• Interview Gesine Cukrowski in: Eine Robbe und das große Glück

      Auf einen Blick: Kinokultfilme & Filmgeschichte im Februar TV60 – Alexandra Neldel in "Rache der Wanderhure" (Sat 1, 28.2.) Über 30 Fiktion-Premieren. Februar-Highlights auf einen Blick Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen

      Auf einen Blick: Kinokultfilme & Filmgeschichte im Februar

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      TV60 – Alexandra Neldel in "Rache der Wanderhure" (Sat 1, 28.2.)

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      RBB, 07.11.2011, 07:50 Uhr - Wiederholung
      Bewertung: 3,0 von 6

      Die deutsche Sharon Stone knutscht eine Robbe in einem ARD-Wohlfühlfilm

      Ihre Rollen als BKA-Frau, Pathologin oder Stasi-Schlampe haben Gesine Cukrowski das Image der coolen Blonden eingebracht. Dabei kann sie auch anders, wie die TV-Komödie "Eine Robbe zum Verlieben" beweist. "Der Film zeigt das, was viele kennen: Man zieht zusammen, jeder will nur das Beste, doch stattdessen ist diese Anfangsphase von Ängsten und Missverständnissen geprägt." Der Film zeige das gar nicht mal so unrealistisch.

      „Eine Robbe und das große Glück“ ist wie sein Vorgänger ein sehr leichtgewichtiger Film. Was hat Sie bewogen, die beiden Filme zu machen?
      Beim ersten Mal war es vor allem die höchst engagierte Regisseurin Christine Kabisch, die mich bewogen hat, mitzumachen. Außerdem fand ich die Besetzung klasse. Und das Thema – so seltsam es auch klingen mag – hat mich durchaus gereizt: eine Fischerin, die alleine mit Robbe statt Mann an der Ostsee lebt. Das hat doch was.

      Im zweiten Teil ist ihre Anne nun nicht mehr allein. Aber es gibt Probleme und einige leise „Botschaften“ in Hinblick auf das Zusammenleben der Geschlechter…
      Der Film zeigt einfach das, was viele kennen: Man zieht zusammen, jeder will nur das Beste, doch stattdessen ist diese Anfangsphase von Missverständnissen und Ängsten geprägt. Das nötige Vertrauen, das 100prozentige Sicheinlassen auf die Beziehung ist einfach noch nicht da. Man versucht, den anderen zu schonen und aus dem Schonen resultieren oft die blödesten Geschichten. Der Film zeigt das nicht unrealistisch.

      Fast schon schräg ist ja die Robbe als Haustier. Aber ist nicht so ein Tier furchtbar unberechenbar?
      Sie sagen es. Man muss sich komplett auf das Tier einstellen. Wenn eine Robbe satt ist, dann legt sie sich hin und schläft – egal, ob da 30 Leute um sie herumstehen und sie mit flehenden Blicken angucken. Ich bin die meiste Zeit mit einem Eimer voller Fischstücken herumgelaufen und habe unsere Robbe gelockt. Oder die Trainerin lag hinter einem Busch hat gerufen und mit einem Fisch gewedelt.

      Mir haben im Film die beiden Pinguine am besten gefallen. Die tippeln da grundlos durch die Nacht. Was sollte das?
      Die tauchten ja schon im ersten Film auf. Weil nämlich die Robbe damals so wenig von dem gebracht hat, was man uns versprochen hatte, und der Trainer die Pinguine dabei hatte und sie sehr viel williger waren, bekam die Produktion die beiden Pinguine einen Tag umsonst. So kamen sie in den ersten Film und da hat man sie in den zweiten Teil so als Gag auch noch mal eingebaut.

      Sie haben dieses Jahr das Mauerfall-Drama „Das Wunder von Berlin“ gedreht. Darin spielen Sie eine Stasi-Frau…
      Das ist schon eine sehr unsympathische Frau, die den klassischen Wendehals verkörpert. Jemanden zu spielen, der so gar kein Sympathieträger ist, fand ich auch mal sehr interessant. Man kann ja keine Figur spielen, die einem zuwider ist. Also musste ich etwas suchen, mit dem sich die Figur erschließen, sich ihr Verhalten verstehen lässt. Außerdem fand ich es spannend, in diese Zeit, 1988/89, einzutauchen. Ich habe den Mauerfall ja hautnah aus der Berlin-West-Perspektive mitbekommen. Die letzten Jahre in der DDR waren schon eine extrem spannende Zeit.

