Wer liebt, lässt los
    • Fernsehfilm „Wer liebt, lässt los“

      Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen U5 Filmproduktion präsentiert: "Rindvieh à la Carte" (ARD, 28.6.) Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Juni 2013 WEISSENSEE - Staffel 2 Werden Sie FAN & FREUND von tittelbach.tv - Infos per Klick

      Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen

      Foto: Degeto / SWR / Krieg

      U5 Filmproduktion präsentiert: "Rindvieh à la Carte" (ARD, 28.6.)

      Foto: RB / Jörg Landsberg

      Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Juni 2013

      Foto: Zieglerfilm

      WEISSENSEE - Staffel 2

      Zieglerfilm präsentiert die Ausnahme-Serie vorab auf DVD

      Werden Sie FAN & FREUND von tittelbach.tv - Infos per Klick

      ZDF, 17.02.2013, 20:15 Uhr

      Karven, Aleardi, Hecke, Judith Kennel. Ein Melodram, das es sich nicht leicht macht!

      Tilmann P. Gangloff
      „Wer liebt, lässt los“ erzählt von einem Ski-Unglück, welches das Leben mehrerer Menschen entscheidend verändert. Es ist nicht leicht, eine Nahtod-Erfahrung sichtbar zu machen, wenn man religiösen Kitsch oder filmische Klischees vermeiden will. Regisseurin Judith Kennel, bekannt durch die ZDF-Krimireihe „Unter anderen Umständen“, verlässt sich auf die Kraft der Dialoge, aber auch auf das beredte Schweigen der verunglückten Snowboarderin, die der Held zur Lichtgestalt stilisiert. Stimmiges Buch, glaubwürdige Schauspieler, tiefe Gefühle!

      Pasquale Aleardi & Ursula Karven in "Wer liebt, lässt los"
      Foto: ZDF / Maria Krumwiede

      Nach dem Skiunfall ist nichts mehr, wie es war... Pasquale Aleardi & Ursula Karven.
      Ob in Innen- oder Außenszenen – "Wer liebt, lässt los" sucht über die Präzision, die sich durch alle Gewerke zieht, nach einer Klarheit der Gefühle. Die Geschichte ist sehr viel "aufgeklärter" und eigensinniger als andere Filme des Genres, die nicht aus dem Gefängnis der Hollywood-Liebesmythologie ausbrechen – und so oft kitschig geraten. Dieses ZDF-Melodram dagegen entlässt die Liebe in höhere Sphären... tit.

      Die Handlung klingt nach einem (Kitsch-)Melodram erster Güte, aber Drehbuch und Regie sind ausgesprochen behutsam mit dem Stoff umgegangen. Auch die Schauspieler haben einen großen Anteil daran, dass die Geschichte zwar berührt, aber nie penetrant auf die Tränendrüse drückt. Dabei lässt schon der Titel das Schlimmste erwarten. „Wer liebt, lässt los“: Das klingt nach Abschied für immer. Aber es kommt ganz anders in diesem ZDF-Sonntagsfilm.

      Der Film beginnt mit einer familiären Idylle: Sportjournalist Stephan (Pasquale Aleardi) und Lichtdesignerin Luise (Ursula Karven) führen eine vorbildliche Ehe. Anstrengend ist allein der pubertierende Sohn, Johnny (Markus Quentin), ansonsten aber ist am Vorabend von Stephans alljährlichem Skiausflug mit seinen Freunden alles in bester Ordnung. Als Stephan in den Schweizer Bergen einer verunglückten Snowboarderin zu Hilfe kommen will, ändert sich sein Leben schlagartig: Er stürzt ab und fällt ins Koma. Als er endlich wieder erwacht, ist er ein Anderer geworden. Auch wenn er und die Frau nur wenige Momente gemeinsam verbracht haben: Dieses extreme Erlebnis war von einer derartigen Intensität, dass es die beiden Menschen stärker zusammengeschweißt hat als die 14 Jahre Ehe mit Luise.

      Aleardi, Hecke & Karven in "Wer liebt, lässt los"
      Foto: ZDF / Maria Krumwiede

      Die Nahtod-Erfahrung hat ein neues Paar erschaffen. Aleardi, Hecke & Karven.
      Die Suche nach der verlorenen Zeit. Kein Bild ist zufällig, kein Blick, keine Träne nur vordergründig von Bedeutung. Die stillen Momentaufnahmen der Beziehung werden auf die Bildebene verlängert und geben diesem Film einen Atem, der tiefer geht als die klassische (Spannungs-)Dramaturgie, die nur fragt: Kriegt sie ihn wieder oder nicht? Auch die Musik stört in "Wer liebt, lässt los" nicht im Gegensatz zu anderen Gefühls(melo)dramen. Sie untermalt den Fluss der seelischen Stimmunglagen... tit.

