Willkommen im Krieg
    • Fernsehfilm „Willkommen im Krieg“

      "Mein Vater, seine Freunde & das ganz schnelle Geld" (Mediathek) Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen WEISSENSEE - Staffel 2 Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Mai 2013 noch mal zur Primetime auf 1Festival: "Mobbing" (18.5., 20.15 Uhr)
      Foto: ZDF / Hartmann

      "Mein Vater, seine Freunde & das ganz schnelle Geld" (Mediathek)

      collina Filmproduktion präsentiert einen Film von Max Färberböck & Ulrich Limmer

      Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen

      Foto: Zieglerfilm

      WEISSENSEE - Staffel 2

      Zieglerfilm präsentiert die Ausnahme-Serie vorab auf DVD

      Foto: SWR / ORF / Domenigg

      Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Mai 2013

      Foto: BR / Fischkoesen

      noch mal zur Primetime auf 1Festival: "Mobbing" (18.5., 20.15 Uhr)

      Pro Sieben, 10.04.2012, 04:10 Uhr - Wiederholung

      Pro Sieben und der Krieg zwischen Langeweile, Imponiergehabe & Teenager-Moral

      Rainer Tittelbach
      Jungsoldaten in einem sandigen Krisengebiet im Wartestand. Die Langeweile lässt sich durch Glücksspielaktionen, Alkoholgeschäfte und Dummschwätz für die Soldaten, aber auch für die Zuschauer nur schwer aufheben. Eine Nummer-Revue ohne echte Nummern. Eine spielfilmlange Dramedy, in der kaum etwas zündet. Da kann noch so sehr mit Rock & Roll, Pop und Hiphop auf der Tonspur nachgeholfen werden – die Situationen bleiben leblos, das Personal blutleer, die Haltung banal, die Intention des Films diffus. Keine Vorbehalte gegenüber dem Genre – nur gegenüber dem Ergebnis. Da waren die Falschen am Werk!

      Posing für die Pro-Sieben-PR
      Foto: Pro Sieben / Sife Ddine Elamine

      Wer etwas wagt, gewinnt nicht immer! "Willkommen im Krieg" ist zumindest ein bemerkenswerter Versuch, Comedy und Drama, Filmkomödie und Antikriegsfilm zu kombinieren. Das ist keine Klamotte geworden, aber eben auch nicht "M.A.S.H."!

      Erst mal ein paar Dosen Sprit. „Du bist noch rechtzeitig an der Front, um dich abknallen zu lassen“, lästert der coole Martin. „Ich würde das da unten so viel besser machen als du“, liegt er seinem Kumpel Maddel in den Ohren. Und noch zwei Dosen. So trinkt sich der Soldat ins Koma, während sein lautsprecherischer Zivilistenfreund sich plötzlich stellvertretend in einem sandigen Krisengebiet in der Wüste wieder findet. Ohne Grundwehrdienst, ohne Moral, sein Tun und Lassen zunächst nur darauf fixiert, der hübschen Sanitäterin an die Wäsche zu gehen. Kumpels hat der falsche Bundeswehrsoldat mit dem losen Mundwerk bald auch hier. Sogar Major Müller zeigt sich schon mal amüsiert von jenem Hauptgefreiten, der sich nicht nur mit größtmöglichem Spaß-Faktor im Lager langweilen möchte, sondern der seinen Einsatz bald als echte Friedensaktion für die Bevölkerung begreift. Und Sanitäterin Nina stachelt ihn weiter an: „Willst du ein Mann werden oder immer nur ein kleiner Junge bleiben?!“

      Jaenicke
      Foto: Pro Sieben / Sife Ddine Elamine

      Regisseur Oliver Schmitz hat so wunderbare Komödien mit Hannes Jaenicke gedreht. In "Willkommen im Krieg" macht der namhafteste Darsteller noch die beste Figur.

