Mein Mann, seine Geliebte und ich
    • Fernsehfilm „Mein Mann, seine Geliebte und ich“

      "Mein Vater, seine Freunde & das ganz schnelle Geld" (Mediathek) noch mal zur Primetime auf 1Festival: "Mobbing" (18.5., 20.15 Uhr) WEISSENSEE - Staffel 2 Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Mai 2013
      Foto: ZDF / Hartmann

      "Mein Vater, seine Freunde & das ganz schnelle Geld" (Mediathek)

      collina Filmproduktion präsentiert einen Film von Max Färberböck & Ulrich Limmer

      Foto: BR / Fischkoesen

      noch mal zur Primetime auf 1Festival: "Mobbing" (18.5., 20.15 Uhr)

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      WEISSENSEE - Staffel 2

      Zieglerfilm präsentiert die Ausnahme-Serie vorab auf DVD

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      Foto: SWR / ORF / Domenigg

      Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Mai 2013

      ZDF neo, 08.06.2013, 21:45 Uhr - Wiederholung

      Betrogene Mariele Millowitsch: „Man darf einen Menschen nicht so lieben, nicht so!“

      Rainer Tittelbach
      „Wissen Sie, wie das ist, wenn jemand, den man liebt, mit dem man sein halbes Leben verbracht hat, mit dem man alt werden wollte, wissen Sie, wie das ist, wenn der auf einmal sagt: Endstation, ich steige aus, du fährst alleine weiter. Das ist so schrecklich, da ist man plötzlich zu allem fähig.“ Was folgt, wirkt abgedroschen, macht aber neugierig. Mit dabei neben Mariele Millowitsch: Harald Krassnitzer und Natalia Wörner. Drehbuch: Laila Stieler.

      Millowitsch & Krassnitzer
      Foto: ZDF / Gordon Mühle

      Eine Jolle zum Geburtstag. Doch die Ehe erfährt eine Flaute. Millowitsch, Krassnitzer

      „Wissen Sie, wie das ist, wenn jemand, den man liebt, mit dem man sein halbes Leben verbracht hat, mit dem man alt werden wollte, wissen Sie, wie das ist, wenn der auf einmal sagt: Endstation, ich steige aus, du fährst alleine weiter. Das ist so schrecklich, da ist man plötzlich zu allem fähig.“ Gleich zwei Mal fallen diese Sätze in „Mein Mann, seine Geliebte und ich.“ Die Situation ist also sonnenklar – und doch nimmt die Handlung einen etwas anderen Gang, als man es aus dem Leben kennt. Die betrogene Ehefrau Rike zerschlägt weder das Porzellan, noch stellt sie ihrem „Bärchen“ Erik die Koffer vor die Tür. Sie leidet auch nicht still vor sich hin, sondern gibt Gas, um ihren Mann zurückzuerobern.

      Als phantasie- und leidenschaftslos beschreibt Erik seine Frau in einer seiner zahllosen Erotik-Mails an Dana, die so anders ist, so hingebungsvoll, so selbstbewusst, so offen. Aus lauter Verzweiflung schnüffelt Rike durch seine Ordner im Computer. „Zwischen meinem Eheleben und unserem Glück liegen Welten“, gehört noch zu den harmloseren Beurteilungen ihrer 25-jährigen Ehe. Einen Plan hat sie anfangs nicht. Zunächst würde sie ihm am liebsten wütend ins Gesicht springen, dann setzt sich aber das altbekannte Muster durch: nur nicht offen reden miteinander. Aber was tun? Sie probiert’s auf Hausfrauenart: mit „Dirty Talk“-Übungs-CD, einem Abendessen zu zweit, dessen ersten oralen Gang sie ihrem Gönnergatten auf den Knien servieren möchte. Die Lippen gespitzt – doch Erik wehrt ab. Erst als Rike herausfindet, dass ausgerechnet Dana, die sie zufällig selbst kennen gelernt hat, die Geliebte ist, reift in ihr der Plan, beide unvorbereitet mit der Situation zu konfrontieren.

      Millowitsch & Wörner
      Foto: ZDF / Gordon Mühle

      Mehr Spaß hat Ehefrau Rike (Mariele Millowitsch) mit Dana (Natalia Wörner).

      Diese Situation gehört für den Zuschauer zu den reizvollsten Szenen des Films. Peinlich, doch alle drei schlagen sich achtbar. Autorin Laila Stieler bringt gleichermaßen für alle drei Haltungen Verständnis auf. „Man darf einen Menschen nicht so lieben, nicht so“, erkennt sogar Rike, aber sie kann nicht anders, sie hat es nie anders gelernt, ihre Liebe dadurch auszudrücken, dass sie ihr „Bärchen“ verwöhnt und ihm das Frühstücksei aufklopft. Auch als Zuschauer kann einem diese Frau ziemlich auf die Nerven gehen. Man möchte ihr schon fast den Tipp geben, mal einen Beziehungsratgeber zu lesen. Aber wahrscheinlich würde sie davon nur die Hälfte verstehen. Wer kann nicht nachvollziehen, dass Erik aus diesem von der Ehefrau selbst gezimmerten Puppenhaus ausbrechen möchte?! Vielleicht ist das aber auch nur die männliche Sicht auf diese mitunter fast zu realistischen Szenen einer Ehe?

      Was gehen einen diese banalen Liebesnöte einer emotional und intellektuell minderbemittelten Mittelstandsehefrau an? Auch diese Gedanken kommen einem zwischenzeitlich bei diesem von Dagmar Hirtz grundsolide inszenierten ZDF-Fernsehfilm, bei dem einen dann aber doch immer wieder die Schauspieler mitnehmen in die etwas abgedroschen erscheinende Geschichte, die dramaturgisch gekonnt gebaut ist. Vielleicht ist es ja so ähnlich wie bei „Eine ungehorsame Frau“ mit Veronica Ferres. Bei dieser banalen Emanzipationsmär über eine Nur-Hausfrau, die sich aus dem engen Rahmen ihrer unerträglichen Ehe befreit und Karriere macht, fragten sich viele: wen interessiert so was noch? Zehn Millionen Zuschauer waren der Beweis, dass das Thema 1997 noch nicht durch war. Es könnte sein, dass auch das Thema „betrogenes Heimchen am Herd“ noch nicht obsolet ist. „Die Freundin der Schwester“, in zwei Tagen in der ARD, jedenfalls erzählt eine ganz ähnliche Geschichte. Auch hier nimmt die Ehefrau den Kampf um den Gatten auf. (Text-Stand: 21.9.2009)

      Krassnitzer & Wörner
      Foto: ZDF / Gordon Mühle

      Bislang hatte auch der Ehemann (Krassnitzer) einigen Spaß mit Dana (Wörner).

      Rainer Tittelbach arbeitet seit über 25 Jahren als TV-Kritiker & Medienjournalist. Er ist Grimme-Juror & FSF-Prüfer. Seit 2009 betreibt er tittelbach.tv. Mehr


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      „Mein Mann, seine Geliebte und ich“
      ZDF / Fernsehfilm / Tragikomödie
      EA: 21.9.2009, 20.15 Uhr
      Mit Mariele Millowitsch, Harald Krassnitzer, Natalia Wörner, Peter Benedict und Friederike Wagner
      Drehbuch: Laila Stieler
      Regie: Dagmar Hirtz
      Produktionsfirma: Burkert Bareiss Produktion
      Quote: 6 Mio. Zuschauer (19,7% MA); Wh.: 5,01 Mio. (17,7% MA)


      Bewertung: 4,0 von 6


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