      Es ist nicht leicht, eine Nahtod-Erfahrung sichtbar zu machen, wenn man religiösen Kitsch oder filmische Klischees vermeiden will. Regisseurin Judith Kennel, bekannt durch die ausschließlich von ihr inszenierte ZDF-Krimireihe „Unter anderen Umständen“, verlässt sich auf die Kraft der Dialoge. Stephan stilisiert die Frau zur Lichtgestalt. Ganz entscheidend für das Verständnis seiner Liebe ist daher die Figur des Krankenhausseelsorgers, den Marcus Mittermeier mit angemessenem Ernst und einer gewissen Beharrlichkeit versieht. Er fungiert quasi als Vermittler zwischen der abstrakten Position Stephans und Luises nachvollziehbarem Wechselbad der Gefühle aus Verwirrung, Empörung und Verzweiflung: Erst bangt sie um das Leben ihres Mannes, dann muss sie ausgerechnet in der Phase der Erleichterung einen weiteren Schicksalsschlag verkraften. Ähnlich wichtig für die dramaturgische Balance des Films ist Gaby Dohm als Stephans resolute Mutter. Sie ist der pragmatische Gegenentwurf zum Seelsorger, der naturgemäß offen für spirituelle Erfahrungen ist.

      Sämtliche Darsteller spielen ihre Rollen mit großer Glaubwürdigkeit, was ganz entscheidend dazu beiträgt, dass man bereit ist, der Geschichte zu folgen. Klug war es zudem, Patrizia (Christina Hecke), die neue Frau in Stephans Leben, konsequent als Randfigur praktisch ohne Dialog zu inszenieren; wie soll man auch eine Lichtgestalt verkörpern? Details wie die Uhr, die Stephan einst vom verstorbenen Vater geerbt hat und die er schließlich als Metapher für sein altes Leben Luise überlässt, tragen ebenfalls dazu bei, das Schicksal aller Beteiligten nachvollziehbar zu gestalten. Handlungsergänzungen wie Luises Ärger am Arbeitsplatz oder die Probleme mit Johnny sorgen außerdem immer wieder für realistische Anknüpfungspunkte. Ein ungewöhnlicher Stoff und ein gerade für diesen Sendeplatz ungewöhnlicher Film, der es seinem Publikum nicht leicht machen will. (Text-Stand: 20.1.2013)

      Ursula Karven & Marcus Mittermeier in "Wer liebt, lässt los"
      Foto: ZDF / Maria Krumwiede

      Gespräch mit guter Aussicht. Karven & Marcus Mittermeier als Klinikseelsorger.
      Der Film besitzt eine glasklare Optik und Einstellungen von betörender Schönheit, aus denen Regisseurin Judith Kennel, Kamerafrau Nathalie Wiedemann und Cutter Jan Henrik Pusch stimmungsvolle Panoramen werden lassen, die das 16:9-Format "sinnvoll" ausfüllen. Wir brauchen mehr von solchen intensiven "Gefühlsfilmen". tit.

      Tilmann P. Gangloff ist seit 1985 freiberuflicher Fernseh- und Filmkritiker für Tageszeitungen und Fachzeitschriften, seit 1990 regelmäßiges Mitglied der Jury für den Grimme-Preis sowie Mitglied diverser anderer Fernsehpreisjurys.


      „Wer liebt, lässt los“
      ZDF / Fernsehfilm / Melodram
      EA: 17.2.2013, 20.15 Uhr (ZDF)
      Mit Ursula Karven, Pasquale Aleardi, Christina Hecke, Gaby Dohm, Marcus Mittermeier, Nicola Thomas, Markus Quentin und Lilly Liefers
      Drehbuch: Christoph Silber, Stefan Schaefer
      Regie: Judith Kennel
      Kamera: Nathalie Wiedemann
      Szenenbild: Thorsten Lau
      Produktionsfirma: Network Movie
      Quote: 6,07 Mio. Zuschauer (16,2% MA)


      Bewertung: 4,5 von 6



      Folgende Artikel könnten Sie interessieren

      • Solange du schliefst (Fernsehfilm)
      • Und dennoch lieben wir (Fernsehfilm)


