collina Filmproduktion präsentiert einen Film von Max Färberböck & Ulrich Limmer
Zieglerfilm präsentiert die Ausnahme-Serie vorab auf DVD
Alle Filmkritiken auf tittelbach.tv alphabetisch sortiert
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Was als Erotik-Phantasie beginnt, entpuppt sich als Besuch eines Todesengels. Ist diese Frau von der Straße ein verhuschtes Mädchen oder eine fordernde Frau, die gewalttätige Phantasien ausleben will? „Devot“ ist der erste Kinofilm von Igor Zaritzki. Ein visuell ausgeklügelter filmischer Alptraum, ein Spiel mit Wahn und Wirklichkeit, Schein und Sein, Traum und Realität. Getragen von einem Top-Duo. Bei seiner Kinopremiere umstritten. mehr
In „Hannah“ spielt Nina Hoss einmal mehr eine junge Frau, die sich vergräbt, die sich eingesponnen hat in ein Netz aus Ritualen und Regeln, eine Frau, die nicht aus ihrer Haut kann. Anders aber als die Tragödien Petzolds gibt der Film von Erica von Moeller nach und nach Antworten, gibt Erklärungen für das seltsame Verhalten seiner Titelfigur. Das nimmt dem Film sein Geheimnis, macht ihn aber vielleicht fernsehtauglicher. Der top fotografierte Film mutiert vom Psychodrama über Psychothriller & Road-Movie zum Problemfilm. mehr
„Am Ende kommen Touristen“ gelingt es, Auschwitz und das Undarstellbare ohne Betroffenheitsposen darzustellen. Indem Thalheim die Geschichte aus der Perspektive eines jungen Mannes erzählt, kann der Autor-Regisseur sich den Phänomenen unvoreingenommen nähern. Thalheim erzählt in einem nüchternen, fast dokumentarischen Stil vom Dilemma des Gedenk-Tourismus, ohne selbst dem Dilemma eines Gedenk-Films zu erliegen. mehr
Jasmin hat ihr Kind umgebracht. Dr. Feldt muss eine sogenannte Exploration der jungen Mutter erstellen. Ein Raum, ein Tisch, zwei Frauen. Die eine stellt knappe, sachliche Fragen. Die andere antwortet, indem sie erzählt von sich und ihrem Leben. Es ist kein therapeutisches Gespräch, das die beiden Protagonisten in dem Zwei-Personen-Drama „Jasmin“ führen. Der Film von Jan Fehse ist die Rekonstruktion eines Lebens in Form eines nüchternen Kammerspiels. Lässt man sich als Zuschauer auf das Experiment ein, macht es einem vor allem Anne Schäfer mit ihrem Fast-Monolog über Jasmins Leben nicht schwer. mehr
„Berlin Calling“ erzählt von Techno-DJ Ickarus, seiner Musik, seinen Ängsten, seinem Absturz. In der Psychiatrie soll er wieder „runterkommen“. Doch der Rausch lockt weiter... Hannes Stöhr ist ein eindringliches, dokumentarisch anmutendes Musiker-Porträt gelungen, das Produktionsverhältnisse wie Partyszene ausleuchtet. Eine Metapher für die Sucht-Gesellschaft. Tragikomisch & tief bewegend. Sehr überzeugend: Paul Kalkbrenner. mehr
Schlafzimmerblick trifft auf Schmollmund, Köpfchen auf Körper. Zwei 15-Jährige gegen die Erwachsenenwelt. „Lollipop Monster“ ist ein trashig überdrehtes Coming-of-age-Drama über das Frauwerden. Eine Reminiszenz von Comic-Zeichnerin Ziska Riemann und Sängerin Luci van Org an jene hormongeteuerte Zeit, in der alles emotional, dramatisch, hoch sexualisiert ist. Riemann zieht die Psychologie durch den Farbtopf. Clippig, poppig, flippig... blutig! mehr
