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Job weg, Freundin weg und als Vergewaltiger verunglimpft. Das Schicksal schlägt gnadenlos zu. Im Verlauf des Films werden auch Andere in Katastrophen verwickelt und das Spiel mit den Möglichkeiten wird immer absurder. Ein Hauch Bertrand Blier schwingt mit. mehr
Filme gucken ist nicht schwer, erwachsen werden dagegen sehr - die Hauptfiguren in “kiss and run” sind mit Filmheroen und Kinomythen besser vertraut als mit den Dingen des Lebens. Spät merken sie, dass auch das Leben Kinogeschichten wie “Harry & Sally” schreiben kann. Annette Ernst (Regie) und Maggie Peren (Buch), die neben Ken Duken auch die weibliche Hauptrolle spielt, wollten mehr als die 2001. Liebesgeschichte machen. Peppiges Buch, pointierte Dialoge, prima Ensemble. Film übers Erwachsenwerden. Grimme-prämiert! mehr
Erzählt wird von sechs Menschen, die in einen tödlichen Unfall verwickelt waren und drei Jahre später versuchen, sich ohne Schuld und Wut wieder zu begegnen. Der versöhnliche Schluss von "Baching" passt bestens zur Tonlage dieses liebenswerten „Heimatfilms“, der die kleinen, alltäglichen Lösungen sucht und damit einen pragmatischen Realismus vorführt, der einem das Herz aufgehen lässt, ohne dabei die Seele nur baumeln zu lassen. mehr
Der gebürtige Ostberliner Marco Mittelstaedt nähert sich in seinem zweiten Langfilm „Im nächsten Leben“ der Biographie seines Vaters an. Von ADN ging der nach der Wende direkt zur Bildzeitung. Edgar Selge spielt diesen Wolfgang Kerber – und man könnte sich keinen Besseren wünschen. Als Porträt eines Wendeverlierers passabel, als tragisches Psychogramm eines hemmungslosen Pragmatikers, der in eine Lebenskrise gerät, sehr überzeugend. mehr
„Sie wollen einen Kuss von Ihrer türkischen Putzfrau?“, fragt Meryem. Nikolas will mehr als das. Er will mit ihr zusammenleben, weil er sie aufregender findet als seine Ehefrau Lilith, der er nicht mehr viel zu sagen hat. Entfremdung, fremd sein, Fremdgehen, davon erzählt Jeanette Wagners Kleines Fernsehspiel – entschleunigt, ausschnitthaft, mit zwei physisch starken Hauptdarstellern. Der ideale Film, die eigene Winter-Depression zu pflegen. mehr
“Jena Paradies” ist ein poetischer, ein leiser Film. Eine kleine, wunderbare Kinokoproduktion. Im Mittelpunkt steht die Beziehung einer allein erziehenden Mutter zu ihrem Sohn. Einsamkeit, Sehnsucht, Lebenshunger und Verzweiflung sind spürbar. Herzstück des Films ist Stefanie Stappenbeck. Besondere Reize liefert das noch nicht abgefilmte Jena und Thüringens sanfte Hügel, großartig eingefangen von der preisgekrönten Kamerafrau Judith Kaufmann. mehr
„Die einen gehen den Jakobsweg, die anderen fahren in den Spreewald“, sagt Katja Flint. Die mythische Kraft dieser Landschaft im Südosten Brandenburgs bekam sie hautnah zu spüren. Mehrere Wochen drehte sie an diesem verwunschenen Fleck Erde für den Debütfilm „Herzentöter“. Magische Story nach dem Motto: zur falschen Zeit am falschen Ort. mehr
Maik und Momme wollen die Brangelinas "abschießen". Doch dafür müssen sie tagelang warten. Die beiden sind anstrengend. Das gilt auch für die ersten Minuten von „Warten auf Angelina“. Doch dann nimmt diese sympatische, intelligente Low-Budget-Promi-Hype-Farce von Kino-Enthusiast Hans-Christoph Blumenberg verbal & pointentechnisch Fahrt auf. mehr
„Ein Teil von mir“ erzählt eine kleine, alltägliche Geschichte. Eine ungewollte Schwangerschaft verändert das Leben zweier Teenager. Zugleich ist Christoph Röhl mit dieser Miniatur ein Film über die vaterlose Gesellschaft gelungen, ein Film, der Frauen zeigt, die Beziehungsnotstände richten müssen. Ein fein reduzierter Schauspielerfilm, der die Geschichte allein über die Gesichter von Ludwig Trepte und Karoline Teska erzählt. mehr
Lilli, ihr Vater Frank und dessen Freund Paul sind eine Schicksalsgemeinschaft. Unfall, Mord, Knast – ihre Unglücke schweißen zusammen. In stilisierter Beiläufigkeit erzählt Philipp Stölzls Debütfilm "Baby" von den großen Mythen der Menschheit, von Tod, Mord, Schwangerschaft, Geburt, von Schicksal und Freundschaft, in einer kleinen Geschichte. Melancholie liegt in den Bildern. Die Unberechenbarkeit der Nordsee gibt den Ton an. mehr
