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Sommer 1944. Lena Gräfin von Mahlenberg kehrt nach Ostpreußen zurück. Dort trifft sie auf ihren kranken, unversöhnlichen Vater und ihren ewigen „Verehrer“ Graf von Gernstorff. Schnell entwickelt sie ein Verantwortungsgefühl der Familientradition, dem Gut und den Bediensteten gegenüber. Doch ihre Heimat ist nicht zu retten... Handwerklich hochwertiger Event-Movie-Zweiteiler, in dem revanchistisches Gedankengut keine Chance hat. mehr
8 Millionen Euro ließ sich Pro Sieben den Zweiteiler kosten. Es wurde nicht gekleckert: Tobias Moretti, Jürgen Vogel, Dreharbeiten im thailändischen Dschungel und auf einem originalen Dreimaster der englischen Flotte. Der Aufwand hat sich gelohnt. Es ist die physisch spürbare Enge auf dem Schiff und die Ungewissheit, wann es zur Meuterei kommt, die einen als Zuschauer mitfiebern lassen. Der zweite Teil hat etwas Urwüchsig-Archaisches. mehr
Er war ein maßloser Machtpolitiker und ein karrieresüchtiger Architekt. Als Hitlers ergebener Baumeister machte Albert Speer sich einen Namen. Er war Rüstungsminister, KZ-Errichter und er veranlasste die Deportation zehntausender Berliner Juden. In die Geschichtsbücher aber ist Speer nicht als Kriegsverbrecher eingegangen, sondern als Gentleman-Nazi, als unschuldig Schuldiger... Speer zimmerte sich seinen Mythos selbst. Breloer entzaubert ihn in seinem dreiteiligen Doku-Drama auf faszinierende Weise. Ein anspruchsvoller Film. mehr
„Du musst … es verhindern … der Papst.“ Noch kann die Ex-Polizistin Johanna mit den letzten Worten ihres Vaters wenig anfangen. Zuschauer, denen Dan Browns Romane keine Bücher mit sieben Siegeln sind, kann sich dagegen schon einen Reim darauf machen... In dem ursprünglichen Zweiteiler, den Pro Sieben heute in einer Zwei-Stunden-Schnittdassung zeigt, trifft das Abenteuergenre auf die die Marktgesetze frauenaffiner Fernsehfiktion. mehr
„Der kalte Himmel“ erzählt vor allem im ersten Teil die Geschichte eines autistischen Jungen mit stimmungsvoller Sinnlichkeit. Andrea Stoll und Johannes Fabrick nehmen sich Zeit und geben dem Zuschauer die Möglichkeit, die Krankheit, die viel mit Strukturen und Mustern zu tun hat, sich visuell zu erschließen. Auch der Winter steht dieser Geschichte gut. Und ähnlich wie der Schnee legt sich der Soundtrack jener Jahre über die Szenen. Christine Neubauer sah man lange nicht so gut und passend besetzt. Emotional perfekt & ein stimmiges Zeitbild. mehr
"Russisch Roulette" erzählt von der deutschen Witwe eines zu Tode gekommenen russischen Journalisten, die in St. Petersburg einen Alptraum durchlebt. Eine klassische Thriller-Situation: eine Mutter, die ihren Sohn sucht, allein in der Fremde. Wem kann sie trauen? Handlung aus dem Setzbaukasten, eine Inszenierung ohne Atmosphäre. Nicht einmal die Genregeschichte läuft rund. Man wollte Hitchcock machen & schaffte gerade mal Reinecker anno 1970! mehr
Ein tödlicher Virus in den Händen skrupelloser Gangster. Eine Familie, eingeschneit in einem Haus und von Eindringlingen terrorisiert. Wie Ken Folletts Roman „Eisfieber“ verbindet auch der TV-Zweiteiler diese beiden Themen im typischen handlungsstarken Stil des angloamerikanischen Erzählens. Spannung und Funktionalität sind alles und Tom Schilling, Matthias Brandt & Anneke Kim Sarnau zeigen in dem ZDF-Thriller coole Klasse. mehr