      Sie hatten ja privat gute Einblicke.
      Ja, mein Vater hat in der DDR zehn Jahre gearbeitet. Er hat dort medizinisch-technische Geräte verkauft. Er war jeden Tag in der DDR. Ich habe ihn natürlich gefragt, wie er das Land damals erlebt hat. Besonders durch seinen Blick von außen hatte er viele Erinnerungen, die mir geholfen haben, die Zeit zurückzuholen.

      Und wie spielt man eine Frau, die ein Attentat auf den Papst verhindern soll?
      Das ist auch nicht so leicht. Da hatte ich ein hartes Training vorher. Ich musste schießen und mich so bewegen lernen, dass man mir die BKA-Beamtin in diesem RTL-Thriller auch abnimmt. Das war vor allem konditionsmäßig eine große Herausforderung. Das war Action pur – und hat viel Spaß gemacht.

      Was ist auf die Dauer anstrengender: der augenzwinkernde Alltag oder das historische Drama?
      Schwerer zu spielen, finde ich den Alltag. Denn da bin ich ja ganz anders überprüfbar für den Zuschauer. Nehmen wir einen Beziehungsstreit. Das ist etwas, was jeder kennt und wo jeder sagt: so läuft das in der Realität ab oder so läuft es nicht. Wenn ich dagegen etwas Abstraktes spiele, beispielsweise diese Chefin vom BKA, kennt kaum einer die Wirklichkeit. Da habe ich also viel mehr Freiraum, die Rolle so anzulegen, wie es meiner Phantasie oder Logik der Geschichte entspricht.

      Ich habe gelesen, dass Sie sich in mehreren sozialen Projekten engagieren. Was liegt Ihnen momentan besonders am Herzen?
      Vor allem das Projekt Findelbaby. Wir eröffnen am 18. September eine neue Babyklappe in Satrup bei Flensburg. Ich halte Babyklappen für wichtige soziale Einrichtungen, aber noch wichtiger ist unser Notruftelefon mit der Nummer 0800-4560789, bei der Mütter in Not anrufen können. Man darf nicht vergessen, dass es seit Eröffnung der ersten Babyklappe 1999 dem Land sozial immer schlechter geht.

      Bei einer solchen sozialen Ader, sehnt man sich da nicht auch nach sozialeren Filmstoffen?
      Ja, natürlich. Das Problem ist nur, dass heute fast allein die Einschaltquoten darüber entscheiden, was für Geschichten im Fernsehen erzählt werden, und dass sozial engagierte Stoffe nicht in dem Maße gesehen werden wollen. Natürlich will auch ich, dass ein Film gesehen wird, aber ich finde, die Quote wird überbewertet. Wenn ein anspruchsvoller Film drei Millionen Zuschauer hat, dann sind das drei Millionen, die einen guten Film sehen wollen. Das ist doch was. Das sollte man nicht abtun.

      Neben dem berühmten „Sharon Stone“-Vergleich liest man immer wieder von einer gewissen Coolness Ihrer Rollen. Wie kam es eigentlich zu dem Image?
      Das hat der Regisseur von „Die Schläfer“, Roman Kuhn, aufgebracht. Wahrscheinlich, weil sich damit sein Film bei Pro Sieben besser vermarkten ließ. Und das Image hat sich seitdem tapfer gehalten.

      Sicher ein bisschen auch durch „Der letzte Zeuge“?
      Kann sein. Ich glaube aber, es macht vor allem die Optik: Frau, blond, blaue Augen. Ich bin ja auch nicht die Einzige, der Journalisten dieses Image verpasst haben.

      Zur Person
      Gesine Cukrowski, am 23. Oktober 1968 in Berlin-Neukölln geboren, begann ihre Karriere mit Fernsehserien wie „Und tschüss“, bevor sie 1998 mit dem TV-Movie „Die Schläfer“ und der mehrfach preisgekrönten Krimiserie „Der letzte Zeuge“ der Durchbruch beim breiten Publikum gelang. Seitdem ist sie sehr präsent auf dem Bildschirm, ist in allen Genres zuhause und besticht durch ihre Vielseitigkeit.

      Das Interview führte Rainer Tittelbach


      Gesine Cukrowski in: Eine Robbe und das große Glück
      Degeto / Interview / Komödie
      EA: 14.9.2007, 20.15 Uhr (ARD)
      Mit Gesine Cukrowski, Oliver Mommsen, Henning Baum, Deborah Kaufmann und Rolf Becker
      Drehbuch: Christine Kabisch, Michael Helfrich, Imogen Kimmel
      Regie: Imogen Kimmel
      Produktionsfirma: TeamWorx



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