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Erzählt wird die Geschichte des anglikanischen Bischofs Jo, der in Südafrika für soziale Gerechtigkeit und gegen die Ausbreitung von HIV kämpft, und von Miriam, die wegen ihres Verlobten in diesem “gottlosen Land” gestrandet ist. Als der nach einem Überfall im Rollstuhl sitzt, bricht für sie eine Welt zusammen. Doch dann verliebt sie sich in den Geistlichen. mehr
Der Zweiteiler „Teufelsbraten“ von Hermine Huntgeburth zeigt, wie ein Kind durch die harte Schule des Lebens gehen muss. Die beeindruckend realistische WDR-Produktion entstand nach dem autobiografischen Roman „Das verborgene Wort“ von Ulla Hahn. Auch die Schriftstellerin musste kämpfen, um in den grauen, frauenfeindlichen 50er Jahren ein bisschen Bildung für sich zu ergattern. Grimme-Preis-gekrönt. Buch: Lothar Kurzawa mehr
Fassungslos verfolgt der Investment-Banker Jan Ottmann am 11. September 2001 die Bilder vom Anschlag auf das World Trade Center. Sein bester Freund Gregor Luckner hatte im Nordturm einen Termin. Es wäre Ottmanns Termin gewesen. Auch wenn einem in Nachrichtenbildern die legendären Einschläge ins World Trade Center noch einmal vor Augen geführt werden, die kollektive Katastrophe ist nur Katalysator für ein Einzelschicksal. mehr
„Schicksalsjahre“ folgt seiner Heldin durch drei Jahrzehnte, von 1939 bis 1957. Der Zweiteiler erzählt von Liebe und Verzweiflung, vom Krieg und vom Wiederaufbau, von der Spirale der Schuld und von deutscher Gründlichkeit und dem Marschieren im Gleichschritt vor und nach 1945. Und das tut er auf unterschiedlichste Art und Weise: romantisch, kritisch und in großen Sprüngen und vor allem als individuelle, schicksalhafte Geschichte eines weitgehend von Zufällen geprägten Lebens. Der Film sucht das Sowohl-als-auch, während er zwei entweder-oder-Gesellschaften nachzeichnet. Die Harmonie zwischen dem Streben der Heldin und der inneren Logik der Geschichte ist der Schlüssel zur Glaubwürdigkeit des Films. mehr
Ein Koloss ist dieses Flugobjekt. Majestätisch wird es ins Bild gerückt. Ein Jahr lang wurde die Hindenburg im Rechner erstellt. Als Symbol für Hitler-Deutschland, das zugleich Spielball ist der Weltpolitik, kommt es nun auf den Flachbildschirmen in die Wohnzimmer geflogen. Das sind schon eindrucksvolle Bilder. Die Geschichte aber bleibt schwerfällig wie das Titel gebende Flugobjekt. Die Liebesgeschichte funktioniert ebenso wenig wie die Dramaturgie der kleinen Räume. Und am Ende heißt es (anders als bei "Titanic"): Action statt Emotion. mehr
In “Die Rückkehr des Tanzlehrers” berührte Henning Mankell ein heikles Thema: das Verhältnis Schwedens zum Nationalsozialismus. Tobias Moretti spielt Wallander-Nachfolger Stefan Lindmann, einen schwermütigen Krebspatienten, der den Mord an seinem Mentor aufklären will. Wortkarg, bilderstark, atmospärisch und Moretti wie immer saugut. mehr
Jan Maybach gerät in die Mühlen eines „Systems“, das keine Rücksicht nehmen kann auf den Einzelnen. Gegen den Kommissar wird ermittelt – wegen Mord! Die ersten 90 Minuten kommen schwer in Gang. Der zweite Teil zieht dann die Spannungsschraube kräftig an. Doch diese mit Genreklischees überhäufte Mixtur aus US-Serie der 1980er, TV-Movie der 1990er und dem ZDF-Freitagskrimi der späten 2000er Jahre muss man schon mögen. mehr
1984, drei Freunde auf dem Sprung von der DDR in den Westen. Sie haben nur eine Chance: über Prag und Budapest nach Belgrad und dort in die Botschaft der Bundesrepublik. Der Film hält sich nicht lange mit dem Zustand der DDR auf. "Go West" erzählt die Geschichte einer Flucht, ist Abenteuerfilm, Road-Movie, Familien-Freundschafts-Drama und Action-Film zugleich – alles wohldosiert und amerikanisch perfekt zu einem packenden TV-Movie verschmolzen, dessen 180 Minuten so gut wie keine dramaturgischen Hänger kennen. Ein Weg voller Kinomythen. Straffes Buch, tolle Schauspieler, wirkungsvolle Inszenierung. mehr
Im Mittelpunkt dieses brachialen Metzel-Movies steht ein 18-jähriger Klosterschüler, der sich vom Bücherwurm zum mutigen Recken aufschwingt. Trotz deutlicher Anleihen bei “Harry Potter”, “Herr der Ringe” oder “Highlander” kommt der Film zwischen Mythenzauber und Schwertattacken nie in Fahrt. Ein kopfloser Action-Trip zwischen Gegenwart und Vergangenheit, der selbst Fantasy- und Mystery-Fans ratlos machen dürfte. mehr
Trenck ist nicht Talleyrand, Friedrich der Große nicht Bonaparte und auch “Trenck - Zwei Herzen gegen die Krone” hatte beispielsweise wenig gemein mit dem gekonnt opulenten Vierteiler “Napoleon”. Aber das Aufgebot an Charakterköpfen kann sich sehen lassen. mehr
