Der neue Film von Markus Imboden bedient das Dorfkrimi-Genre auf ungewöhnliche Weise, spielt mit Gewalt, Humor und ist deutlich inspiriert von den Filmen der Coen-Brüder. Im Interview verrät der Schweizer Regisseur, was die Nordsee und das Berner Oberland gemeinsam haben, was an seinem neuen Film "Anti-Genre" ist, warum die Musik anders klingt, als in anderen Fernsehfilmen, wie er den Dreh mit der todkranken Barbara Rudnik empfunden hat oder was er mit ein, zwei Drehtagen mehr hätte besser machen können. mehr
DDR 1980, ein Volkspolizist und eine Dissidententochter lieben sich. Die Familien und Vater Staat versuchen, wo es nur geht, die Verbindung zu boykottieren. Stasi, Liebe, realer Sozialismus und die Muster einer Familienserie – kann das zusammen gehen? Die Autorin Annette Hess sagt im Interview, wie das gehen kann, was sie als Wessi an der DDR fasziniert, wie "realistisch" die Serie ist und wie es dazu kommt, dass sie neben "Weißensee" sehr leichte Serien wie "Tierärztin Dr. Mertens" oder "In aller Freundschaft" schreibt. mehr
Stasi, Liebe, realer Sozialismus, Familienserie – wie kann das zusammen gehen? Für Florian Lukas, der in "Weißensee" eine preisverdächtige Leistung hinlegt, kein Problem. "Solange es glaubwürdig ist und so lange man keine groben inhaltlichen Fehler macht, können zeitgeschichtliche Filme ein Denkanstoß sein, um eigene Erinnerungen mit anderen Menschen auszutauschen oder seine eigenen Erfahrungen zu erzählen. Ich sehe in einer Serie wie „Weißensee“ mehr einen Gesprächsanlass als ein historisches verbürgtes Dokument." mehr
Ein bisschen Hannibal Lecter, ein bisschen Theodor Storm. Christiane Paul über den Thriller von Matti Geschonneck, „Die Tote vom Deich“, über ihre Rolle als Zielfahnderin und ihre Vorbereitung. "In den meisten Krimis herrscht ein laxer Umgang mit der Waffe vor. Tatsächlich aber halten die Beamten von BKA, LKA oder SEK die Waffe mit ausgestrecktem Arm & wenn sie die Waffe rausnehmen, dann sind sie bereit für einen Schusswechsel." mehr
Über die Rolle ihres Lebens spricht Jessica Schwarz im Interview. Sie übte Romy Schneiders Gesten ein, tauchte in ihre Filme und Bilder ein – und doch war das Ikonografische nur ein Teil der Arbeit. "Ich war schon stärker am Seelenwesen Romy Schneider interessiert." mehr
Drei Kinder allein zu Hause, von der Mutter im Stich gelassen, die lieber bei ihrem neuen Freund einzieht. „Der große Tom“ entstand nach einem realen Fall. Niki Stein schrieb das Drehbuch und führte Regie. Der „Tatort“-Macher im Gespräch auch über seine häufige Doppelfunktion, die Krimi-Inflation und über die Lust, mal ein Melodram zu machen. mehr
Ihre Rollen als BKA-Frau, Pathologin oder Stasi-Schlampe haben Gesine Cukrowski das Image der coolen Blonden eingebracht. Dabei kann sie auch anders, wie die TV-Komödie "Eine Robbe zum Verlieben" beweist. "Der Film zeigt das, was viele kennen: Man zieht zusammen, jeder will nur das Beste, doch stattdessen ist diese Anfangsphase von Ängsten und Missverständnissen geprägt." Der Film zeige das gar nicht mal so unrealistisch. mehr
In „Familie ist was Wunderbares“ spielt Rita Russek eine Buchhändlerin, die sich von allen vereinnahmen lässt: von der Tochter, dem Freund, dem kranken Vater, ja sogar von ihrem Ex-Mann. Russek im Interview: "Zu erzählen, wie wichtig es ist, dass die Frau von heute unbedingt ihr eigenes Leben leben sollte – das haben wir in allen Spielarten schon gehabt. Das Schöne an dieser Geschichte ist, dass sie auch zeigt, wie schwer es oft ist, dieses eigene Leben zu leben. Es ist nun mal so: viele Frauen haben einerseits noch ihre Kinder an den Hacken und andererseits müssen sie sich um die pflegebedürftigen Eltern kümmern." mehr
In "Durch diese Nacht" verarbeitet Rolf Silber die eigenen Erfahrungen nach einer Gehirn-
blutung. Katharina Böhm spielt die Frau, die mit der Krankheit des Ehemanns umgehen muss. Im Interview spricht sie auch über ihre berühmten Eltern, ihren Beruf im Allgemeinen und ihren Karriereweg von "Guldenburgs" bis "Nachtschicht" im Besonderen. mehr
