Sie hat es verdient
    • Fernsehfilm „Sie hat es verdient“

      Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Mai 2013 WEISSENSEE - Staffel 2 "Mein Vater, seine Freunde & das ganz schnelle Geld" (Mediathek) noch mal zur Primetime auf 1Festival: "Mobbing" (18.5., 20.15 Uhr) Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen
      Foto: SWR / ORF / Domenigg

      Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Mai 2013

      Foto: Zieglerfilm

      WEISSENSEE - Staffel 2

      Zieglerfilm präsentiert die Ausnahme-Serie vorab auf DVD

      Foto: ZDF / Hartmann

      "Mein Vater, seine Freunde & das ganz schnelle Geld" (Mediathek)

      collina Filmproduktion präsentiert einen Film von Max Färberböck & Ulrich Limmer

      Foto: BR / Fischkoesen

      noch mal zur Primetime auf 1Festival: "Mobbing" (18.5., 20.15 Uhr)

      Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen

      WDR, 08.06.2013, 20:15 Uhr - Wiederholung

      Liv Lisa Fries, Veronica Ferres, Thomas Stiller & der Versuch, verstehen zu wollen

      Rainer Tittelbach
      Aus einer kleinen Abreibung wird tödlicher Ernst zwischen Schülern. „Sie hat es verdient“ handelt von einer „unfassbaren“ Geschichte. Autor-Regisseur Thomas Stiller hat sie entsprechend erzählt: ohne die Chronologie einer klassischen Fernsehfilm-Erzählung. „Der Film nähert sich den komplexen Strukturen hinter der Gewalttat und analysiert und seziert die Anatomie eines Verbrechens“, sagt Veronica Ferres. Ihr Gegenpart ist Liv Lisa Fries. Ein Ausnahmetalent: Diese Kraft, diese Wandlungsfähigkeit, diese Bandbreite und Tiefe der Gefühlslagen! Furios gespielt, beklemmend – bis zum (er)lösenden "Es tut mir leid".

      Fries & Ferres
      Foto: Degeto / Hermann Ebling

      Die Opfermutter und die Täterin. Ferres ist gut, Liv Lisa Fries geradezu überragend!

      „Warum? Warum hast du das getan?“, will Nora Wagner wissen. Ein Jahr nachdem ihre Tochter an ihrem 16. Geburtstag von der Mitschülerin Linda zu Tode gefoltert wurde, besucht die Mutter die Täterin im Gefängnis. Sie sieht ein „normales Mädchen“, kein Monster. Und dann dieser unerhörte Satz: „Sie hat es verdient“. Vor einem Jahr steckte eine unbändige Wut in diesem Mädchen, das ihren Freund Josch und „Anhängsel“ Kati wie ihre Sklaven behandelt. In ihrem Elternhaus geht es heftig zur Sache: Bruder behindert, Vater ein Leisetreter, Mutter überfordert – da übernimmt Linda die Rolle des renitenten Teenagers. „Es gibt Menschen, die sind einfach böse“, sagt Lindas Mutter – und macht es sich leicht. Sie hat ihre Tochter kein einziges Mal im Gefängnis besucht. Linda scheint dankbar zu sein für den Besuch von Susannes Mutter. Und zaghaft kommt ihr ein „Es tut mir leid“ über ihre Lippen.

      Saskia Schindler
      Foto: Degeto / Hermann Ebling

      Autor-Regisseur Thomas Stiller über seinen Film: „Bei jedem Amoklauf wird schnell ein Computerspiel benannt, das Schuld am Unglück haben soll. Dass Millionen anderer Menschen die gleichen Spiele spielen und niemanden ermorden, scheint dabei unwesentlich. Selten wird versucht, sich wirklich mit den Gewalttaten auseinanderzusetzen… Wenn Gewalt sich einen Weg an die Oberfläche bahnt, reagieren wir fassungslos und wissen uns nicht anders zu helfen, als zu strafen und zu moralisieren. Mein Film versucht, keine Moral aufzuzeigen, sondern sich alle Beteiligten anzusehen: Täter, Opfer & Hinterbliebene.“ Foto: Opfer Saskia Schindler

      Soundtrack: Travis („Why doesn’t always rain on me“), No Doubt („It’s my life“), Linkin Park ("Faint"), Limp Bizkit ("Eat you alive")

