Zwei zum Fressen gern
    • Fernsehfilm „Zwei zum Fressen gern“

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      Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Mai 2013

      Sixx, 02.03.2013, 07:15 Uhr - Wiederholung

      Christian Tramitz, Dirk Bach & Doreen Jacobi. Ein Krokodil zum Küssen

      Tilmann P. Gangloff
      Christian Tramitz auf den Spuren von "Crocodile Dundee". Natürlich handelt es sich bei "Zwei zum Fressen gern" um eine verkappte Parodie. Doch der Komödiant trägt nicht zu dick auf; das überlässt er Dirk Bach, der hemmungslos den Pausenclown mimt und dabei derart übertreibt, als stecke er gedanklich noch im „Urmel“-Kostüm. Eine für deutsche Verhältnisse recht gelungene Mixtur aus Abenteuer & Comedy, garniert mit schrägen Filmzitaten.

      Christian Tramitz, Doreen Jacobi & Dirk Bach inm "Zwei zum Fressen gern"
      Foto: Pro Sieben / Laurent Trümper

      Auf den Spuren von Crocodile Dundee: Christian Tramitz, Doreen Jacobi, Dirk Bach

      Der Mann trägt zwar den klangvollen Namen Mitch Croc McDearie, ist aber waschechter Einheimischer: Weil seine Ex-Frau keine Lust mehr auf die unwirtlichen Sümpfe Floridas hatte, musste Mitch (Christian Tramitz) seiner Tochter zuliebe die Krokodilsfarm in den Everglades aufgeben. Jetzt fristet er ein Dasein als überqualifizierter Tierpfleger im Regensburger Reptilienhaus. Endlich kommt wieder Action in sein Leben, als Gangster ein Krokodil verlieren, das nun die Umgebung unsicher macht. Rechtsmedizinerin Ann (Doreen Jacobi) bringt Mitch auf die Spur, als sie einen Rehkadaver aus der Kanalisation angeln lässt. Der kernige Naturbursche und die selbstbewusste Möchtegerndetektivin können sich zwar auf Anhieb nicht ausstehen, doch ihr gemeinsamer Freund Bützje (der lustige kleine dicke Dirk Bach als lustiger kleiner dicker Reporter) schweißt sie zusammen; und selbstredend das Jagdfieber, denn alsbald fallen dem Reptil auch die ersten Menschen zum Opfer.

      Natürlich ist "Zwei zum Fressen gern" eine Antwort auf "Crocodile Dundee" und zugleich eine verkappte Parodie. Doch Tramitz vermeidet den Fehler, zu dick aufzutragen: Er nimmt den Job ernst; gerade darin liegt die Komik. Gleiches gilt für Jacobi: Eher widerwillig fühlt sich die Medizinerin zu dem Relikt aus den Sümpfen hingezogen. Für die Pointen ist ohnehin Bach zuständig, der hemmungslos den Pausenclown mimt und dabei derart übertreibt, als stecke er gedanklich noch im „Urmel“-Kostüm. Der Kontrast zwischen dem Dauerquassler im Safari-Outfit und dem imposanten Computer-Krokodil ist derart drastisch, dass die Konfrontation selbst dann funktioniert, wenn einem dieser Wonneproppen eigentlich auf die Nerven geht.

      Dirk Bach inm "Zwei zum Fressen gern"
      Foto: Pro Sieben / Laurent Trümper

      Wonneproppen Bützje (Dirk Bach) rettet ein Kroko-Ei vor der Vernichtung

      Das wiederum liegt nicht zuletzt an der recht guten Genre-Mixtur: Geschickt kombinieren Drehbuch (Derek Meister) und Regie (Simon X. Rost) Abenteuer und Comedy. Gerade Rost bedient sich freimütig bei diversen Kinovorbildern (vom „Weißen Hai“ bis zum „Killer-Krokodil“) und kombiniert die entsprechenden Thriller-Szenen immer wieder mit unverhofft komischen Momenten. Noch besser als das Krokodil aus dem Rechner (Chris Creature) sind allerdings die Dialoge: Die Rechtsmedizinerin hat eine derart spitze Zunge, dass Mitchs Machete dagegen zum Kartoffelschäler verkommt. (Text-Stand: 23.3.2006)

      Tilmann P. Gangloff ist seit 1985 freiberuflicher Fernseh- und Filmkritiker für Tageszeitungen und Fachzeitschriften, seit 1990 regelmäßiges Mitglied der Jury für den Grimme-Preis sowie Mitglied diverser anderer Fernsehpreisjurys.


      „Zwei zum Fressen gern“
      Pro Sieben / Fernsehfilm / Komödie
      EA: 23.3.2006, 20.15 Uhr (Pro Sieben)
      Mit Christian Tramitz, Doreen Jacobi, Dirk Bach, Adele Neuhauser, Jennifer Ulrich und Klaus Stiglmeier
      Drehbuch: Derek Meister
      Regie: Simon X. Rost
      Kamera: Stephan Schuh
      Produktionsfirma: Dreamtool Entertainment


      Bewertung: 3,5 von 6


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