• Fernsehfilm „Mein Mörder kommt zurück“

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      ZDF neo, 16.02.2012, 20:15 Uhr - Wiederholung
      Bewertung: 5,0 von 6

      Katharina Wackernagel & Matthias Koeberlin: Mehr als Todesangst im Blick

      „Ich habe acht Jahre Vorsprung“, sagt die junge Frau, die im Prozess gegen ihren brutalen Freund aussagt. Die acht Jahre sind vorbei. Sie hat sie keinen Vorsprung mehr – nur noch Angst! Dieser packende TV-Film ist mehr als ein Thriller. Autor Norbert Eberlein ("Blackout") ging es auch um die psychologischen Dimensionen: um das Drama einer Frau, die mit den Regeln des Zeugenschutz’ nicht klar kommt. Mächtig präsent: Katharina Wackernagel.

      Drei Schüsse, abgefeuert auf eine junge Frau. Sie war die Lebensgefährtin des Täters. Drei Schüsse, eiskalt abgegeben von dem Boss einer gefürchteten Bande. Drei Schüsse, die wie ein Wunder die Frau nicht umbringen – sie aber dennoch ihr Leben kosten. Denn jene Tanja Siebert lässt sich überreden, gegen ihren Ex-Freund umfassend auszusagen. Dafür wird sie in das Zeugenschutzprogramm aufgenommen. Sie bekommt eine neue Identität und beginnt ein neues Leben, weit weg von der alten Heimat. „Ich habe acht Jahre Vorsprung“, sagt sie nach dem Prozess. Die acht Jahre sind vorbei. Sie hat keinen Vorsprung mehr – nur noch Angst!

      Wackernagel
      Foto: ZDF

      Horror vor acht Jahren.

      Katharina Wackernagel

      Wackernagel
      Foto: ZDF

      Der Schrecken kehrt

      zurück. Wackernagel

      In „Mein Mörder kommt zurück“ geht es von den ersten Bildern an gleich richtig zur Sache. Eine Frau in der Gewalt eines Mannes. Die Coolness, mit der er in der ersten Szene abdrückt, charakterisiert ihn als eiskalten Killer und das bedeutet nichts Gutes für die Zukunft von Tanja Siebert, die jetzt Vera Grote heißt und in einem kleinen Ort lebt mit Sohn Leo und Ehemann Mischa. Sie fühlt sich geborgen – das behauptet sie jedenfalls – und doch kann sie mit ihrer neuen „Rolle“ nicht völlig identisch sein. „Ich habe Angst, mich zu verraten; dabei würde ich mich so gern verraten“, sagt sie ihrem Psychotherapeuten. Wenig später schlagen ihre Zweifel in Ohnmacht um, werden aus der Sorge um die Ehrlichkeit ihrer Beziehung(en) Panik und nackte Angst um ihr Leben. Im Internet stößt sie auf eine Suchanzeige mit Foto: ein „Kopfgeld“ wird auf sie ausgesetzt. Die junge Frau weiß nicht, wem sie noch vertrauen kann.

      Dieser packende Fernsehfilm ist mehr als ein Thriller. Im Auf-sich-selbst-gestellt-sein der Heldin steckt mehr als das Ohnmachts-Szenario des Angst-Genres. Norbert Eberlein („Blackout“) ging es auch um die psychologischen Dimensionen: um das Drama einer Frau, die mit den Regeln des Zeugenschutz’ nicht klar kommt. Kann ein sensibler Mensch überhaupt in der Lage sein, eine neue Identität anzunehmen, ohne seelisch Schaden zu nehmen? „Die große Stärke meiner Figur ist ihre Natürlichkeit. Ihr geht es am besten, wenn sie offen und ehrlich sein kann“, sagt Katharina Wackernagel. „Doch dann muss ausgerechnet sie notgedrungen, zum Selbstschutz lügen.“ Verstrickt in diese Widersprüche, dazu blanke Todesangst – das ist ein extremer Gefühlscocktail, der da durch Veras Körper gejagt wird.

      Der Zuschauer verfolgt das Geschehen mit den Augen der Heldin. Es ist die psychophysische Präsenz von Katharina Wackernagel, die der gut durchdachten Geschichte die nötige Sinnlichkeit verleiht. Es sind die großen Augen der Schauspielerin, in denen sich die zwiespältigen Gefühlslagen spiegeln. Da ist mehr als Angst. Da ist vor allem der Verlust jenes für das emotionale Gleichgewicht so entscheidenden Urvertrauens in die Menschen. (Text-Stand: 8.10.2007)

      Rainer Tittelbach


      „Mein Mörder kommt zurück“
      ZDF / Fernsehfilm / Psychothriller
      EA: 8.10.2007, 20.15 Uhr (ZDF)
      Mit Katharina Wackernagel, Matthias Koeberlin, Sandra Borgmann, Johannes Allmayer, Hans-Uwe Bauer und Julia Jäger
      Drehbuch: Norbert Eberlein
      Regie: Andreas Senn
      Produktionsfirma: TeamWorx



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