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Eine attraktive Studentin (Jessica Schwarz), ein (hüft)steifer Richter (Tobias Moretti) und ein freigeistiges Ärzteehepaar (Ulrich Thomsen, Barbara Auer) geraten in eine ménage à quatre. Wie in einer Versuchsanordnung spielt Torsten C. Fischer die amourösen Optionen seines menschlichen Ausgangsmaterials durch. Schon im Roman von Dieter Wellershoff ging es mehr um einen Diskurs der Liebe als um Menschen aus Fleisch und Blut. Bechwerlich! mehr
„Beste Gegend“ ist der zweite Film der Aufbruch-ins-Leben-Trilogie von Marcus H. Rosenmüller. Alles wie gehabt. Nur zwei Jahre später: Abitur 1995 und dann ab in den Süden. Ansonsten dasselbe Personal, dieselben Tücken mit Freundschaft, Liebe, Elternhaus. Doch egal, sspätestens nach zehn Minuten erkennt man, hier wirkt die Kraft des Seriellen. Schön, dass sie wieder da sind, die Kati, die Jo, ihre Eltern und die Freunde aus Tandern. mehr
„Beste Zeit“ ist der Auftakt der Aufbruch-ins-Leben-Trilogie von Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt ist länger tot“). Im Gewand des modernen Heimatfilms erzählt das bayerische Wunderkind mit zwei großartigen Schauspielerinnen von den Tücken des Erwachsenwerdens. Die Banalität als Ritual – das gilt nicht nur für die typische Coming-of-Age-Handlung, sondern auch für Rosenmüllers und Michalkes Dramaturgie. Hier wird einem nicht die Welt erklärt, sondern man sieht den Menschen beim Leben zu. mehr
Fünf Geschichten, fünf Reisen, 12 Menschen, von denen sich alle mehr oder weniger auf der Suche nach dem Glück befinden. Martin Gypkens dringt in "Nichts als Gespenster" in die Gefühlswelten der Generation Golf. Mit dabei: Maria Simon, August Diehl, Brigitte Hobmeier, Jessica Schwarz, Ina Weisse, Wotan Wilke Möhring, Stipe Erceg & Fritzi Haberlandt. mehr
Deutsch-persischer Traumtänzer verliebt sich in ehemalige DDR-Kugestoßerin. Und weil der kleine orientalische Fleischer der großen ostdeutschen Vegetarierin imponieren möchte, gibt er sich und seine Familie als Textilhändler aus. Diese Notlüge öffnet ihm die Herzen der Ossis. Nur wie lange? 1001 Nacht trifft auf den real stillgelegten Sozialismus, gepflegte Vorurteile und Projektionen des nahen und des sehr fernen Ostens prallen lustvoll aufeinander. Woody Allen trifft Bollywood, Ali Baba DDR-Tristesse. Und plötzlich blühen die Landschaften. mehr
Der Jungfilmer Robert Thalheim blendet sich ein in das Leben eines Ostberliner Arbeitslosen, macht so den Alltag der Harz-IV-Gesellschaft transparent, ohne falsches Mitleid, aber auch ohne seinen Helden zu diskreditieren. Einer der besten Debütfilme der letzten Jahre. mehr
Eine brandenburgische Kleinstadt in den späten Neunzigern. Bauunternehmer, Bürgermeister, Sekretärin, Vertreter, die herumlungernde Jugend - alle träumen vom Aufschwung Ost. Sie bekommen ihn aber nur beinahe zu fassen. “Befreite Zone” ist eine schräge Tragikomödie über große Träume und kleinbürgerlichen Alltag. Fußball fungiert als Metapher für die Illusionen von blühenden Landschaften. Episodisch, amüsant, gut besetzt, tolles Timing. mehr