Wie ein verunglückter Märchenprinz plumpst Krebspatient Max mit einem Koffer voll Geld in das Leben einer hochverschuldeten Bäuerin. „Emmas Glück“ ist eine eigenwillige Romanze und schmerzlich schöne Tragikomödie. Das Schönste ist die Ruhe, die von dem Film ausgeht. Taddicken gelingt das Kunststück, „vom Sterben zu berichten und dabei von der Lust am Leben zu erzählen“. Jürgen Vogel ist gewohnt gut, das Ereignis aber ist Jördis Triebel! mehr
„Ein Teil von mir“ erzählt eine kleine, alltägliche Geschichte. Eine ungewollte Schwangerschaft verändert das Leben zweier Teenager. Zugleich ist Christoph Röhl mit dieser Miniatur ein Film über die vaterlose Gesellschaft gelungen, ein Film, der Frauen zeigt, die Beziehungsnotstände richten müssen. Ein fein reduzierter Schauspielerfilm, der die Geschichte allein über die Gesichter von Ludwig Trepte und Karoline Teska erzählt. mehr
Die Deutschen suchen Musik, die Marokkanerinnen einen Prinzen. „Tangerine“ zeigt zwei Parallelwelten, in denen Liebe und Freundschaft, Treue und Beziehung etwas völlig anderes bedeuten. Der multiperspektivische Blick, der beide Kulturen in den Fokus rückt, ist das Besondere an Irene von Albertis magisch inszeniertem und perfekt besetztem Film. mehr
„Wir sind alle Monster“, sagt der Mörder in Christian Alvarts Kinofilm „Antikörper“. Engel heißt der Böse und er benutzt das Blut seiner Opfer, um damit schauerliche Collagen anzufertigen. Sein Gegnspieler ist ein tief religiöser Moralist. Möhring und Hennicke sind die ideale Besetzung. Ein ingesamt gelungener, top fotografierter deutscher Killer-Thriller mit einem sehr ausgekügelten Buch, der nicht zu unappetitlich blutig oder spekulativ gerät. mehr
Maria ist süchtig nach Nähe. Selbstzerstörung ist ihr zweiter Vorname. Ihr größter Feind ist das Alleinsein. Weil sie Angst vor der Leere hat, betäubt sie sich mit Wodka, Tabletten und Sex... Lavinia Wilson drückt Thomas Durchschlags Debütfilm „Allein“ ihren Stempel auf: Es ist ein Spiel, das von ihrer Aura, von Stimmungen, von Blicken, von einer magischen Körperlichkeit lebt. Diese Kino-Koproduktion kommt ohne psychologische Erklärungen aus, will weniger Fallbeispiel sein als Film. Borderline-Drama ohne Hang zur Therapiesitzung. mehr
Was wie ein engagiertes Sozialdrama aus dem kriminellen Jugendmilieu beginnt, entwickelt sich zu einer Art filmischem Täter/Opfer-Ausgleich, bei dem es ans psychologisch Eingemachte geht. In einer Einrichtung des freien Vollzugs wird ein Täter zufällig mit dem Opfer eines seiner unaufgeklärten Überfälle konfrontiert. Schuld sind immer die Anderen“ ist ein Ausnahme-Debütfilm, der die Geschichte aus starken Figuren entwickelt, der auf gängige Sozialdrama-Klischees verzichtet, der die Gewalt-Kommunikation dialektisch auflöst und so für den Zuschauer geradezu physisch spürbar macht. Ein Film, der lange nachwirkt. mehr
Fünf Geschichten, fünf Reisen, 12 Menschen, von denen sich alle mehr oder weniger auf der Suche nach dem Glück befinden. Martin Gypkens dringt in "Nichts als Gespenster" in die Gefühlswelten der Generation Golf. Mit dabei: Maria Simon, August Diehl, Brigitte Hobmeier, Jessica Schwarz, Ina Weisse, Wotan Wilke Möhring, Stipe Erceg & Fritzi Haberlandt. mehr
Der junge, coole Lukas kriegt die Krise: Seine Lebensgefährtin Meike muss wegen einer Geschlechtskrankheit ins Krankenhaus. Es gibt keinen Sex mehr, der Praktikumsplatz ist mal wieder weg, und dann will Meike auch noch eine „Pause“ für ihre Beziehung. „Unkraut im Paradies“ ist ein sympathischer Film über die Liebe und das Erwachsenwerden. Lebensnah, humorvoll, mit überzeugenden Hauptdarstellern und viel Sympathie für die Figuren. mehr
