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Der Geburtstag der Mutter bringt vier Frauen wieder zusammen. Und das Chaos ist vorprogrammiert. Dennoch macht es 90 Minuten lang Laune, dabei zuzuschauen, wie der kleinkarierte Traum vom Familienglück zerplatzt inmitten einer dörflichen Gemeinschaft der Zukurzgekommenen. Die grandiose ostdeutsche Viererbande Manzel, Harfouch, Schorn & Block machen „Frei nach Plan“ zum Frauenkräfte-Parallelogramm der Sonderklasse. mehr
„Der große Kater“ ist entstanden nach dem Bestseller von Thomas Hürlimann, dessen Vater Schweizer Bundesrat und Bundespräsident war. Bruno Ganz spielt den Politiker, der es noch mal wissen will im Kampf um die Macht. Der Film trotzt dem Thema wenig Überraschendes ab, dennoch folgt man diesem Schweizer Polit-Intrigantenstadl in hochdeutscher Sprache gern – weil sich hier einige wunderbare Schauspieler die Klinke in die Hand geben. mehr
Ein Vertreter im freien Fall. Pit, Ende 40, Single, ist bankrott und doch spielt er allen den Erfolgreichen vor. Die eigene Unsicherheit versteckt dieser zum Scheitern Verurteilte hinter einer Fassade aus Gewinner-Rhetorik und protzigen Erfolgssymbolen. Jedes Gespräch endet unausweichlich in einem Verkaufsgespräch. Jürgen Tonkel spielt jenen Pit unnachahmlich. Inka Friedrich ist die Jugendliebe, die bald mehr als nur etwas bei ihm kaufen soll. Ein spröde charmanter HFF-Abschlussfilm mit bayerisch eingefärbtem, lakonischem Humor. mehr
Sechs Menschen, drei Episoden, die sich bald zu zwei verhinderten Liebesgeschichten verdichten. Dort eine verhaltene Annäherung, hier eine impulsive Verschlingung. Alles könnte gut werden. Könnte. Dass es nichts wird mit dem Glück in dem Debütfilm von Kameramann Jan Fehse ist bald abzusehen. Der Ensemblefilm ist ein schwerblütiges Drama, in dem zwar alle Figuren ihre "Befindlichkeiten" haben, das sich aber keineswegs im Jammertal des modernen Großstadtlebens suhlt. Dafür ist das Spiel der sechs Hochkaräter (Koch, Möhring, Auer) zu nuanciert, sind Inszenierung, Kamera, Score und Montage einfach zu perfekt. mehr
Fünf Grenzgänger zwischen Deutschland und Dänemark. Fünf Geschichten, fünf Facetten einer Stimmung: Einsamkeit. Es ist eine herzergreifende Geschichte, die Jungregisseur Till Franzen aus dem Geiste seiner Heimat Schleswig-Holstein heraus erzählt. Ein Film, der die Magie nicht nur sucht, sondern sie auch findet. Ein Film als ästhetisches Gesamtkunstwerk: ein ätherisches kleines Meisterwerk. "Die blaue Grenze" – ideal für die blaue Stunde! mehr
Im Winter 1954 sterben in jenem Bergdorf Blons 57 Menschen. Ein historisches Unglück: bis dato die größte Lawinenkatastrophe im Alpenraum. „Der Atem des Himmels“ erzählt die Vorgeschichte um Liebe und laxen Lawinenschutz. Ein toller Stoff, doch dem Film fehlt der richtige Atem, eine Tonart. Hier war der Wille zu groß, der Romanvorlage gerecht zu werden, und zu gering das ästhetische Vermögen, einen Roman ins Medium Film zu übertragen. mehr
Eoin Moores Dresen-like Kino-Koproduktion begleitet bedrohte Berliner Existenzen in ihrem tagtäglichen Überlebenskampf. Da wird geträumt oder gejammert – und das kann ziemlich komisch sein. Das exzellente Darsteller-Team, von Edgar Selge, Christiane Paul bis Charly Hübner, das sich unbefangen, ob mit oder ohne Körperbedeckung durch das Klima der verdrängten Verzweiflung bewegt, hat an der Ausgestaltung der Rollen mitgewirkt. mehr
Ein völlig chaotischer Hochzeitstag. Vor der Trauung muss der Vater des Bräutigams noch schnell einen Diamanten-Deal durchziehen. Dass er dabei einen Mann erschießt, verzögert die Hochzeit beträchtlich. Verfolgungsjagden, Leichen im Kofferraum, tödliche Schüsse, die sich von allein lösen, Eltern, die man mit Waffengewalt zur Trauung zwingen muss. Michael Kupczyks "Diamantenhochzeit" setzt auf bekannte Komödienmuster und bekommt – haarscharf an der Klamotte vorbeischrammend – den Weg ins Groteske. Timing so lala, Brambach köstlich – und wer einen zum Lachen bringt, hat sowieso immer Recht. mehr
„Es ist ein Elch entsprungen“ nach Andreas Steinhöfels Kinderbuch steigert die Vorfreude aufs Fest. So wie Weihnachten den Alltag kurzzeitig ausblendet, so entrückt einen dieses Christ-Märchen von der stressigen Vorweihnachtszeit. Gelungene Familienunterhaltung mehr
Sara liebt Jan - nur eines hat sie vergessen: zu sagen, dass sie zu Heiligabend ihre drei ersten Männer, von denen sie jeweils ein Kind hat, und ihre neuen Frauen eingeladen hat, außerdem Jans unerträgliche Ex-Gattin und ihren neuen Partner. "Meine schöne Bescherung" ist ein Muss für Beziehungschaos-Liebhaber, Chaoskomödien-Fans und Heiligabend-Hasser. mehr