Ruth Toma gehört zu den besten Drehbuchautoren im Lande. Besonders ihre zeitgeschichtlichen Projekte haben sie als kluge Beobachterin und weise Moralistin ausgewiesen, die um den subjektiven Faktor von Lebensgeschichten weiß. Arte zeigt am Freitag das sehenswerte WDR-Fernsehspiel „Die letzten 30 Jahre“. Dieser Beziehungsfilm auf dem Hintergrund bundesdeutscher Geistesgeschichte besticht durch seine fein austarierte Balance zwischen Liebe und Politik, zwischen Intimität und Öffentlichkeit. Toma und Regisseur Michael Gutmann erliegen nicht dem Reiz, die „kultigen“ Äußerlichkeiten einer Zeit zu rekonstruieren, sie bebildern nicht den Zeitgeist, sie erzählen aus der Erfahrung heraus. Rosalie Thomass bietet eine preiswürdige Leistung und auch David Rott, Barbara Auer und August Zirner finden eine individuelle Haltung zu ihren historischen Prototypen. mehr
Katrin Saß (52) war ein Defa-Star und nach der Wende ein Niemand. In den 90er Jahren war sie „Polizeiruf“-Kommissarin – wegen Alkoholproblemen musste sie die Dienstmarke abgeben. Sie überstand ihre Krise und legte mit „Good Bye, Lenin“ ein großes Comeback hin. In „Liebe verlernt man nicht“ versucht sich die Schauspielerin nun im leichteren Fach. mehr
Lange nicht so viel gelacht wie in Doris Dörries Mini-Serie "Klimawechsel". Bei Andrea Sawatzki und ihrer völlig überforderten Kunstlehrerin Désirée, mit spätem Kind, sexsüchtigem Partner und gefangen im Messie-Syndrom, bleibt einem das Lachen mitunter im Halse stecken. Zum ersten Mal in einem Film spricht Sawatzki Bayerisch: "Ich habe befürchtet, Désirée würde in ihrem Wahn zu sphärisch werden, ich wollte sie ein bisschen erden", sagt die Schauspielerin, die nur noch ein Mal im "Tatort" als Kommissarin zu sehen ist. mehr
Zunächst war sie nicht begeistert davon, nun auch noch unter die Polizisten gehen zu müssen. Die als Charakterdarstellerin bekannte Silke Bodenbender ("Papa und Mama") über Beauty-Bonus, Frauenbilder, ihren ersten Stunt und den ZDF-Film „Auftrag Schutzengel“. mehr
Sommer 1969. Die Amerikaner landen auf dem Mond, Ingenieur Anton Brunner auf einer Hallig. Dort verliebt er sich in eine verheiratete Frau mit zwei Kindern (Aglaia Szyszkowitz). Klaus J. Behrendt kommt nach 12 Jahren "Tatort" mal ganz auf die gefühlvolle Art. mehr
Walter will in einer Finca auf Mallorca eine Edelrestaurant eröffnen. Doch er stirbt und hinterlässt seiner Frau ein schweres Erbe, aber die krempelt Degeto-like die Ärmel hoch. Zu diesem gediegenen Schmarrn fällt selbst Hauptdarstellerin Michaela May nicht viel ein. mehr
In „Vergessene Erinnerung“, ihrem 16. „Tatort“, kann Charlotte Lindholm anfangs nicht wie gewohnt auf ihren Intellekt setzen. Auch künftig wünscht sich Maria Furtwängler eine größere Verletzbarkeit ihrer kühlen blonden LKA-Ermittlerin & mal wieder einen Mann. mehr
Alles neu beim „Tatort“. Kommissar Cenk Batu, der Neue aus Hamburg, kommt stilvoll und cool daher. Er operiert als verdeckter Ermittler, der Alleingänge liebt und dabei nicht selten selbst in Gefahr gerät. „Auf der Sonnenseite“ ist ein Einstand nach Maß. Hauptdarsteller Mehmet Kurtulus äußert sich im Interview auch über das ungewöhnliche visuelle Konzept und das Medien-Bohai um den ersten türkischstämmigen "Tatort"-Kommissar. mehr
2002 erschütterte die Kollision zweier Flugzeuge im Luftraum in der Nähe des Bodensees die Öffentlichkeit. 71 Menschen starben. Eineinhalb Jahre später tötete ein Hinterbliebener den Dienst habenden Fluglotsen. „Flug in die Nacht“ erzählt von dieser doppelten Katastrophe. "Die größte Herausforderung war es, eine Figur zu spielen, die an ihrem Selbstmitleid beinahe zerbricht und mit dieser Schuld-und-Sühne-Situation nicht klar kommt, die aber zugleich für den Zuschauer erträglich bleiben sollte", so Duken über die Rolle des Fluglotsen. mehr
Gudrun Landgrebe ("Die flambierte Frau") über ihr Image, über Erotik-Drehs, über Selbstkritik und ihren Fernsehfilm "Herzlichen Glückwunsch" (2005) von Komödien-Experte Berno Kürten, der sich positiv abhebt vom Degeto-Schmonzetten-Fernsehen. mehr
Die Autorin Andrea Stoll ist Bachmann- und Celan-Expertin, schrieb aber auch das Drehbuch zum Schmachtfetzen "Mein Herz in Chile". Mit der Tragikomödie "Pizza und Marmelade" ist ihr die Vorlage zu einem sozialkritischen, märchenhaften München-Film über gestrandete Existenzen gelungen, zu dem Oliver Dieckmann wunderbare Bilder gefunden hat. mehr