Sie hat Charme und ein hinreißendes Lächeln, doch alle schauen nur auf ihre Fettpölsterchen. „Siehst du mich?“ ist ein Film über einen Menschen und seinen Wunsch nach Anerkennung. Er zeigt die andere Seite von Beauty-Industrie und Schönheitschirurgie, von Werbung und Videoclips. Lebenskluges Selbstfindungsdrama, das sich konsequenterweise nicht schert um coole Ästhetik & raffinierte Dramaturgie. Ein Film, der ganz nah bei seinen Figuren ist. mehr
Die Multikulti-Hauptstadt Berlin im Heiratsfieber. Drei Paare fiebern dem schönsten Tag ihres Lebens entgegen. Wenn da nur nicht die Schwiegereltern wären. Multikulti-Komödien sind schon fast ein eigenes Subgenre hierzulande. „Evet, ich will“ mit seiner "Short Cuts"-Dramaturgie gehört zu den ernsthafteren Varianten. Und mit dem hohen Tempo & dem grotesken Screwball-Touch zu den unterhaltsamsten. Ein intelligenter Wohlfühlfilm. mehr
Ein Ehepaar, ihr Sohn, eine leer geräumte Wohnung. Ein Tag vor der Abreise in ein neues Leben, taucht die erste Liebe des Ehemanns auf und will den Schwur der ewigen Treue von vor 24 Jahren einlösen, setzt damit Urktäfte frei und legt ein Familienleben in Trümmer. „Die Frau von früher“ ist moderne Ehegeschichte und klassische Tragödie zugleich. Andreas Kleinerts Film bewegt sich zwischen reduziertem Realismus, dezenter Stilisierung und theatraler Verfremdung. Das faszinierende Kammerspiel nach dem Drehbuch von Stefan Kolditz ist nach einem Theaterstück von Roland Schimmelpfennig entstanden. mehr
Die pubertierende Maren erfährt, dass ihr Vater bereits vor ein paar Jahren sein Geschlecht gewechselt hat. Sie besucht ihn und es kommt langsam zur Annäherung der beiden – nicht zuletzt auch dadurch, dass sie sich in einer ähnlichen Situation befinden: auch „Transpapa“ ist noch nicht ganz im neuen Körper angekommen, steckt quasi auch noch in der Pubertät. Sappelt & Striesow spielen das mit Hang zum beredten Schweigen und Sarah Judith Mettke gelingt es, wunderbar die Waage zu halten zwischen großem Ernst & trockener Komik. mehr
„Der Knochenmann“ ist die dritte Wolf-Haas-Romanverfilmung um den sonderbaren Privatdetektiv Brenner. Wieder hat sich das Dream-Trio Hader, Haas, Murnberger zusammengefunden. Bierbichler gibt den Hendlmann mit dem Hackebeil und die Knochenmahlmaschine kriegt viel zu tun. Da wird die Küche zum Mordwerkzeug, der Kühlraum zum Hobbykeller. Ein Fest für Freunde des Grotesken. Nachhilfestunde für deutsche Krimikomödienmacher (aus der Gegend um Münster) & Coen-Brüder-Fans! mehr
Jugendheimgeschichten, Teenager, die es schwer haben, ihren Platz im Leben zu finden. Träume, Sehnsüchte, Überlebensstrategien... Einmal mehr ist Henriette Confurius das starke Zentrum eines weniger starken Films. Einerseits rettet sie „Ameisen gehen andere Wege“ von Catharina Deus („Die Boxerin“), andererseits zeigt sie aber auch durch ihre Stärken die Schwächen dieses Coming-of-age-Dramas deutlich auf, dem es an Einklang fehlt zwischen Hauptgeschichte und Nebenplots. In ihrem Blick steckt mehr Geschichte als im Drehbuch. Der Film arbeitet mit vielen Metaphern, die immer dann gut sind, wenn sie filmisch sind. mehr