Ausgerechnet Traumtänzer Krischan, der nach der Wende mit seinen Geschäftsidee manch einen in den Ruin trieb, will in einem Harz-Dörfchen einen Holzfällerwettbewerb aufziehen, so wie es die Kanadier machen. Jenseits eingefahrener Fernsehdramaturgien besticht diese Holzfäller-Saga durch Witz, parabelhaften Realismus & ein wunderbares Typenkabinett. mehr
Ein Mann fühlt sich hintergangen von seiner verstorbenen Frau. Er erfährt von einem exzessiven E-Mail-Kontakt mit einer anderen Frau. Erst jetzt wird ihm klar, was für ein unbefriedigendes Leben seine Maria an seiner Seite geführt haben muss. Er lernt diese Frau kennen – und er verliebt sich in sie... Die Lügen zeigen etwas von der Not der Figuren. Wunderbar minimalistisch spielen Michelsen und George das Paar, das sich findet, verliert und deren Liebe am Ende ohne jeglichen Kitsch-Zusatz über die Lüge triumphiert. mehr
Tagsüber Springerin im Kindergarten, nachts sexy gestylt in einem Nachtclub – Ayla, Mitte 20, ist eine selbstbewusste Türkin, die ein selbstbestimmtes Leben führt und damit ihre Familie vor den Kopf stößt. Sie lernt einen Türken kennen und steckt bald in einem neuen Dilemma. Familienehre und Romantik, Pflicht oder Neigung – was in Deutschland lebende konservative und moderne Türken voneinander unterscheidet wird mit kräftigen Farben ausgemalt in dem Debütfilm „Ayla“. Als Melodram akzeptabel, doch nicht konsequent genug erzählt. Überzeugend: Pegah Ferydoni – schön, erotisch, eine zarte Wucht! mehr
„Empathie“, ein Film vom Bildungssender BR-alpha und der "katholischen" Tellux, ist nicht das erwartete Zeigefinger-Stück. Der 90-Minüter von Marc-Andreas Bochert ist nicht nur gut gemeint, sondern auch gut gemacht. Er zeigt die ganz normalen Ungerechtigkeiten im Alltag und Gewalt in allen Varianten. Realistischer Episodenfilm mit preisgekrönter Kamera. mehr
Lena steht kurz vor ihrem Schulabschluss. Die 17-Jährige aus Weimar hat keine Ahnung, was sie danach machen soll. Durch Zufall entdeckt sie das Schlagzeugspielen. Geile Sache! Bewundernswert ist die Unbefangenheit, mit der Keller die Geschichte erzählt – so als wär’s das erste Mal. Statt Plattenbauten-Tristesse, gibt die richtige Mucke den Ton an. mehr
Ein selbstmordgefährdeter Softie, eine kränkliche Testosteronbombe und eine traurige Prinzessin mit Lust auf Luxus überfallen eine Bank. Ein „todsicheres Ding“ – Betonung auf „todsicher“... Im Sog zwischen Lebenshunger und Todessehnsucht verlieren die Helden dieses Verlierer-Road-Movies bald jegliche Orientierung. Stipe Ercegs blasses Gesicht wird mehr und mehr zum Sinnbild dieser Verliererballade, bei der einem die Figuren seltsam fremd bleiben. Gute Bilder, gut gedacht, doch etwas zu genrehaft gewollt gemacht. mehr
Frank ist ein Hochstapler aus Leidenschaft. Wie ein Süchtiger erfindet er Geschichten, schlüpft in fremde Biografien – und er muss ständig zum Flieger in irgendeine Weltstadt, obwohl er in seinem ganzen Leben nach kein Flugzeug von innen gesehen hat. Er ist ein Illusionist, der seine Erfindungen selbst am dringendsten braucht. Eine tief tragische Biographie, ein nicht unwitziger Film. Einmal mehr grandios gut: Devid Striesow! mehr
Den Vater wiedererobern, wenn die erste Liebe schon lockt, ist ein gefährlicher Akt zwischen weiblicher Selbstfindung und kapriziösem Spiel der Verführung. Es ist eine seltsame Liebe, die einen Vater und seine 17-jährge Tochter in dem bemerkenswerten Debütfilm “liebeskind” von Jeanette Wagner miteinander teilen. Neue Familienmodelle und Auflösung der klassischen Rollenverhältnisse ermöglichen eine solche Liebesbeziehung, die anders ist als die übliche Inzest-Situation. Für ihre überragende Leistung bekam Fischer den Max-Ophüls-Preis. mehr
Eine Frau wurde vergewaltigt. Sie kennt den Täter. Ein angesehener Bürger. Es steht Aussage gegen Aussage. Das Verfahren wird eingestellt... „Der Brand“ ist konsequent als posttraumatische Fallstudie erzählt. Der Film von Brigitte Maria Bertele nach dem Drehbuch von Johanna Stuttmann ist als ein Psychogramm des Vergewaltigungsopfers angelegt, aus dem in der zweiten Hälfte ein durchaus glaubwürdiges Vergeltungsthriller-Drama erwächst. Schnörkel- & schonungslos erzählt – mit großer Intensität von Maja Schöne gespielt. mehr
Kurz vor seinem 50. ereilt Kotschie eine Sinnkrise. „Männliche Meno-Pause“, witzelt der Arzt – und Kotschie wird es alles zu bunt mit dem Wahnsinn des Alltags. Grell, farbenfroh und surreal pinseln Norbert Baumgarten und sein Kameramann die Ängste seines Helden auf den Bildschirm. Aus der schwarzhumorigen Midlifekrisen-Geschichte erwächst ganz nebenbei fröhliche Zivilisationskritik. Traum-Struktur, Ver-rücktheiten und ein wunderbar tragikomisch agierender Stefan Kurt. Ein Lichtstreifen am Horizont der deutschen Schwermut. mehr
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