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"Durch Liebe erlöst" ist ein aufwändiger Zweiteiler nach Hedwig Courths-Mahler, der die Liebesgeschichte zwischen einem Grafen und einer herzensguten Bürgerstochter mit stimmiger Melodramatik, größter Präzision und exquisiter Besetzung adelt. Ein Rühstück wie es sein muss. Kamera, Lichtdramaturgie und Ausstattung sind ein Fest für die Augen. mehr
Im Mittelpunkt des Vierteilers steht das soziale Leben, das Ränkespiel zwischen Klerus und weltlichen Machthabern, der Kampf um Ländereien, um Privilegien, ums Überleben. Immer wieder wird das erzählerische Augenmerk auf den Kuhhandel zwischen den Institutionen der Gesellschaft gerichtet. Da wird gekungelt, intrigiert oder mit Machtgebärden und einer langen Blutspur Politik betrieben. Der Mythos des Mittelalters und dessen Geschichte wird herunter gebrochen auf die Schicksale Einzelner. Auch wer das Buch nicht kennt, wird sich nach einer Weile zurechtfinden in dem handwerklich überzeugenden 40-Millionen-"Event-Movie". mehr
Der Befund: die deutsche Komödie macht sich langsam. In "Der Doc und die Hexe" bekommt es eine Alternativheilerin mit einem verbohrten Schulmediziner zu tun. Intrige und Liebe, Operation am offenen Herzen und einen tragischen Unterton, Witz, Ironie & Screwball-Touch unter einen Hut zu kriegen – das gelingt Vivian Naefe & Autorin Gerlinde Wolf überraschend gut. Das Befinden nach zwei Fernsehabenden: der Patient, äh, Zuschauer ist wohlauf! mehr
„Warum ziehen Männer in den Krieg, warum können sie ohne Krieg nicht leben?“ Frauen und Männer, Leben und Tod, Liebe und Hass, Krieg und Frieden – universale Gegensatzpaare treiben die Geschichte(n) an, doch am Ende obsiegt die Freundschaft über die Feindschaft, die Vergebung über die Rache, das Mitgefühl über die Ignoranz. Die dritte große Verfilmung von „Krieg und Frieden“ erzählt von großer Zeitgeschichte und kleinen Scharmützeln. mehr
Sittenbild, Familienchronik, Drama, Liebesfilm, Erfolgsstory, Emanzipationsgeschichte – ein Dreiteiler steckt voller Chancen und Bürden. „Die Rebellin“, in Rekordzeit von einem Jahr entwickelt und gedreht, nutzt seine Möglichkeiten: die Story vom Siegeszug des Fernsehens fasziniert und lässt über die konventionelle Machart hinwegsehen. Neldel überzeugt! mehr
Der 11 Millionen Euro schwere ZDF-Dreiteiler über die deutsche Unternehmerfamilie ist eine große Enttäuschung - und der Film kommt 30 Jahre zu spät. Das groß angekündigte TV-Event sieht bisweilen aus wie eine überdimensionierte Seifenoper aus der Welt des hüftsteifen Großbürgertums, in dem sich altbackene Dramaturgie und theatrales Spiel unsinnlich vereinen. Ein Film ohne Haltung. Im Falle Krupp aber kann es mit einer küchenpsychologisch angereicherten Chronik der laufenden Ereignisse nicht getan sein. mehr
Es braut sich was zusammen. Die Vorwehen einer Katastrophe zeichnen sich früh ab. Doch keiner will dem Helden glauben, dass sich ein Tornado auf Berlin zubewegt. Dramaturgisch vorhersehbar, filmisch perfekt, stark besetzt. Vergnügliches Popcorn-Pantoffelkino. mehr
“Die Kirschenkönigin” ist ein Frauenporträt auf dem politischen Hintergrund des letzten Jahrhunderts, in dem “dem lieben Gott einiges schwer daneben gegangen ist”. Es ist ein opulenter, episch erzählter Dreiteiler, wie er selten geworden ist im deutschen Fernsehen. Stark besetzt, frisch & vital gespielt und inszeniert. Kein Fall für die "Süßstoffdebatte"! mehr
Als „eine Parabel auf das geteilte Deutschland und seine Wiedervereinigung“ bezeichnet der Autor und Regisseur Friedemann Fromm sein dreiteiliges Doku-Drama „Die Wölfe“. Ein Panorama vom Kriegsende bis zum Mauerfall zu spannen und die Geschichte Berlins zu erzählen – das war die Aufgabenstellung für das Sechs-Millionen-Euro-Projekt, das in der Zeitgeschichte-Redaktion von Guido Knopp angesiedelt ist. Formale Forderung: erfundene Figuren, keine Zeitzeugen, kein Kommentar, aber Filmausschnitte aus der Zeit. mehr