      Ziemlich ratlos lässt „Willkommen im Krieg“ den Kritiker zurück. Doch schlimmer noch: die 100 Minuten zwischen Wüstenalltag, Kampfhandlungen und postpubertärem Imponiergehabe sind eine ebenso zähe Angelegenheit wie die dargestellten Situationen für die Filmfiguren. Die Langeweile lässt sich durch Glücksspielaktionen, Alkoholgeschäfte und Dummschwätz für die Soldaten, aber auch für die  Zuschauer nur schwer aufheben. Da nützt es wenig, dass die Jungspunde ihr Bedürfnis nach Spaß – ähnlich wie Touristen – in die Fremde holen. Deutsches Recht im Kriegseinsatz auf ausländischem Boden, von der „Asu“ bis zum Brückenbau, streng nach deutscher Vorschrift, Fahrradweg inklusive – aus solchen Absurditäten des Kriseneinsatzalltags wird kaum komisches Kapital geschlagen. „Willkommen im Krieg“ ist dramaturgisch als Nummern-Revue mit gutmenschelnder Entwicklungs-Möglichkeit für den Helden angelegt, eine Nummer-Revue ohne echte Nummern. Keine Szene, an die man sich nach dem Film noch erinnern würde. Auch etliche Darsteller haben einfach nicht die Klasse eines Constantin von Jascheroff, der zumindest in der Lage ist, das konzeptionslose Etwas zusammenzuhalten, oder von Hannes Jaenicke, der sich in einer kleineren Rolle als Major süffisant über die Runden schmunzelt. Jessica Richter beispielsweise fehlt als Objekt des Begehrens das gewisse Etwas – allerdings ist ihre eindimensionale Rolle auch nicht dazu angetan, über ein lautes, äußerliches Sitcom-Spiel hinauszugehen.

      Zocken im Camp
      Foto: Pro Sieben / Sife Ddine Elamine

      Wie die Spaß-Generation ihre Alltagsfreuden in die Wüstensand importiert, das ist nicht unoriginell, aber so richtig witzig ist das nicht. Komik entsteht nicht durch soziale Situationen, sondern dadurch, was man aus ihnen situationskomisch macht.

      Soundtrack: u.a. MGMT, Nena („99 Luftballons“), Peter Fox, Seeed, Bruce Springsteen („Born In The USA“), Massive Töne („Cruisen“), Clueso („Gewinner“)

      Richter & von Jascheroff
      Foto: Pro Sieben / Sife Ddine Elamine

      Solche Innenraumszenen können mit dem Look des Schauplatzes Marokko nicht mithalten. Da trifft Billig-Comedy filmisches Outdoor-Spektakel. Und es passt nicht! Nach dem Nachwuchsprojekt "Schreie der Vergessenen" im Herbst 2011 ist das nächste TV-Movie von Pro Sieben, "Willkommen im Krieg", eine Enttäuschung. Doch die Zuschauer sind selber schuld: Wer frisches Event-TV à la "Go West – Freiheit um jeden Preis" meidet, muss sich nicht wundern! Richter & von Jascheroff

      Was in dem Film von Komödien-Experte Oliver Schmitz gar nicht funktioniert ist das Wechselspiel von Drama und Comedy. Was dem Regisseur in einer Serie wie „Doctor’s Diary“ oder den „Allein-unter“-Sat-1-Movies mit Jaenicke vorzüglich gelang, will im Antikriegsfilm-Ambiente nicht zünden. Da kann noch so sehr mit Rock & Roll, Pop und Hiphop auf der Tonspur nachgeholfen werden – die Situationen bleiben leblos, das Personal blutleer, die Haltung banal, die Intention dieses Films diffus. Oft fehlt die Bindung zwischen den hölzernen Dialog(innenraum)szenen und den „filmischeren“ Sequenzen. Von Seiten des Kritikers bestehen keinerlei Vorbehalte gegenüber dem Genre und der Idee, Krieg mit Komödie zu mischen. Im Gegenteil. Vorbehalte gibt es nur gegenüber dem Ergebnis! Für die Wüste von Marokko scheint Oliver Schmitz nicht der richtige Regisseur zu sein. Und sich mit einem unbeschriebenen Autoren-Blatt wie Christian Pötschke an ein solch schwieriges Projekt zu wagen, legt eine gewisse Kamikaze-Mentalität seitens der Produzenten an den Tag. Um im Kriegsbild zu bleiben: ein Film als Himmelsfahrtskommando. Dementsprechend wird das in den Wüstensand gesetzte TV-Movie am Ostermontag gegen starke Konkurrenz weg gesendet.

