Klassentreffen
    • Fernsehfilm „Klassentreffen“

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      "Mein Vater, seine Freunde & das ganz schnelle Geld" (Mediathek)

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      Eins Festival, 30.06.2012, 01:50 Uhr - Wiederholung

      Giering, Martinek, Striesow, von Bülow: Jugendträume vergehen, Hoffnungen bleiben

      Rainer Tittelbach
      Klassentreffen einer Abitursklasse nach 15 Jahren. Es ist eine Nacht, in der jeder im Suff und doch ernüchtert seine alten Träume an der Realität gemessen hat. Freunde erkennen, dass sie sich auseinander gelebt haben, aber dass ihnen die Erinnerung an ihre Jugend keiner nehmen kann. Eine Geschichte, fünf Perspektiven. Wehmütig, mit exzellentem Soundtrack.

      Der eine kommt im Porscheflitzer, die andere mit Zwillingen auf dem Rücksitz. Die einen werden wie damals gefeiert, die anderen erkennt nicht mal einer. Klassentreffen einer Abitursklasse nach 15 Jahren - vieles hat sich geändert, manches wird sich nie ändern. Einen Film über die Wehmut, die jeden überkommt, der sich an die unbeschwerten Jahre der Schulzeit zurück erinnert, haben Arne Sommer und Marc Hertel für die ARD gedreht. Ein Film nicht nur für die, die in den coolen 80ern das Erwachsenwerden geübt haben.

      die Clique
      Foto: HR

      Alte Verletzungen: Martinek, Philipp,

      von Bülow & Giering

      die Clique
      Foto: HR

      Endlich gefunden: Barbara Philipp

      und Frank Giering

      Ging es einst um ein wenig Aufmerksamkeit, die dem labilen Selbstwertgefühl gut tat, ging es darum, dazu zu gehören, so geht es Stütze, Tanja & Co heute vor allem darum, den anderen zu zeigen, dass man es geschafft hat, dass man wer geworden ist. Doch nach ein paar Stunden fällt die Fassade - bei den sogenannten “Losern” eher als bei einem Gewinner-Typ wie dem Musiker und Produzenten Nick, der seinem Kumpel einst den Song gestohlen hat, der ihn zum One-Hit-Wonder machte und ihm in der hessischen Kleinstadt das Image eines Superstars bescherte. Am Ende ist es eine Nacht, in der jeder im Suff und doch ernüchtert seine alten Träume an der Realität gemessen hat. Freunde fürs Leben erkennen, dass sie sich auseinander gelebt haben, aber dass ihnen die Erinnerung an ihre Jugend keiner nehmen kann.

      “Klassentreffen” präsentiert dem Zuschauer die Ereignisse weniger Stunden aus fünf verschiedenen Perspektiven. Da ist Nick (beiläufig: Johann von Bülow), der Womanizer mit der vergeigten Musikerkarriere. Die einstige Öko-Schlaftablette Bert, mit Mut zur Verliererpose von Devid Striesow gespielt. Da ist Tanja (mehrgesichtig: Barbara Philipp), die ihr Medizinstudium abgebrochen hat und sich jetzt mit den Erfolgen ihres untreuen Mannes brüsten muss. Da ist Stütze, der Rock ‘n‘ Roller, der heute in der Dorfkirche orgelt - Frank Giering gibt ihn nachdenklich. Und schließlich die unnahbare Jahrgangsschöne Connie (bezaubernd: Lisa Martinek), die von Amerika träumte und stattdessen in der Firma ihres Vaters im Taunus festhängt. Jeder bekommt seine Sicht auf die Dinge des Abends.

      Fünf Mal ertönt zum Auftakt des mit exzellentem 80er-Sound (Abc, New Order, Soft Cell, B 52’s) beschallten Klassentreffen Human Leagues “Don’t You Want Me”. Fünf Mal fliegen die Fäuste, fließen die Tränen, rocken von Bülow, Giering & Co den The-Smiths-Klassiker “Ask”. Erst nach und nach schälen sich die Kernkonflikte der alten Clique heraus, die Verletzungen von damals, die Hoffnungen von heute. “Klassentreffen” ist mit seinen vorzüglichen Schauspielerleistungen nicht nur ein melancholischer Beitrag zum Eighties-Revival, sondern auch ein Evergreen für all diejenigen, die es "geschafft" haben, aber deren Träume noch über den Rand des Gartenzauns hinausreichen. (Text-Stand: 28.1.2004)

      Rainer Tittelbach arbeitet seit über 25 Jahren als TV-Kritiker & Medienjournalist. Er ist Grimme-Juror & FSF-Prüfer. Seit 2009 betreibt er tittelbach.tv. Mehr


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      „Klassentreffen“
      HR / Fernsehfilm / Drama
      EA: 28.1.2004, 20.15 Uhr (ARD)
      Mit Lisa Martinek, Frank Giering, Johann von Bülow, Devid Striesow, Barbara Philipp und Julie Charon Engelbrecht
      Drehbuch: Arne Sommer
      Regie: Marc Hertel
      Soundtrack: u.a. Human League, ABC, New Order, Soft Cell, B-52's, The Smiths
      Produktionsfirma: Hessischer Rundfunk


      Bewertung: 5,0 von 6


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