In „30 Tage Angst“ verschlug es eine Reisegruppe in ein afrikanisches Land. Geiselnahme, nervenaufreibendes Warten, versuchte Flucht. Das waren 90 Minuten Spannung – mit einem fürs Fernsehen beachtlichen Look. Es hat sich gelohnt, einmal aus dem üblichen Krimimuster auszubrechen.
Es ist Thorsten Näters Woche. Der Regisseur und Autor zeigte erst am Sonntag, wie sich im Jahre 2009 an die Stärken des „Polizeirufs“ aus DDR-Zeiten anschließen lässt. Tags darauf sah man dann einen völlig anderen Film von ihm: In „30 Tage Angst“ verschlug es eine Reisegruppe in ein afrikanisches Land. Geiselnahme, nervenaufreibendes Warten, versuchte Flucht. Das waren 90 Minuten Spannung – mit einem fürs Fernsehen beachtlichen Look. Näter spielte mit Tag und Nacht, mit Licht und Schatten, mit Wüstenlandschaften und Sandformationen. Aber auch das Gut/Böse-Muster wurde aufgebrochen – nicht allzu feinsinnig, aber einem dem Genre verpflichteten TV-Movie angemessen. Nach Schema F waren hingegen die Charaktere gestrickt, die überdeutlich ihre Lebensumstände auf den Lippen trugen. Sei’s drum. Ein solches Wüstendrama – vor Jahren nur bei den Privaten denkbar – ist ein Wagnis. Es hat sich gelohnt, einmal aus dem üblichen Krimimuster auszubrechen.
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