Dieter Wedel erzählt in „Papa und Mama“ die Liebes- und Trennungsgeschichten "ganz normaler" Paare. „Wenn die Hälfte aller Ehen in der Großstadt geschieden werden, dann ist das ein gesellschaftliches Problem“, so der Autor-Regisseur. Wedel variiert das Thema, indem er das Personal um die Hauptakteure erweitert und die unterschiedliche Tonarten anschlägt – tragisch, komisch, tragikomisch. „Nach sieben Jahren reden Paare nur noch neun Minuten täglich miteinander“, heißt es im Film. Drei neue Gesichter holte Wedel für seinen Zweiteiler in die erste Reihe holte: Silke Bodenbender, Anna Hausburg und Maximilian Brückner. mehr
Schwester Pascalina war die erste Frau, die im Vatikan wohnen durfte. Ein weiter Weg, parallel zu politisch bewegten Zeiten. „Gottes mächtige Dienerin“ ist zu Recht ein Zweiteiler. Der Film erzählt die Geschichte einer Nonne, die die hohe Heiligkeit des Milieus auf einen bodenständigen, alltagsbezogenen Pragmatismus herunter bricht, ohne aus dem Vatikan das Wohnzimmer einer Großfamilie zu machen. Eine bewegende Geschichte, die richtige Hauptdarstellerin, ein guter Film im Rahmen des Degeto-Unterhaltungskonzepts. mehr
Der 60-minütige Presse-Zusammenschnitt von „Nils Holgerssons wunderbare Reise“, dieses schwedischen Entwicklungsromans für Kinder, ist viel versprechend. Eine ungewöhnliche Kombination aus Fantasy-Momenten und Dorf-Realismus mit Bullerbü-Reminiszenzen, aus Kindergeschichte & Selbstfindungsmär, liebevoll erzählt, ohne überwältigungsdramaturgische Anleihen bei Produktionen wie der „Unendlichen Geschichte“. Mit Justus Kammerer mehr
Und schon wieder wird ein betagter Mann Vater einer erwachsenen Tochter. Bei den Airds überschlagen sich die Ereignisse: Tod, Geburt, Liebe, Intrigen, Geldangelegenheiten, Hochzeit, Scheidung und gleich mehrere Adoptionsfälle. Pilcher verpflichtet. Aber wie schon die ersten beiden Teile bewegt sich auch "Vier Frauen: Olivias Schicksal / Lauras Glück" auf sehr britischem Edelkitsch-Niveau. Überzeugender deutsch-britischer Cast. Ein gefühlssicherer Mix aus Liebe, Leidenschaft und Familienbande, sehr szenisch und britisch in epischer Breite erzählt. Auch ohne Schnee ein Pulswärmer zur Weihnachtszeit: drei Stunden TV-Trost! mehr
Wo die Liebe hinfällt – die Heldin in dem Zweiteiler "Miss Texas" verschlägt es ins Land der Bigotterie, der Republikaner und Steak-Fetischisten. Es imponiert, wie die Deutsche den texanischen Machos den Schneid abkauft. Im zweiten Teil dominiert deutlich das Drama über das Melodram. Die Rolle wurde Natalia Wörner "auf den Leib geschrieben". mehr
Andere Zeiten, andere Völker, andere Sitten. Andere Konfliktlagen als im anderen Dreiteiler des Teams Berben/Rola/Berben, „Die Patriarchin“, werden nicht erzählt. Es sind dieselben Themen und dieselben Fallhöhen. Da ist die unbedarfte Frau, die genregemäß über sich hinauswächst. Da sind die typischen Intriganten und der Ehemann als Hassobjekt Nummer eins. Da ist der, in den sie sich verliebt, ein britischer Abenteurer, und da der gute Mensch von Tanga, der jenseits erotischer Versuchungen der Heldin mehr als ein Mal die Ehre und das Leben rettet. Aufregender als das Endprodukt waren die Dreharbeiten in Afrika. mehr
Alles dreht sich um „Love“ und „Passion“. Die Vergangenheit wirft schwere Schatten auf die Gegenwart in dieser very britishen vierteiligen Familien-Saga nach Rosamunde Pilcher. „Vier Frauen“ ist trivial in seiner stofflichen Anlage und zugleich ziemlich perfekt „geplottet“. Alles findet zueinander – jedes Herz, das füreinander bestimmt ist, jeder Handlungsstrang. Diese englischen Physiognomien, diese noblen Anwesen, diese kleinen Ausstattungsköstlichkeiten, die melodramatischen Landschaftsausflüge, der stimmige Wechsel zwischen intimen und „gesellschaftlichen“ Szenen, zwischen steifen Goldies und cooler Jugend – das alles kann durchaus beim Freund des gepflegten Melodrams positive Wirkung hinterlassen. mehr
