Walter will in einer Finca auf Mallorca eine Edelrestaurant eröffnen. Doch er stirbt und hinterlässt seiner Frau ein schweres Erbe, aber die krempelt Degeto-like die Ärmel hoch. Zu diesem gediegenen Schmarrn fällt selbst Hauptdarstellerin Michaela May nicht viel ein.
Ein Wort zu “Der Traum meines Lebens”. Der Film ist ein Sommer-Märchen ...
Zunächst einmal ist es eine Auswanderungsgeschichte. Dann stirbt der Mann und die Frau kommt hinter Dinge, die zu sagen der Mann, ein Idealist, der auf Mallorca ein Gourmetlokal eröffnen will, zu feige war. So was soll es geben. Auch dass solche Leute auf Klüngeleien der Einheimischen stoßen. Die Autorin hat es so ähnlich selbst erlebt. Dass das alles in einem schönen Haus passiert, in einer schönen Umgebung - das ist nun mal die Schiene der Unterhaltung.
Was hat Ihr Lebenspartner Bernd Schadewald dazu gesagt, dass Sie die Rolle angenommen haben?
Als Regisseur hätte er den Film wahrscheinlich nicht gemacht. Er hat mir aber Tipps gegeben, wie ich in der Rolle eine größerer Glaubwürdigkeit bekommen könnte. Insgesamt war der Film harte Arbeit. Es war kein leichtes Buch. Es war aber auch kein leichter Dreh. Schließlich war ich fast in jeder Szene .... Was den Bernd angeht, fragen Sie ihn doch am besten selbst.
Bernd Schadewald: Als Schauspieler ist man in einer anderen Position. Als Schauspieler will man es dann doch versuchen und hofft, einen solchen Unterhaltungsfilm glaubwürdig, mit Sorgfalt und ohne Zynismus zu spielen. Von daher habe ich ihr nicht abgeraten.
Frau May, wohin geht die Reise im Fernsehfilm?
Ich bin da gar nicht so pessimistisch. Vor zehn Jahren war ich da, zumindest für mich selbst, pessimistischer. Da wurde nur mehr für die 15 bis 25-Jährigen geschrieben. Die Privatsender mit ihren Marktanteilen gaben den Ton an. Da dachte ich: „Was soll ich da noch?!“. Das hat sich verändert. Wenn ich an das letzte Jahr denke, an “In Sachen Kaminski”, an “Silberhochzeit” oder “Annas letzte Reise” - das sind endlich wieder Filme, die nicht nur auf ein junges Publikum zugeschnitten sind. Es gibt wieder Figuren, die mitten im Leben stehen, Frauen, die nicht nur die erste Liebende ist.
Aber ist es nicht dünn im Mittel-Feld geworden?
Da ist schon was dran. Das sieht man daran, dass ein paar wenige Filme alle Fernsehpreise abräumen. Andere Filme sind da gleich wieder hingetrimmt auf den ganz großen Kitsch. Ich bin auch kein großer Freund dieser XXLarge-Produktionen wie “Dresden” oder “Sturmflut”. Diese Filme imitieren Hollywood, kosten viel, sie klauen dem guten Fernsehfilm den Etat, können ihn aber nicht ersetzen. Sorge bereiten mir auch einige Produzenten und Redakteure, deren Entscheidungen ich nicht nachvollziehen kann. “Braun und grau darfst du nicht anziehen”, wurde mir bei einer Produktion gesagt. Einmal hieß es: “In den ersten Mustern hattest du ein Dirndl an. Das steht dir so gut. Also bitte bis zur letzten Szene nur Dirndl!”