2012 war ein gutes Fiktion-Jahr. Nicht alle bemerkenswerten Filme konnten deshalb von der Nominierungkommission Berücksichtigung finden. Hier die Produktionen, die es knapp nicht geschafft haben, und drei Filme, die es verdient hätten, nachnominiert zu werden.
 Foto: Pro Sieben / Stefan Erhard |
Wenn ein Privatsender mal etwas wagt, was sich ARD und ZDF nicht wagen, sollte man es dann nicht auch für den Grimme-Preis nominieren?! Diese Farbe fehlt im Strauß, den die Nominierungskommission (zu der ich im Übrigen selbst gehörte) der Jury vorgelegt hat: "Kreutzer kommt ins Krankenhaus" mit Christoph Maria Herbst |
- FINN UND DER WEG ZUM HIMMEL (SWR)
Ein wundersamer kleiner Film, der große Fans in der Kommission hatte, aber am Ende dann doch – nicht nur zielgruppenmäßig – zwischen den Stühlen saß. - NACHTSCHICHT: REISE IN DEN TOD (ZDF)
Für eine seit 10 Jahren laufende Reihe kam Lars Beckers 10. "Nachtschicht"-Episode überraschend weit nach vorne. Weil der Krimi auch Drama war! - TATORT: DINGE, DIE NOCH ZU TUN SIND (RBB/ARD)
Nicht der erste "Tatort" zu einer Themenwoche – aber der gelungenste. Außerdem setzt der Film mit Ina Weisse den deutlichen Aufwärtstrend der Berliner fort. - LOLLIPOP MONSTER (ZDF)
„Schulmädchenreport“ als Pop-Pastiche. Weil auch Grimme-Juroren sich gern mal von Schrägem & Unperfektem überraschen lassen und weil sie der vielen klassischen Krimis müde waren, kam der kleine Film von Ziska Riemann weit nach vorne. - KREUTZER KOMMT... INS KRANKENHAUS (Pro Sieben)
Auch der zweite "Kreutzer" verpasste wie schon vor zwei Jahren die sogar etwas schwächere erste Episode den Einzug in die Grimme-Preis-Endrunde. Schade! - POLIZEIRUF 110: DIE GURKENKÖNIGIN (RBB/ARD)
Sophie Rois' wunderbar schräges Zwischenspiel beim "Polizeiruf 110" aus Potsdam traf auf sehr viel mehr Fürsprache als der dritte Fall von Maria Simon. - UND WEG BIST DU (Sat 1)
Und schon wieder Christoph Maria Herbst knapp gescheitert. Vielleicht hätte man in einem Jahr, in dem sich Sat 1 mehr als nur "bemüht" hat, wenigstens diesen Film nominieren sollen. Die Tonlage ist wie bei "Kreutzer kommt ins Krankenhaus" ungewöhnlich. - TRANSPAPA (SWR)
Noch eine Überraschung aus der Sparte Debütfilm. Eine Tochter & ihr Vater, beide auf dem Weg, eine Frau zu werden. Wahrscheinlich wäre es etwas viel Striesow geworden.
 Foto: WDR / Grischa Schmitz |
Die heftige Diskussion, die in der Nominierungskommission über "Auslandseinsatz" entbrannte, würde ich der Jury nicht vorenthalten wollen. Deshalb der heißeste Kandidat für eine Nachnominierung! Dieser Film gehört ins Paket, um das TV-Jahr 2012 adäquat abzubilden. Oder wollen wir nur Krimis & Konsensfilme? Ein anderer Film, um den es schade ist: "Polizeiruf: Fieber", der innovativer ist als "Schuld"!!! |
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