„Harmlos wie Zuckerplätzchen“, warb vor 50 Jahren das Pharmaunternehmen Grünenthal für sein neues Beruhigungsmittel Contergan. Doch die Wirkung war verheerend. Das Mittel hatte zu starken Missbildungen bei Tausenden von Neugeborenen geführt. Dem Pharmaskandal folgte ein Justizskandal. 37 Jahre nach Prozess-Ende zu einem weiteren Rechtsskandal (um den Film) gekommen. Es wäre tragisch gewesen, wenn Adolf Winkelmanns Zweiteiler, dessen David-gegen-Goliath-Geschichte auch ein Sittenbild der 60er Jahre ist, im Giftschrank verschwunden wäre. Selten ist ein historischer Stoff mit so viel publizistischer Akribie, dramaturgischer Feinfühligkeit, Liebe zum zeitgeschichtlichen Detail bearbeitet worden. mehr
„Gewaltfrieden“ erzählt von der Geburtsstunde der Weimarer Republik. Der Erste Weltkrieg verlagert sich an die „Heimatfront“. Es ist kein Film, der sich in der Machart mit den geschichtlichen „TV-Events“ messen lassen kann und will. Hier geht es nur um Geschichte, das Geschichtenerzählen spielt keine Rolle. Das hat hat Nachteile, aber auch Vorteile: Die Autoren mussten sich nicht den Konventionen des "heldenhaften" Genreerzählens unterwerfen. Eine lebendige Geschichtsstunde, gut geeignet für den Einsatz in Schulen. mehr
Am Anfang war das Thema: Trinkwasser als lebensnotwendiger Rohstoff der Erde, als knappe Ressource, mit der sich Profit machen lässt. Dann ist da eine deutsche Familie, durch die ein Riss geht. Es gibt viele Fallen, in die ein solches deutsch-afrikanisches Projekt hätte tappen können. Christian Jeltsch, Andreas Senn und ein ausgezeichnetes Schauspieler-Ensemble nehmen alle Hürden und machen "Verschollen am Kap" zu einem packenden Stück Fernsehen in einem Genre, das man als TV-Kritiker längst aufgegeben hatte. mehr
Dr. Hope Bridges war die erste Frau, die in Deutschland ein medizinisches Staatsexamen ablegen durfte. "Dr. Hope" erzählt über mehr als 40 Jahre vom Kampf einer von Idealen beseelten Frau gegen die Männergesellschaft, von einer liberalen Streiterin für die lebenspraktischen Belange ihrer Geschlechtsgenossinnen gegen die Verhältnisse des Kaiserreichs. Liebevoll im Detail, dramaturgisch überdeutlich und gefällig im Spiel. mehr
12.9.1942. Der Torpedierung der britischen Laconia durch ein deutsches U-Boot folgt eine außergewöhnliche Rettungsaktion. Der deutsche Kommandant nahm – ungeachtet der Nationalität – Überlebende an Bord des U-Boots und rettete über 1100 Menschen das Leben. „Laconia“ ist ein Old-School-Drama für empathiebereite Zuschauer. Tagebuchartige Zwischentexte entsprechen dem angenehm altmodischen Stil des Films, der deutlich vom britischen Drehbuchautor geprägt ist. Die Regie ist in deutscher Hand: Uwe Janson setzt auf eine Bildsprache der Wechsel zwischen Totalen und Großeinstellungen, sucht immer wieder das episch Breite, so wie die Geschichte das Universale sucht. Die Ereignisse um die Laconia werden zum Sinnbild für Mitgefühl, Menschlichkeit, für die Freundschaft der Nationen. mehr
„Gefühlte Geschichte von Menschen auf der Reise“, umschreibt Hilmi Sözer den Zweiteiler "Zeit der Wünsche". Erzählt ist diese Geschichte von der Sehnsucht nach Liebe und Heimat, nach Glück und Geborgenheit wie ein zeithistorisches Melodram mit orientalisch-märchenhaften Zügen. Das Buch schrieb Tevfik Baser. Regie führte Rolf Schübel. mehr
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