      Besuch des Ministers
      Foto: Pro Sieben / Sife Ddine Elamine

      "Willkommen im Krieg" scheint auch von der politischen Situation überrollt worden zu sein. Der Herr Minister braucht mal wieder ein positives Medienecho. Vor zwei Jahren hätte das vielleicht noch ausgereicht für ein dezentes Schmunzeln. Jaenicke

      Rainer Tittelbach arbeitet seit über 25 Jahren als TV-Kritiker & Medienjournalist. Er ist Grimme-Juror & FSF-Prüfer. Seit 2009 betreibt er tittelbach.tv. Mehr


      Sie können den fernsehfilm-beobachter unterstützen: Werden Sie Fan & Freund oder spenden Sie oder kaufen Sie bei amazon, indem Sie von hier, vom amazon-Button oder von jedem beliebigen DVD-Cover dorthin gelangen.


      „Willkommen im Krieg“
      Pro Sieben / Fernsehfilm / Antikriegskomödie
      EA: 9.4.2012, 20.15 Uhr (Pro Sieben)
      Mit Constantin von Jascheroff, Jessica Richter, Hannes Jaenicke, Wilson Gonzales Ochsenknecht, Michael Lott, Arnel Taci, Daniel Zillmann, Annette Strasser und Martin Walde
      Drehbuch: Christian Pötschke
      Regie: Oliver Schmitz
      Kamera: Peter Joachim Krause
      Produktionsfirma: 90 Minute Film GmbH
      Quote: 1,74 Mio. Zuschauer (5% MA)


      Bewertung: 3,0 von 6


      Drucken Senden Kommentieren Kommentare (19)


      Tittelbach.tv empfiehlt: Filme und Serien auf DVD

      DVD : Schwabenkinder DVD : Die Manns – Ein Jahrhundertroman DVD : Stauffenberg DVD : Die Entdeckung der Currywurst

       

    • Startseite
    • > Programm <
      • > Fernsehfilm <
      • Reihe
      • Mehrteiler
      • Serie
      • Kino-Koproduktion
      • Interview
      • Porträt
      • Kurztipps
    • Exklusiv
      • Interview
      • Porträt
      • News
      • Analyse
      • Drehbericht
    • Bonusmaterial
      • Toplisten
      • Was andere schreiben
      • Web-Tipps
      • Soundtrack
      • DVD-Tipps
      • Dancing DJ Roger
    • Intern
      • Tittelbachs Welt
      • Fans & Freunde
      • Glossar
      • Mediadaten
      • Datenschutz
      • Kontakt
      • Gästebuch
      • Impressum
    • Spenden

      ... weil Qualität ihren Preis hat!

    • Ausblick: Top-Krimi

      • Richy Müller
        Foto: SWR
      • in den nächsten drei Wochen:

        1. "Tatort: Spiel auf Zeit" (26.5.)
        Foto: Richy Müller

        2. "Tatort: Er wird töten" (9.6.)

        3. "Tatort: Unvergessen" (20.5.)

         

    • Ausblick: Top Drama

      • Confurius
        Foto: ZDF / Trebus
      • in den nächsten drei Wochen:

        1. "Sohnemänner" (28.5.).

        2. "Die Ausbildung" (30.5.)

        3. "Der Tote im Eis" (20.5.)

        4. "Ameisen gehen ihren Weg" (3.6.). Foto: Henriette Confurius

    • Ausblick: Top light

      • Brambach
        Foto: ZDF
      • in den nächsten zwei Wochen:

        1. "Wie Tag und Nacht" (31.5.)

        2. "Nur eine Nacht" (1.7.)

        3. "Neue Adresse Paradies" (25.5.). Foto: Martin Brambach

        4. "24 Milchkühe und kein Mann" (24.5.)

    • Die Top-Filme 2013

      • Alicia von Rittberg
        Foto: ZDF / Maack
      •  

        • "Operation Zucker" (ARD/BR)
        • "Mobbing" (ARD/BR)
        • "Mord in Eberswalde" (ARD/WDR)
        • "Und alle haben geschwiegen" (ZDF)
          Foto: Alicia von Rittberg
        • "Unsere Mütter, unsere Väter" (ZDF)
        • "Verratene Freunde" (ARD/SWR)
        • "Bloch – Im Labyrinth" (ARD/WDR/SWR)
        • "Verbrechen – nach Ferdinand von Schirach" (ZDF)
        • "Tödliche Versuchung" (ZDF)
        • "Die Auslöschung" (ARD/SWR)
    • Bert-Donnepp-Preis

      • jetzt erst mal feiern!
      • Der renommierte Preis für Medienpublizistik, 1991 vom Verein der Freunde des Grimme-Preises gestiftet, wurde am 5.2. an tittelbach.tv in Marl verliehen.

