle spielte? Das Porträt von damals zu lesen, kann aufschlussreich sein. mehr
Volker Bruch ist auf dem besten Wege ein ganz Großer zu werden. Im Kinofilm „Baader Meinhof Komplex“ ist er als Stefan Aust zu sehen, mit Sophie Marceau stand er in „Les femmes de l’ombre“ vor der Kamera und sogar Hollywood holte ihn für „Der Vorleser“ mit Kate Winslet. Auch sein neues TV-Stück schließt an seine Filmografie der ernsthaften Ereignisse an. „Einer bleibt sitzen“ erzählt von Freundschaft, Liebe und Lüge. mehr
Oliver Storz versteht seinen Film als „einen Blick hinter die Kulissen einer bürgerlichen Wohlanständigkeit in das Dunkel des Verbotenen“. Der Pionier des deutschen Fernsehspiels zwingt Karoline Eichhorn, Stefan Kurt und Matthias Brandt in ein Kammerspiel um Verdrängung und Aufbruch. Storz ist ein Anhänger der Dramaturgie der alten Schule, die sich am szenischen Spiel orientiert. Diese Ästhetik ist heute gewöhnungsbedürftig, seine Geschichten sind es nicht... Eine Würdigung zum 80. Geburtstag. mehr