collina Filmproduktion präsentiert einen Film von Max Färberböck & Ulrich Limmer
Zieglerfilm präsentiert die Ausnahme-Serie vorab auf DVD
Alle Filmkritiken auf tittelbach.tv alphabetisch sortiert
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Mit „Gier“ will Wedel der in die Jahre gekommenen Spaßgesellschaft, die sich ohne Arbeit reich und reicher spekuliert, den Spiegel vorhalten. Für den Zweiteiler, der das kritische Hollywood-Drama der 1980er mit dem Degeto-Touch kurzschließt, ließ sich der 70-Jährige vom Fall des Finanzbetrügers Jürgen Harksen inspirieren. Viele "Magic Moments" laufen ins Leere, weil die Geschichte dramaturgisch für zwei Teile nicht trägt. Für einen Wedel zu wenig. Und für den Zuschauer auch! (Der WDR sendet beide Teile hintereinander ) mehr
Die Entführung des Industriellensohnes Richard Oetker von 1976 ist das spektakulärste Verbrechen dieser Art in der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte. 21 Millionen Mark wurden gefordert und gezahlt, doch mit der Freilassung des Entführten fing die Geschichte erst richtig an... Ein Stoff, der nach Verfilmung schrie. 180 Minuten Spannung auf den unterschiedlichsten Ebenen. Todesangst, Panik, Verzweiflung beim Opfer dominieren Teil 1; Teil 2 ist ein meisterliches Duell zwischen Täter und Polizist. Ein unwiderstehliches Trio: Sebastian Koch, Tobias Moretti, Christoph Waltz. Filmisch perfekt. Ein Preisabräumer! mehr
In “Die Rückkehr des Tanzlehrers” berührte Henning Mankell ein heikles Thema: das Verhältnis Schwedens zum Nationalsozialismus. Tobias Moretti spielt Wallander-Nachfolger Stefan Lindmann, einen schwermütigen Krebspatienten, der den Mord an seinem Mentor aufklären will. Wortkarg, bilderstark, atmospärisch und Moretti wie immer saugut. mehr
Eine schwedische Archäologin sucht den Mörder ihres Sohnes und stößt dabei in Afrika auf eine menschenverachtende Variante der AIDS-Hilfe. Iris Berben spielt diese Frau – keine Patin, keine Patriarchin, keine Primadonna. Sie hat das Glück des Tüchtigen, aber sie mutiert nicht zum Superweib, sondern sie bleibt eine emotional verunsicherte, vom Schicksal geprüfte Heldin. "Kennedys Hirn" ist ein spannender, geradliniger Afrika-Thriller – in edlem Look. mehr
„Es grenzt an ein Wunder, dass Massaquoi den Nationalsozialismus und das Inferno der Kriegsjahre in Hamburg überlebt hat“, sagt Jörg Grünler. Ermöglicht haben es eine aufopferungsvoll kämpfende Mutter, Freunde und Menschen aus der Nachbarschaft. Aus dieser Alltagsperspektive heraus erzählt Langmaack die Geschichte vom heranwachsenden Hans-Jürgen, dem die einen Liebe entgegenbringen, andere, von denen man es nicht erwartet, Sympathie, und dem wieder andere mit offener Diskriminierung begegnen. mehr
„Entführt!“ mit Nina Kunzendorf und Heino Ferch erzählt ein typisches Krimisujet und ist im Rahmen des Genres doch ein ungewöhnlicher Film. Nicht zuletzt ist der Zweiteiler von Matti Geschonneck, der das Familiendrama hinter einer Geiselnahme sucht, ein ebenso spannendes wie kunstvoll verknapptes Stück Erzählfernsehen - elegant, nachhaltig, perfekt. mehr
„Der Turm“ erzählt vom Niedergang der DDR, von einer "bildungsbürgerlichen" Familie, die zwischen Opportunismus und Trotz nach Nischen im realen Sozialismus sucht. Der Zweiteiler nach Tellkamps Roman zeigt, wie Ideale an den Mauern der ideologischen Diktatur zerschellen. „Der Turm“ ist eine beispielhafte, klug montierte Literaturverfilmung. Ein Film, der aus seinen Charakteren lebt. Ein Stück gelebte Geschichte. Die DDR auf der Couch, aber auch eine Familie wird Opfer ihrer Zwänge. Kein Event-TV – ein Fernsehereignis! mehr