      Drucken Senden Kommentieren Kommentare (1)


      Tittelbach.tv empfiehlt: Filme und Serien auf DVD

      DVD : Bella Block – Vorsehung DVD : Das wahre Leben DVD : Entführt DVD : Stauffenberg

       

    • Startseite
    • > Programm <
      • > Fernsehfilm <
      • Reihe
      • Mehrteiler
      • Serie
      • Kino-Koproduktion
      • Interview
      • Porträt
      • Kurztipps
    • Exklusiv
      • Interview
      • Porträt
      • News
      • Analyse
      • Drehbericht
    • Bonusmaterial
      • Toplisten
      • Was andere schreiben
      • Web-Tipps
      • Soundtrack
      • DVD-Tipps
      • Dancing DJ Roger
    • Intern
      • Tittelbachs Welt
      • Fans & Freunde
      • Glossar
      • Mediadaten
      • Datenschutz
      • Kontakt
      • Gästebuch
      • Impressum
    • Spenden

      ... weil Qualität ihren Preis hat!

    • Ausblick: Top Drama

      • Schäfer
        Foto: BR
      • in der nächsten Woche:

        1. "Jasmin" (20.6.)

        2. "Die Vermissten" (25.6.)

    • Ausblick: Top light

      • Schneeberger
        Foto: ORF / MDR
      • in den nächsten zwei Wochen:

        1. "So wie du bist" (19.6.)
        Foto: Gisela Schneeberger

        2. "Eine ganz heiße Nummer" (3.7.)

        3. "Rindvieh à la Carte" (28.6.)

    • Ausblick: die Krimis

      • Neuhauer
        Foto: ORF
      • in den nächsten zwei Wochen:

        1. "Vier Frauen und ein Todesfall" (ab 14.6.). Foto: Neuhauser

        2. "Tod an der Ostsee" (28.6.). Eher eine Enttäuschung!

        3. "Tatort – Letzte Tage" (23.6.). Nicht richtig top!

    • Die Top-Filme 2013

      • Alicia von Rittberg
        Foto: ZDF / Maack
      •  

        • "Operation Zucker" (ARD/BR)
        • "Mobbing" (ARD/BR)
        • "Mord in Eberswalde" (ARD/WDR)
        • "Und alle haben geschwiegen" (ZDF)
          Foto: Alicia von Rittberg
        • "Unsere Mütter, unsere Väter" (ZDF)
        • "Verratene Freunde" (ARD/SWR)
        • "Bloch – Im Labyrinth" (ARD/WDR/SWR)
        • "Verbrechen – nach Ferdinand von Schirach" (ZDF)
        • "Tödliche Versuchung" (ZDF)
        • "Die Auslöschung" (ARD/SWR)
    • Bert-Donnepp-Preis

      • jetzt erst mal feiern!
      • Der renommierte Preis für Medienpublizistik, 1991 vom Verein der Freunde des Grimme-Preises gestiftet, wurde am 5.2. an tittelbach.tv in Marl verliehen.

        • Preis-Begründung
        • Laudatio von Vera Linß
        • Replik von Rainer Tittelbach
    • Kino-Klassiker

      • "The Big Easy"
      • Zwei Jahre sind genug! Ich bin es leid, mit meiner Arbeit die einfallslose Spielfilmpolitik von ARD & ZDF aufzuwerten. Da wird ein Repertore totgespult. Kaum Entdeckungen, kaum Raritäten, kaum vergessene Klassiker. "The Big Easy – Der große Leichtsinn" (BR, 16.6., 22.15 Uhr) mit Dennis Quaid

    • Die Top-Filme 2012

      • Pastewka
        Foto: ZDF
      •  

        • "Das unsichtbare Mädchen" (ZDF/Arte)
        • "Der letzte schöne Tag" (ARD/WDR)
        • "Tatort – Die Ballade von Cenk und Valerie" (ARD/NDR)
        • "Das Ende einer Nacht" (ZDF)
        • "Lösegeld" (ARD/WDR)
        • "Polizeiruf 110 – Schuld" (ARD/BR)
        • "Riskante Patienten" (ARD/WDR)
        • "Der Turm" (ARD/MDR)
        • "Auslandseinsatz" (ARD/WDR)
        • "Mutter muss weg" (ZDF)
          Foto: Bastian Pastewka
        • "Polizeiruf 110 – Fieber" (ARD/BR)
        • "Spuren des Bösen: Racheengel" (ZDF/Arte)
        • "Zappelphilipp" (ARD/BR)
    • tittelbach.tv-Dossier