Ein Kind tötet ein anderes Kind. War es Totschlag oder ein Unfall? Eine schwere Zeit für den "Täter", seine Mutter, die Psychologin, die Eltern des Opfers. Alexander Dierbach nimmt die psychologische Grundsituation ernst, nähert sich jeder seiner Figuren respektvoll. Mit etwas mehr narrativer Reduktion und dramaturgischer Konzentration hätte es ein überragender Debütfilm werden können. So ist „Uns trennt das Leben“, der inszenatorisch eine große Klarheit besitzt, ein überaus bemerkenswerter Erstling. Großartig die Besetzung: Koschitz (perfekt), Sarnau (gut wie immer), Kinderdarsteller Jannick Brengel (bestens geführt). mehr
Telefonieren ist ihr Geschäft, Reden ihre Währung. Im richtigen Leben haben die Lohnsklaven eines Callcenters in dem ZDF-Fernsehfilm „Selbstgespräche“ zumeist das Miteinandersprechen verlernt. „Wir waren doch mal ein gutes Team“, sagt der Chef der zu seiner Frau. „Ich brauche einen Mann, keinen Coach“, entgegnet die nur entnervt. mehr
Yella hat eine Beziehung und eine Firma in den Sand gesetzt. Jetzt will sie es jenseits der Elbe besser machen. Die Ost-Schöne lernt schnell – Umgangsformen, Täuschen und Betrügen. Doch die Schatten der Vergangenheit lassen sie nicht los. Der Film erzählt von Schuld und Verschuldung in einer ebenso geschichtslosen wie gesichtslosen Bundesrepublik. Indem der letzte große Autorenfilmer Sinn und Sinnlichkeit koppelt, Persönliches und Politisches gegenseitig spiegelt, ist „Yella“ Beziehungsfilm und Gesellschaftsanalyse zugleich. mehr
Einen Geldtransporter zu überfallen, ist harte Arbeit. Und immer muss man aufpassen, dass einen keiner über den Tisch zieht oder abknallt. Das Verbrechen ist ein Geschäftsfeld wie jedes andere in Thomas Arslans Gangsterfilm „Im Schatten“. Die Handlung wird entkernt, die Psychologie entfernt, blutig lakonisch das Schlussdrittel – das ist Genrekino nach Arthaus-Regeln im Tempo der Berliner Schule. Die entschleunigte Handlung ergibt eine besondere Wahrnehmung. So entsteht eine Spannung gesteigerten Interesses, die den Kopf & die Augen beim Sehen nicht auszuschalten versucht. Nichts für Fans von Fernsehformat-Krimis! mehr
Ein fahnenflüchtiger Rekrut nistet sich im Haus seiner Eltern ein. Dort schlägt er mit seinem älteren Bruder und dessen neuer Flamme die Zeit tot. Die Brüder gehen sich auf die Nerven – nicht zuletzt deshalb, weil Paul sich in die dänische Freundin seines Bruders verliebt... Wer genau hinschaut, der kann einer Blume beim Wachsen zusehen. Wenders, Antonioni und etwas Fassbinder sind Ulrich Köhlers Referenzspuren in diesem Beziehungsfilm, bei dem der Titel gebende Bungalow, eine Bausünde aus dem sozialliberalen hessischen Kleinstadt-Mief, neben Lennie Burmeister, Trine Dyrholm und Devid Striesow die Hauptrolle spielt. mehr
Der 17-jährige Guido leidet an Neurodermitis. Nach einem schweren Schub entschließt er sich zu einer Therapie – und langsam versteht er, was es mit seiner Krankheit auf sich hat. Sein Vater geht seit Jahren fremd; die Mutter hat sich scheinbar damit abgefunden, sie hält still, trinkt heimlich... „Neandertal“ geht im wahrsten Sinne unter die Haut. mehr