„Das Halstuch“ schrieb 1962 Fernsehgeschichte. Es ist ein Krimi-Kammerspiel aus Opas Flimmerkiste. Schlichte Handlungslogik, keine Psychologie – ein Krimi als szenisch theatrales Ratespiel. Dennoch: nicht nur für Fernsehhistoriker interessant! Die Frage nach dem Mörder fesselte die Bundesrepublik. Die WDR-Produktion nach einem (Dreh-)Buch von Francis Durbridge war der erste sogenannte „Straßenfeger“ der 60er Jahre. Geschätzte 20 Millionen Deutsche verfolgten den Mehrteiler, 90% aller angemeldeten Fernsehgeräte waren eingeschaltet, geguckt wurde oft in Gesellschaft, in Kneipen oder bei den Nachbarn. mehr
"Der Seerosenteich" erzählt die Lebenserinnerungen einer einsamen Frau. Johannes Fabricks Film ist ein Hochglanz-Stück der beseren Art. Natalia Wörner ist mit ihrer Darstellung ein ebenso sensibles wie sinnliches Frauen-Porträt gelungen. Als Vorlage diente der gleichnamige Roman von Christian Pfannenschmidt. Man spürt die Dichte der Vorlage und das dramaturgische Können von Autorin Gabriela Sperl. Ein Muss für Melodram-Fans! mehr
„Der König von St. Pauli“ war 1998 sehr umstritten. Dieter Wedel hatte sich zum ersten Mal mit einem Privatsender eingelassen. Ein Projekt voller Kompromisse und Probleme während der Produktion. Ein unterhaltsamer Mix aus Kiez-Saga, Familien- und Politdrama, nach den Regeln von Soap und Wohlfühlfilm schlicht, aber wirkungsvoll geschrieben, aufgehübscht vom leicht „sündigen“ Milieu mit seinen Paradiesvögeln, Halbwelttypen und seiner dezent schwülen Erotik. Defilée bekannter & weniger bekannter Mimen, filmisch enttäuschend. mehr
Pilcher oder Thriller? Wer von der Charlotte-Link-Verfilmung „Das andere Kind“ ein packendes, spannendes „Event“-Movie erwartet, kann nur enttäuscht sein. Der Zweiteiler leidet darunter, dass der zentrale Erzählstrang immer wieder zerfasert. Außerdem verliert die Geschichte am Ende von Teil 1 ihre interessanteste Figur und damit auch die sehenswerteste Schauspielerin. Marie Bäumer und Hannelore Hoger machen ihre Sache so gut es der Rahmen erlaubt. Uneingeschränkt überzeugen nur Martin Kukulas Bilder. Da war mehr drin! mehr
Am Anfang war das Thema: Trinkwasser als lebensnotwendiger Rohstoff der Erde, als knappe Ressource, mit der sich Profit machen lässt. Dann ist da eine deutsche Familie, durch die ein Riss geht. Es gibt viele Fallen, in die ein solches deutsch-afrikanisches Projekt hätte tappen können. Christian Jeltsch, Andreas Senn und ein ausgezeichnetes Schauspieler-Ensemble nehmen alle Hürden und machen "Verschollen am Kap" zu einem packenden Stück Fernsehen in einem Genre, das man als TV-Kritiker längst aufgegeben hatte. mehr
„Die Tore der Welt“ – nach der erfolgreichen Ken-Follett-Verfilmung „Die Säulen der Erde“ bringt Sat 1 auch das 17 Jahre später erschienene Nachfolgebuch des in Wales geborenen Bestseller-Autors auf den Bildschirm. Handlungsort ist wieder das mittelalterliche Kingsbridge, zentrales Thema ist erneut die Unterdrückung der Individuen durch Krone und Kirche. Neben der Bau- rückt diesmal die Heilkunst in den Mittelpunkt. Den historischen Rahmen bilden der Hundertjährige Krieg und die Pest, die sich seit der Mitte des 14. Jahrhunderts über Europa ausgebreitet hatte. Kein glanzvolles Werk (trotz 46 Mio. Dollar Produktionskosten), aber üppig in Szene gesetztes, solides Unterhaltungs-Handwerk. Neigung zum Voyeurismus. mehr