      • tittelbach.tv-Dossier
      • Liebe Leser,

        tittelbach.tv zu unterstützen, lohnt sich aus mehreren Gründen. Es sichert den Fortbestand des fernsehfilm-beobachters und es bietet Ihnen jetzt auch einen Mehrwert. Als kleines Dankeschön erhalten Sie ein 27seitiges Dossier zu "60 Jahre deutsche Fernsehfiktion". mehr
                         Ihr Rainer Tittelbach

    • Kaufen bei

      Kaufen bei
      und tittelbach.tv unterstützen

    • tittelbach.tv flattrn

    • Kalender

    • Top Premieren

      Highlights bis zum 03.07.2013
      1. „Eine ganz heiße Nummer“  (ZDF, 03.07.)
      2. „Vier Frauen und ein Todesfall – Staffel 3“  (ARD, 28.06.)
      3. „Jasmin“  (ARD, 20.06.)
      4. „Rindvieh à la Carte“  (ARD, 28.06.)
      5. „Die Vermissten“  (ZDF, 25.06.)
    • Top Wiederholungen

      Highlights bis zum 21.06.2013
      1. „Am Ende kommen Touristen“  (ZDF-Kultur, 21.06.)
      2. „Tatort – Die Heilige“  (WDR, 20.06.)
      3. „Café Meineid“  (BR, 21.06.)
      4. „Devot“  (MDR, 21.06.)
      5. „Hilfe, die Familie kommt!“  (SWR, 20.06.)
    • Fernsehfilme 6/2013

      • Julia Brendler
        Foto: SWR
      • ALLE TOP-TV-Filme des Monats auf einen Blick. Für Juni nicht schlecht! Top-Debütfilme, Top-  Kino-Koproduktionen & starke Wiederholungen. Foto: Brendler. Erinnerungshilfe per Newsletter? Außerdem Tagestipps mit den wichtigsten Links auf Facebook

    • Wiederholungen

      • Möhring & Koschitz
        Foto: WDR / Weber
      • die Top-Zwölf im Juni:

        1. Dominik Grafs "Im Angesicht des Verbrechens"

        2. "Der letzte schöne Tag" mit Wotan Wilke Möhring (Foto)

        3. "Der Turm", Zweiteiler nach Uwe Tellkamps Roman

        4. "Der Tanz mit dem Teufel" mit Koch, Moretti, Waltz

        5. "Die Auslöschung" mit Klaus M. Brandauer & Gedeck

        6. Haders "Der Knochenmann"

        7. Stillers "Sie hat es verdient" mit Liv Lisa Fries

        8. Geschonnecks "Entführt"

        9. "Spreewaldkrimi: Die Tränen der Fische" von Thomas Kirchner

        10. Jutta Hoffmann in "Polizeiruf: Bei Klingelzeichen Mord"

        11. Król, Kunzendorf, Kraume, Kornatz: "Tatort: Es ist böse"

        12. Brambach im Komödien-Hit "Barfuß bis zum Hals"

        weitere Top-Wiederholungen

    • Facebook

    • ttv: meist gelesen

      • Jonas Nay
        Foto: NDR
      • Die Kritik zum Medien-Drama "Homevideo" (NDR/Arte) ist mit großem Abstand der meist gelesene Text auf tittelbach.tv. Foto: Jonas Nay. Die weiteren Klick-Highlights (Stand: 23.5.):
         

        •  2. "Das unsichtbare Mädchen" (ZDF/Arte)
        •  3. "Willkommen im Krieg" (Pro Sieben)
        •  4. "Es war einer von uns" (ZDF/Arte)
        •  5.  "Die Holzbaronin" (ZDF)
        •  6. "Tödliche Versuchung" (ZDF) 
        •  7. "Der Duft von Holunder" (ARD)
        •  8. "Sie hat es verdient" (ARD)
        •  9. "Inklusion – gemeinsam anders" (ARD/BRalpha)
        • 10. "Nacht ohne Morgen" (ARD/WDR)
        • 11. "Die letzte Spur – Alexandra 17 Jahre" (Sat 1)
        • 12. "Ausgerechnet Sex" (Sat 1)
    • Folge uns über

      FacebookTwitterRss Feed
    • © 2013 Rainer Tittelbach