1980, Teenager Tobias, ein bedingungsloser Beatles-Fan, hört von einer unglaublichen Geschichte. Paul McCartney soll 1966 unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen und von einem Double ersetzt worden sein. Überall gibt es Indizien – bald auch in seiner Heimatstadt. Wunderbar wunderliches Debüt von Hendrik Handloegten über die Kraft pubertärer Phantasie. Budget: 850.000 Mark. Nicht nur für Beatles-Fans geeignet. mehr
Sie ist weg, Maria, dieses bezaubernde Wesen, das Liebe und Leidenschaft wollte. Franz und David, beide waren „so etwas wie ihr Freund“, machen sich auf die Suche nach ihr – bis nach Dänemark. Und ins eigene Gefühlsleben. „Cindy liebt mich nicht“ entwickelt eine ästhetische Sogkraft und beziehungsphilosophische Evidenz, der man sich nicht entziehen kann. Marias Psyche spiegelt ein zeitgenössisches Phänomen: Liebe, verortet zwischen Tauschhandel und Narzissmus. „Maria ist die perfekte Projektionsfläche, sie ist austauschbar, genau wie die Männer, die sich mit ihr zusammen wähnen“, bilanziert die Regisseurin. mehr
Ein querschnittsgelähmter Zyniker und sein Zivi haben ein gemeinsames Objekt des Begehrens: die Cellistin Annika. Drei junge Menschen begegnen sich, suchen Freiheit – und holen sich etwas Romantik in den gleichförmigen Alltag. „Renn, wenn du kannst“ von Dietrich Brüggemann, der das dialogstarke Drehbuch mit seiner Schwester und Hauptdarstellerin Anna Brüggemann geschrieben hat, ist kein Sozialdrama alter Schule. Dieser kleine Kinofilm ist frisches, junges Kino, physisch realistisch, irreal und poetisch zugleich, auf den Spuren von Truffauts „Jules und Jim“ und dann doch wieder ganz anders! mehr
Drei junge Muslime im Berliner Großstadt-Dschungel zwischen Moschee und Disco, zwischen Polizeieinsatz und Großküche. Burhan Qurbani geht es in seinem Debütfilm vor allem um die Konfliktlagen junger Muslime, die mit der westlichen Kultur in Widerspruch geraten, weniger um die Sinnlichkeit des Geschichtenerzählens. Kammerspielhaft, konzentriert, mit Hang zum Überdeutlichen. Als Diskussionsgrundlage (beispielsweise für Schulen) ist Qurbanis Diskurs über Integration, Identität und Islam durchaus geeignet. mehr
Leroy liest Goethe, spielt Cello und ist schwarz. Dummerweise liebt er ein Mädchen, dessen fünf Neonazi-Brüder ihn gar nicht mögen. Doch dann stößt Leroy auf die magische Kraft seiner angloafrikanischer Vorfahren: ein bisschen Shaft, etwas Malcolm X und Martin Luther King! Sympathischer Jugendfilm mit kleinen Schwächen & fettem Soundtrack. mehr
Ein Haus in der Pampa wird zum Projekt eines Sommers, zum Hoffnungsträger für die Beziehung eines großstadtflüchtigen Paars. Leicht, ironisch und beiläufig ist die Erzählhaltung dieses wunderbar gespielten, kleinen Beziehungsfilms. Die Haltungen der thirtysomethings anno 2008 bleiben im Vagen, im Spielerischen. Sehr frei nach Goethes „Wahlverwandtschaften“. Wunderbar gespielt, luftig gefilmt im Stil der Berliner Schule. mehr
„Am Ende kommen Touristen“ gelingt es, Auschwitz und das Undarstellbare ohne Betroffenheitsposen darzustellen. Indem Thalheim die Geschichte aus der Perspektive eines jungen Mannes erzählt, kann der Autor-Regisseur sich den Phänomenen unvoreingenommen nähern. Thalheim erzählt in einem nüchternen, fast dokumentarischen Stil vom Dilemma des Gedenk-Tourismus, ohne selbst dem Dilemma eines Gedenk-Films zu erliegen. mehr
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