Der Zweiteiler „Die Grenze“ begnügt sich gut 20 Jahre nach dem Mauerfall einmal nicht mit dem „So war’s“, sondern entwickelt ein „Was wäre, wenn“-Szenario. Was wäre, wenn das Auseinanderdriften von Arm und Reich in Deutschland zu sozialen Unruhen führt? Was, wenn ein neuer Demagoge kommt und die bürgerlichen Parteien ihre Basis verlieren? Christoph und Friedemann Fromm haben mit Ironie & Hochspannung ein solches Szenario entworfen. mehr
Auslandsadoption als letzte Hoffnung. Es ist ein holpriger Paarlauf von der deutschen Bürokratie bis zu den fragwürdigen Adoptionspraktiken Südamerikas, in dem stimmig ein gesellschaftlich virulentes Thema und eine emotionsreiche Paar-Geschichte erzählt werden. Ein Happy End ist keineswegs vorprogrammiert. Die Stärken des Zweiteilers liegen im Detail. Die grobe Geschichte folgt der Logik des Alltags und den Gefühlslagen des Paares. mehr
Zwischen Parabel und Psychodrama, Abenteuerfilm und philosophischem Diskurs segelt der Zweiteiler auf hohem handwerklichem Niveau. Britisch-realistischer Look, kluge Buchideen & ein überragender Sebastian Koch sind die Pfunde dieses "Seewolfs" (2. Teil 21.45 Uhr). mehr
Die Ferres darf sich mal so richtig austoben. Als "Patin" jettet sie durch die große weite Welt des organisierten Verbrechens. Mit den Waffen einer Frau, aber auch mit Revolver im Anschlag und MG um die Schultern kämpft sie sich durch. Mutti mutiert zu Lara Croft. mehr
Ein Serienmörder geht um in Wien. „Das jüngste Gericht“ ist ein Mystery-Thriller, der wuchtig und brachial zu Werke geht wie die Hauptfigur. Dorn ist ein Straßenköter, ein Instintbulle, der agiert, als habe er „die Lizenz zum Töten“. Moretti: „Er ist ein aufgeriebener Mensch, dessen Lebens-Puzzle auseinander gefallen ist.“ (Teil 2 am 14.12., 1.00 Uhr) mehr
Der Vierteiler "Liebesau – Die andere Heimat" war 2002 der erste fiktionale Versuch des ZDF, sich umfassend an die Geschichte der DDR zu wagen. Wie schon bei "Heimat" oder "Klemperer" sucht der Autor Peter Steinbach die Wahrheit im Kleinen, im Alltäglichen. mehr
Geht im 1. Teil von „Vulkan“ noch alles seinen Event-Zweiteiler-erprobten Gang mit der finalen Evakuierung des Dorfes, so entwickelt sich Teil 2 weg vom optimistischen Helden-
Epos zu einem zwischenzeitlich ungemein düster-pessimistischen Endzeit-Szenario. mehr
Die Seele ist kein Organ, Psychologen sind keine Halbgötter hinter der Couch. „Kein Wunder, dass das Fernsehen sie noch nicht entdeckt hat“, erkennt Autorin Gabriela Sperl. „Das Fernsehen lebt von Sicherheit, von der Versicherung, dass alles gut wird, dass das Kaputte wieder heil zu machen ist.“ Der Zweiteiler löst diesen Widerspruch vielschichtig auf. mehr
Der Zweiteiler erzählt in zwei sehr unterschiedlichen Teilen von der Campingplatz-Katastrophe, die sich 1978 nahe der spanischen Stadt Tarragona ereignete. 215 Urlauber fanden den Tod, nachdem ein mit Flüssiggas gefüllter Tankwagen ins Schlingern geriet und auf einem vorwiegend von Deutschen besuchten Campingplatz explodierte. mehr
Wen wundert es, dass Pro Sieben nach dem Erfolg seines Remakes der „Schatzinsel“ nun auch Jack Londons „Seewolf“ wiederentdeckt hat. Und der Sender ist nicht der einzige. Auch die Tele München, die den TV-Klassiker einst produziert hatte, befindet sich in der Postproduktion einer „Seewolf“-Verfilmung fürs ZDF. Dem Pro-Sieben-Film gerichtlich den Titel zu untersagen, gelang nicht. So gibt es zwei „Seewölfe“ innerhalb eines Jahres. mehr
Schon mehrfach sind die letzten Tage der DDR fürs Fernsehen verfilmt worden. „Wir sind das Volk – Liebe kennt keine Grenzen“ unternimmt den Versuch, die Ereignisse von 1989 aus einer globalen, zeithistorischen Perspektive zu betrachten. Seit „Nikolaikirche“ ist dies der erste große Fernsehfilm, der sich ausführlich mit dem Widerstand in der DDR beschäftigt. Regisseur Thomas Berger und Autorin Silke Zertz haben sich viel vorgenommen. mehr
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