        • Preis-Begründung
        • Laudatio von Vera Linß
        • Replik von Rainer Tittelbach
    • Die Top-Filme 2012

      • Pastewka
        Foto: ZDF
      •  

        • "Das unsichtbare Mädchen" (ZDF/Arte)
        • "Der letzte schöne Tag" (ARD/WDR)
        • "Tatort – Die Ballade von Cenk und Valerie" (ARD/NDR)
        • "Das Ende einer Nacht" (ZDF)
        • "Lösegeld" (ARD/WDR)
        • "Polizeiruf 110 – Schuld" (ARD/BR)
        • "Riskante Patienten" (ARD/WDR)
        • "Der Turm" (ARD/MDR)
        • "Auslandseinsatz" (ARD/WDR)
        • "Mutter muss weg" (ZDF)
          Foto: Bastian Pastewka
        • "Polizeiruf 110 – Fieber" (ARD/BR)
        • "Spuren des Bösen: Racheengel" (ZDF/Arte)
        • "Zappelphilipp" (ARD/BR)
    • Ausgefeiert!!!

      • Spenden für tittelbach.tv
      • Der Bert-Donnepp-Preis hat längerfristig so gut wie nichts an der finanziell prekären Lage von tittelbach.tv ändern können. Im Gegenteil: Die Spenden blieben aus; (Film-)Anzeigen werden zu zögerlich gebucht. Wie wär's im Wonnemonat mit einer Spende?

    • Kalender

    • Kaufen bei

      Kaufen bei
      und tittelbach.tv unterstützen

    • Top Premieren

      Highlights bis zum 26.05.2013
      1. „Tatort – Spiel auf Zeit“  (ARD, 26.05.)
      2. „Tatort – Unvergessen“  (ARD, 20.05.)
      3. „Der Tote im Eis“  (ZDF, 20.05.)
      4. „Neue Adresse Paradies“  (ZDF neo, 25.05.)
      5. „24 Milchkühe und kein Mann“  (ARD, 24.05.)
    • Top Wiederholungen

      Highlights bis zum 19.05.2013
      1. „Löwengrube“  (BR, 19.05.)
      2. „Der Bibelcode“  (Sixx, 19.05.)
      3. „Napoleon“  (2. Teil, Servus TV, 19.05.)
      4. „Tornado – Der Zorn des Himmels“  (Sat 1 Gold, 19.05.)
      5. „Die Tore der Welt“  (1. Teil, Sat 1 Gold, 19.05.)
    • tittelbach.tv flattrn

    • Fans & Freunde

      • Freund & Fan
      • Liebe Leser, Normalzuschauer, Journalisten, Macher, Kreative... all jene, die in irgendeiner Weise von tittelbach.tv profitieren. Werden Sie Fan & Freund von tittelbach.tv. Für 25 € werden Sie namentlich erwähnt (oder auch nicht) & dazu gibt es einen Link!

    • Fernsehfilme 5/2013

      • Milberg
        Foto: NDR / von der Mehden
      • ALLE TOP-TV-Filme des Monats auf einen Blick. Ein guter Mai! Lisa Werlinder im "Tatort" Kiel. Der Monat der blonden Frauen? Erinnerungshilfe per Newsletter? Außerdem Tagestipps mit den wichtigsten Links auf Facebook

    • Facebook

    • ttv: meist gelesen

      • Jonas Nay
        Foto: NDR
      • Die Kritik zum Medien-Drama "Homevideo" (NDR/Arte) ist mit großem Abstand der meist gelesene Text auf tittelbach.tv. Foto: Jonas Nay. Die weiteren Klick-Highlights (Stand: 6.5.):
         

        •  2. "Das unsichtbare Mädchen" (ZDF/Arte)
        •  3. "Willkommen im Krieg" (Pro Sieben)
        •  4. "Es war einer von uns" (ZDF/Arte)
        •  5.  "Die Holzbaronin" (ZDF)
        •  6. "Der Duft von Holunder" (ARD)
        •  7. "Sie hat es verdient" (ARD)
        •  8. "Tödliche Versuchung" (ZDF)
        •  9. "Inklusion – gemeinsam anders" (ARD/BRalpha)
        • 10. "Nacht ohne Morgen" (ARD/WDR)
        • 11. "Die letzte Spur – Alexandra 17 Jahre" (Sat 1)
        • 12. "Ausgerechnet Sex" (Sat 1)
    • Folge uns über

      FacebookTwitterRss Feed
    • © 2013 Rainer Tittelbach