Im Mittelpunkt steht der Mensch Napoleon, ein kleiner großer Mann zwischen Politik und Privatleben. Ein Mann mit Schwächen und mit einer weniger bekannten Seiten: “Wir sehen Napoleon immer als Soldaten und großen Strategen, er war aber auch ein Intellektueller”, so Christian Clavier. “Napoleon” gelingt der Spagat zwischen Filmbiografie und Epos. mehr
„Du musst … es verhindern … der Papst.“ Noch kann die Ex-Polizistin Johanna mit den letzten Worten ihres Vaters wenig anfangen. Zuschauer, denen Dan Browns Romane keine Bücher mit sieben Siegeln sind, kann sich dagegen schon einen Reim darauf machen... In dem ursprünglichen Zweiteiler, den Pro Sieben heute in einer Zwei-Stunden-Schnittdassung zeigt, trifft das Abenteuergenre auf die die Marktgesetze frauenaffiner Fernsehfiktion. mehr
Es braut sich was zusammen. Die Vorwehen einer Katastrophe zeichnen sich früh ab. Doch keiner will dem Helden glauben, dass sich ein Tornado auf Berlin zubewegt. Dramaturgisch vorhersehbar, filmisch perfekt, stark besetzt. Vergnügliches Popcorn-Pantoffelkino. mehr
Die Borgia waren eine der mächtigsten Adelsfamilien zu Zeiten der Renaissance. Der Clan stellte zwei Päpste. Wie diese Familie die Widersprüche ihrer Zeit zu ihrem Vorteil nutzte, das ausgehende Mittelalter mit den Errungenschaften der europäischen Hochkultur verband, Barbarei, Blutrache und Aberglaube mit da Vinci und Michelangelo kurz schloss, so verzahnt der Sechsteiler „Die Borgia“ die universalen Gegensätze – Familie und Öffentlichkeit, das Männliche und das Weibliche, das Schöne und das Hässliche. Gewalt, Gier, Glauben – ein reizvoller Bilderbogen zwischen Mythos und Klischee, in den man sich einsehen muss. mehr
Neben einem 2000 Jahre alten Skelett wird die Bedienungsanleitung einer Videokamera gefunden, die erst in einigen Jahren auf den Markt kommen soll. Für den Helden in dem packenden Pro-Sieben-Abenteuerthriller “Das Jesus Video” kann das nur heißen: vor ihm liegt ein Zeitreisender, ein Mensch aus unserer Zeit, der vor 2000 Jahren gestorben ist... Ein Mix aus Abenteuerfilm, Thriller, Science-Fiction und religiösen Motiven, wie man ihn 2002 im deutschen Fernsehen noch nicht gesehen hatte. Kein Film zum ernst nehmen. Vor 10 Jahren ein Film zum Staunen. Heute wohl eher ein Film zum Popcorntütenaufreißen. Der Artikel liefert vor allem Hintergründe zu den komplizierten Dreharbeiten 2001(!) in Marokko... mehr
„Der Mann mit dem Fagott“ ist kein Spielfilm über die Karriere von Udo Jürgens. Entstanden nach dem gleichnamigen Roman des Sängers, erzählt der Film die bewegte Geschichte der Bockelmanns, dem Clan von Udo Jürgen Bockelmann. Zu einer richtigen Geschichte aber entwickelt sich der Zweiteiler nicht. Die Stationen der Familie werden bunt illustriert und abgearbeitet. Anstatt des "Mannes mit dem Fagott" wartet man auf den Mann am Klavier. Der kommt dann auch, als junger Mann, sehr überzeugend gespielt von David Rott, und als 76-Jähriger: Udo Jürgens selbst. Als Kritiker gibt es viel auszusetzen an dieser "unmöglichen" Romanverfilmung, als (Popkultur-)Fan kann man froh sein, dass es diesen Film gibt. mehr
Wie bei den Follett-Verfilmungen liegt der Reiz des Zweiteilers „Das verlorene Labyrinth“ in der authentisch wirkenden Rekonstruktion mittelalterlicher Zu- und Missstände; ein bisschen Erotik, finstere Komplotte, Meuchelmorde sowie diverse blutige Schlachtenbilder inklusive. Die große Stärke dieser abenteuerlichen TV-Mär ist die Bildgestaltung (Kamera: Robert Humphreys). Das Licht bei den Innenaufnahmen erinnert an die Gemälde alter Meister. Dafür gibt es Schwächen bei den Schauspielern & die Ästhetik wirkt austauschbar. Für Fans! mehr