Filme wie „Das Geheimnis der Wale“ haben ihre eigenen Gesetze. Sie wollen über ein Thema viele Millionen Zuschauer erreichen. Produzent Nico Hofmann nennt das „Erregungsfernsehen“. Das Erregungspotenzial hält sich allerdings schwer in Grenzen. Vor allem die mangelnde Feinjustierung zwischen breitem, epischem Erzählen und der dramatischen Auflösung der Szenen ist das größte Manko deses Event-Movies. mehr
„Sisi“ bewegt sich im Rahmen seiner Vorgabe souverän. Schwarzenberger & Co haben augenscheinlich Vieles richtig gemacht - zum Beispiel Martina Gedeck als „Gegenspielerin“ zu besetzen. Das Herzstück aber ist: Cristiana "Sisi" Capotondi. Die emotionale Zurichtung der Dramaturgie auf die Hauptfigur ist das (offene) Geheimnis dieses Zweiteilers, bei dem sich nur Ignoranten fragen werden, ob die Italienerin so gut wie Romy Schneider ist! mehr
"Durch Liebe erlöst" ist ein aufwändiger Zweiteiler nach Hedwig Courths-Mahler, der die Liebesgeschichte zwischen einem Grafen und einer herzensguten Bürgerstochter mit stimmiger Melodramatik, größter Präzision und exquisiter Besetzung adelt. Ein Rühstück wie es sein muss. Kamera, Lichtdramaturgie und Ausstattung sind ein Fest für die Augen. mehr
Im Mittelpunkt des Vierteilers steht das soziale Leben, das Ränkespiel zwischen Klerus und weltlichen Machthabern, der Kampf um Ländereien, um Privilegien, ums Überleben. Immer wieder wird das erzählerische Augenmerk auf den Kuhhandel zwischen den Institutionen der Gesellschaft gerichtet. Da wird gekungelt, intrigiert oder mit Machtgebärden und einer langen Blutspur Politik betrieben. Der Mythos des Mittelalters und dessen Geschichte wird herunter gebrochen auf die Schicksale Einzelner. Auch wer das Buch nicht kennt, wird sich nach einer Weile zurechtfinden in dem handwerklich überzeugenden 40-Millionen-"Event-Movie". mehr
Der Befund: die deutsche Komödie macht sich langsam. In "Der Doc und die Hexe" bekommt es eine Alternativheilerin mit einem verbohrten Schulmediziner zu tun. Intrige und Liebe, Operation am offenen Herzen und einen tragischen Unterton, Witz, Ironie & Screwball-Touch unter einen Hut zu kriegen – das gelingt Vivian Naefe & Autorin Gerlinde Wolf überraschend gut. Das Befinden nach zwei Fernsehabenden: der Patient, äh, Zuschauer ist wohlauf! mehr
„Entführt!“ mit Nina Kunzendorf und Heino Ferch erzählt ein typisches Krimisujet und ist im Rahmen des Genres doch ein ungewöhnlicher Film. Nicht zuletzt ist der Zweiteiler von Matti Geschonneck, der das Familiendrama hinter einer Geiselnahme sucht, ein ebenso spannendes wie kunstvoll verknapptes Stück Erzählfernsehen - elegant, nachhaltig, perfekt. mehr
„Warum ziehen Männer in den Krieg, warum können sie ohne Krieg nicht leben?“ Frauen und Männer, Leben und Tod, Liebe und Hass, Krieg und Frieden – universale Gegensatzpaare treiben die Geschichte(n) an, doch am Ende obsiegt die Freundschaft über die Feindschaft, die Vergebung über die Rache, das Mitgefühl über die Ignoranz. Die dritte große Verfilmung von „Krieg und Frieden“ erzählt von großer Zeitgeschichte und kleinen Scharmützeln. mehr
Sittenbild, Familienchronik, Drama, Liebesfilm, Erfolgsstory, Emanzipationsgeschichte – ein Dreiteiler steckt voller Chancen und Bürden. „Die Rebellin“, in Rekordzeit von einem Jahr entwickelt und gedreht, nutzt seine Möglichkeiten: die Story vom Siegeszug des Fernsehens fasziniert und lässt über die konventionelle Machart hinwegsehen. Neldel überzeugt! mehr
Der 11 Millionen Euro schwere ZDF-Dreiteiler über die deutsche Unternehmerfamilie ist eine große Enttäuschung - und der Film kommt 30 Jahre zu spät. Das groß angekündigte TV-Event sieht bisweilen aus wie eine überdimensionierte Seifenoper aus der Welt des hüftsteifen Großbürgertums, in dem sich altbackene Dramaturgie und theatrales Spiel unsinnlich vereinen. Ein Film ohne Haltung. Im Falle Krupp aber kann es mit einer küchenpsychologisch angereicherten Chronik der laufenden Ereignisse nicht getan sein. mehr
Am 21. September 1957 traf der legendäre Viermaster Pamir südwestlich der Azoren auf den Hurrikan Carrie. In kürzester Zeit geriet das angeblich unsinkbare Segelschulschiff in Schräglage und riss nach vierstündigem Kampf 80 Mann der Besatzung in die Tiefe. Nur sechs überlebten. Kaspar Heidelbach machte aus diesem Schock der Wirtschaftswunderjahre ein solides zweiteiliges Event-Movie nach den gängigen dramaturgischen Standards. mehr
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