Die Deutschen suchen Musik, die Marokkanerinnen einen Prinzen. „Tangerine“ zeigt zwei Parallelwelten, in denen Liebe und Freundschaft, Treue und Beziehung etwas völlig anderes bedeuten. Der multiperspektivische Blick, der beide Kulturen in den Fokus rückt, ist das Besondere an Irene von Albertis magisch inszeniertem und perfekt besetztem Film. mehr
Die 14-jährige Stevie hat es nicht leicht. Ihre Probleme gehen über die üblichen Pubertätskrisen hinaus. Denn ihre Eltern sind nicht nur peinlich, sie stehen auch permanent mit einem Bein im Knast. Pia Marais' Debütfilm orientiert sich am Dogma-Realismus. mehr
In den 70er Jahren müssen die Eltern von Alex aus Argentinien vor der Militärjunta fliehen. Das junge Paar strandet mit ihrem Sohn in Berlin. Eine Fabriketage wird ihr Zuhause und eine bunt zusammen gewürfelte WG ihre Familie. Der Loft ist die Bühne für die Welt des Jungen und zugleich ein Umschlagplatz der Ideen jener Jahre. Ein schön melancholischer Film. mehr
„10 Sekunden“ ist inspiriert von den Begebenheiten des Flugzeugunglücks von Überlingen 2002. Es ist der zweite Spielfilm, der sich mit diesem Unglück auseinandersetzt, das auch in Wahrheit ein zweites Unglück, den Mord an dem Fluglotsen, nach sich zog. In diesem formvollendet inszenierten, aber die Verzweiflung ausstellenden Innerlichkeitsdrama geht es um Schuld, um Übertragung von Schuld, um subjektive Vergangenheitsbewältigung. mehr
Ihren Traumberuf haben sie noch nicht gefunden, die richtige Liebe ist ihnen auch noch nicht begegnet. Florian, Pit, Petronella & Co sind zwischen 20 und 25, sie haben Abitur – und alle Möglichkeiten. Scheinbar. Sie stehen sich selbst im Weg, verlieren sich im Überangebot an Jobs, Studienfächern und Liebesobjekten und flüchten in die Beliebigkeit von Beziehungen, in den Konsum von Drogen, Medien und Menschen. Preisgekröntes Generationen-Porträt. mehr
Was wie ein verunglückter sozialkritischer Bauernschwank beginnt, mausert sich im Verlauf des Films zu einer skurrilen Provinzposse Ost mit wunderbar schrägen Momenten und einer parodienahen Krimihandlung. Sozialsatire, Nonsens und höhere Bedeutung. Und so spielt nicht das Gespenst Arbeitslosigkeit die Hauptrolle in dieser Groteske von Klaus Gietinger; im Zentrum stehen die Blüten, die ziviler Ungehorsam in einem Sozialwesen treiben kann. mehr
„Nicht die Liebe eines Mannes zu einer Frau, nicht die Liebe eines Vaters zu seinem Kind – es war etwas anderes“, sagt Anne Wild. 90 Minuten kann der Zuschauer „das andere“ suchen. Es ist eine Welt der Phantasie, der Träume, eine Welt, in der man sich gegenseitig sein lässt. Preisgekrönter Arthaus-Film mit einem Darsteller-Wunder: Henriette Confurius (11). mehr
Ein 16-Jähriger tötet einen Schulkameraden, der ihn ständig gedemütigt hat. Die Eltern wollen die Tat vertuschen. Gut eingefangen wird das gefühlskalte Klima, das in den Familien herrscht. Den Sprung aus den Wohnzimmern ins Soziale wagt die namhaft besetzte Kino-Koproduktion allerdings nicht. Referenzfilme: "Bennys Video" & "Unter dem Eis". mehr
„Besser Sex für Geld als kein Sex und kein Geld.“ So sehen das drei krisengeschüttelte Freunde – und gründen einen Escort-Service für gewisse Stunden. „Stellungswechsel“ hätte leicht unter die Gürtellinie rutschen können, doch Grimme-Preisträgerin Maggie Peren gelingt einer der kurzweiligsten deutschen Komödien der letzten Zeit. Aus der Jobsuche entwickelt sich eine launige Identitätssuche und ein lockeres Spiel mit Klischees & Rollen-Bildern. mehr
Deutschland Ost im Jahre 1992. Es schneit Gänsefedern in einer Betriebsküche – und Eva-Maria Hagen singt volkstümliche Weisen. Danach verliert die Köchin Johanna ihren Job, tags darauf ihren Mann. Ein blutiges, sinnliches Märchen erzählt die Dokumentaristin Helke Misselwitz in ihrem bemerkenswerten Spielfilm-Debüt. Die Geschichte eines wundersamen Aufbruchs in einem wundersamen Land, in dem nicht nur Rowdies Hatz auf einen Schwarzen machen, sondern auch getanzt, gesungen und ein gesundes Heimatgefühl gepflegt wird. mehr
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