Salami Aleikum
    • Kino-Koproduktion „Salami Aleikum“

      WEISSENSEE - Staffel 2 "Mein Vater, seine Freunde & das ganz schnelle Geld" (Mediathek) Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Mai 2013 Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen noch mal zur Primetime auf 1Festival: "Mobbing" (18.5., 20.15 Uhr)
      Foto: Zieglerfilm

      WEISSENSEE - Staffel 2

      Zieglerfilm präsentiert die Ausnahme-Serie vorab auf DVD

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      "Mein Vater, seine Freunde & das ganz schnelle Geld" (Mediathek)

      collina Filmproduktion präsentiert einen Film von Max Färberböck & Ulrich Limmer

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      Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Mai 2013

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      Foto: BR / Fischkoesen

      noch mal zur Primetime auf 1Festival: "Mobbing" (18.5., 20.15 Uhr)

      ZDF-Kultur, 26.04.2013, 20:15 Uhr - Wiederholung

      Navid Akhavan, Anna Böger, Wolfgang Stumph. Ossis rollen den Gebetsteppich aus

      Rainer Tittelbach
      Deutsch-persischer Traumtänzer verliebt sich in ehemalige DDR-Kugestoßerin. Und weil der kleine orientalische Fleischer der großen ostdeutschen Vegetarierin imponieren möchte, gibt er sich und seine Familie als Textilhändler aus. Diese Notlüge öffnet ihm die Herzen der Ossis. Nur wie lange? 1001 Nacht trifft auf den real stillgelegten Sozialismus, gepflegte Vorurteile und Projektionen des nahen und des sehr fernen Ostens prallen lustvoll aufeinander. Woody Allen trifft Bollywood, Ali Baba DDR-Tristesse. Und plötzlich blühen die Landschaften.

      Bollywood-like
      Foto: ZDF / Maria Krumwiede

      Traumtänzer Mohsen gibt den Ossis die Hoffnung, die sie brauchen. Er schnappt sich eine Frau, die Kfz-Mechanikerin Ana, mit der er sich endlich aus den Fesseln seiner dominanten Eltern befreien kann. Navid Akhavan und Anna Böger. Trailer

      Mohsen hat es nicht leicht. Der schmächtige, verträumte Deutsch-Iraner, Ende 20, lebt noch immer bei seinen Eltern, gegen die er sich nur schwer zu behaupten weiß. Der Vater hält ihn für einen Versager. Die Mutter glaubt, der Junge brauche endlich eine Frau. Die Taheris führen in Köln einen Fleischerladen. Von einem Deal mit einem polnischen Schafhändler erhofft sich Mohsen endlich die Anerkennung seines Vaters. Doch der Unglücksrabe strandet in der ostdeutschen Provinz. „Wir sind ein friedliches Dorf und das soll auch so bleiben“, wird er vom Gastwirt des Ortes begrüßt. Ausgerechnet in dessen Tochter verliebt sich Mohsen: Ana, groß, blond, breitschultrig, einst Kugelstoßerin in der DDR. Und weil der kleine orientalische Fleischer der großen ostdeutschen Vegetarierin imponieren möchte, gibt er sich und seine Familie als Textilhändler aus. Die Lüge öffnet ihm die Herzen der Ossis. Der Ort, einst Sitz des Vorzeige-VEB „Textile Freuden“, träumt von wiedererblühten Industrie-Landschaften – und rollt Mohsen den Gebetsteppich aus. Auf dem stehen bald seine Eltern.

      Trailer zur Kino-Koproduktion "Salami Aleikum" von Ali Samadi Ahadi

      „Ich bin für Recherchen durch ostdeutsche Städtchen gezogen. Da hat mir ein Dorfbewohner die Welt so erklärt: Die nächsten ‚Guten’, abgesehen von den Ossis, sind die Tschechen; die bringen ihre eigenen Stullen und ihr Bier mit, geben auch mal was ab und können gut kegeln. Danach kommt der Ausländer; den sieht man zum Glück selten. Dann kommt der Pole. Wenn man den sieht, weiß man, dass es irgendwo Sperrmüll gibt, und dann, ganz weit hinten, kommt der Wessi.“ (Ali Samadi Ahadi)

      Um zu entspannen, strickt der Held in „Salami Aleikum“ seit Kindertagen. Ein Bild, das sich durch den gesamten Film zieht: Stricken, Schafe, Wolle – Verstricken. Eine Lüge aus Liebe und plötzlich zieht sich die Handlung wie ein dichtmaschiger Strickstrumpf zusammen. Bis er am Ende nicht nur sinnbildlich wieder aufgetrennt wird. Ali Samadi Ahadis Langfilm-Erstling ist eine Komödie, die auf allen Ebenen zu überzeugen weiß – dramaturgisch, thematisch, unterhaltungstechnisch. 1001 Nacht trifft auf den real stillgelegten Sozialismus, Projektionen des nahen & des sehr fernen Ostens prallen aufeinander. Es lebe das gepflegte Vorurteil!

      die Frau, die der Sohn liebt
      Foto: ZDF / Maria Krumwiede

      Mohsen stellt den Eltern seine große Liebe vor. "Um die zu füttern, brauchst du ein Rind pro Tag", weiß Vater Taheri. Madani, Niavarani, Akhavan und Böger (v.l.n.r.)

      Die Kino-Einflüsse des Autor-Regisseurs sind unverkennbar: Bollywood, „Der kleine Muck“, „Ali Baba und die 40 Räuber“, der frühe Woody Allen. Es wird getanzt, gesungen, in die Kamera gesprochen („Ich habe nichts gegen Ausländer, damit das mal ganz klar ist…“) und wie von Zauberhand mit Animationen jongliert. Und spätestens am Ende erweist sich ein Schaf als der Erzähler des Films. Was nicht die Leistung der Schauspieler – eine wunderbare Typen-Besetzung! – schmälern sollte. Und weil „Salami Aleikum“ vor lauter Phantasie und Verspieltheit dennoch nicht der rote Faden der Geschichte verloren geht, ist er einer jener Ausnahme-Debütfilme, der sich seinen Primetime-Sendeplatz im ZDF verdient hat.

      miese Stimmung
      Foto: ZDF / Maria Krumwiede

      Der Traum vom Glück ist geplatzt. Die Taheris sind keine schwerreichen Fabrikanten.

      Rainer Tittelbach arbeitet seit über 25 Jahren als TV-Kritiker & Medienjournalist. Er ist Grimme-Juror & FSF-Prüfer. Seit 2009 betreibt er tittelbach.tv. Mehr


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      „Salami Aleikum“
      ZDF / Kino-Koproduktion / Komödie
      EA: 15.7.2011, 21.45 Uhr (ZDF neo); 18.7.2011, 20.15 Uhr (ZDF)
      Mit Navid Akhavan, Anna Böger, Michael Niavarani, Proschat Madani, Wolfgang Stumph und Eva-Maria Radoy
      Drehbuch: Ali Samadi Ahadi, Arne Nolting
      Regie: Ali Samadi Ahadi
      Produktionsfirma: Dreamer Joint Venture
      Quote: ZDF: 2,59 Mio. Zuschauer (8,6% MA)


      Bewertung: 4,5 von 6



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