      „Sie hat es verdient“ handelt von einer „unfassbaren“ Geschichte. Thomas Stiller hat sie entsprechend erzählt: ohne die Chronologie einer klassischen Fernsehfilm-Erzählung. „Der Film nähert sich den komplexen Strukturen hinter der Gewalttat und analysiert und seziert die Anatomie eines Verbrechens“, sagt Veronica Ferres. Sie spielt die Mutter, ungeschminkt, in starrer Anspannung, als eine Frau, die verstehen will, die Antworten sucht, um weiterleben zu können. Hier und da mal ein emotionaler Ausbruch, insgesamt aber nimmt sich die Schauspielerin der Psychologie der wohl situierten, klugen, starken Frau entsprechend zurück. Damit überlässt sie Liv Lisa Fries das Feld. Zwei, drei Szenen und man erkennt: hier hat man es mit einem Ausnahmetalent zu tun. Ansatzlos springt die heute 20-Jährige zwischen den konträrsten Gefühlslagen (innerhalb einer Szene) hin und her. Selbst die Dramaturgie der kurzen Splitter, die anfangs etwas „signalhaft“ Knalliges besitzt, verleitet Fries nicht dazu, zu deutlich zu spielen. Zwischen „Wir bringen sie um“ und „Es tut mir leid“ erstreckt sich die emotionale Bandbreite ihrer Rolle: Teenager-Rotzigkeit, Ausschalten von Empathie, sexuelle Leidenschaft, Zärtlichkeit gegenüber ihrem behinderten Bruder, erste Anzeichen von Reue.

      Zwiegespräch zwischen Täterin und der Mutter des Opfers im Gefängnis:
      Nora Wagner: „Was ist das für ein Gefühl, einen Menschen umgebracht zu haben?“
      Linda: „Gefühle sind ein Luxus – den kann ich mir nicht leisten.“
      N.W.: „Wie bitte? Wer hat dir denn den Mist erzählt?“
      Linda: „Meine Mutter – und die muss es ja wissen. Die weiß sowieso alles. (Pause) Sie vermissen Susanne wahrscheinlich sehr.“
      N.W.: „Ja, sehr. Ich vermisse ihr Lachen, ich vermisse die täglichen Streitereien mit ihr…“
      Linda: „Ich vermisse Oskar. Das ist mein kleiner Bruder. Der ist bisschen bekloppt – aber ganz lieb.“

      Die Anfang-Mitte-Ende-Erzählweise hätte die Psychologie der Täterin leicht aufs Monströs-Böse und die Handlung auf die üblichen Spannungsmuster reduzieren können. Anstatt der Widersprüche wäre man allzu schnell mit kausalen Erklärungen bei der Hand gewesen. Stillers dramaturgische Entscheidung war also eine gute – auch wenn eine Szene am Ende sein Erzählkonzept (wohl in Hinblick auf den „Zuschauer“) zu verraten scheint. „Das Drehbuch handelt davon, was solche Ereignisse in unseren Köpfen, in unseren Herzen bewirken: Gedankenfetzen, Gefühle, die keine klare Ordnung haben“, so der Regisseur, der schon für die schwer erzählbare Räuberballade „12 Winter“ eine ansprechende Dramaturgie fand. „Auch wenn es keine Lösung geben kann – wichtig bleibt und ist der Versuch, verstehen zu wollen. Vielleicht liegt darin die Erkenntnis des Films.“ (Text-Stand: 20.8.2011)

      Fries & Goeske
      Foto: Degeto / Hermann Ebling

      Linda kann auch mal kurz ein ganz normales Mädchen sein, aber meist heißt es, die Gefühle hinter einer rabiaten Fassade von Coolness zu verstecken. Fries & Goeske

      tittelbach.tv kostet mich über 200 Arbeitsstunden pro Monat. Die Werbung spielt wenig ein. Unterstützen Sie den "fernsehfilm-beobachter", indem Sie auf amazon (was auch immer) kaufen und dorthin über tittelbach.tv gehen (beispielsweise über das DVD-Cover unten). Oder spenden Sie. Der Button steht rechts!

      Rainer Tittelbach arbeitet seit über 25 Jahren als TV-Kritiker & Medienjournalist. Er ist Grimme-Juror & FSF-Prüfer. Seit 2009 betreibt er tittelbach.tv. Mehr


      Sie können den fernsehfilm-beobachter unterstützen: Werden Sie Fan & Freund oder spenden Sie oder kaufen Sie bei amazon, indem Sie von hier, vom amazon-Button oder von jedem beliebigen DVD-Cover dorthin gelangen.


      „Sie hat es verdient“
      Degeto / Fernsehfilm / Drama
      EA: 14.9.2011, 20.15 Uhr (ARD)
      Mit Liv Lisa Fries, Veronica Ferres, Francois Goeske, Jule Ronstedt, Martin Feifel, Oliver Mommsen, Saskia Schindler und Sina Tkotsch
      Drehbuch: Thomas Stiller
      Regie: Thomas Stiller
      Schnitt: Simone Sugg-Hofmann
      Produktionsfirma: TeamWorx
      Quote: 4,52 Mio. Zuschauer (14,9% MA)


      Bewertung: 5,5 von 6



      Folgende Artikel könnten Sie interessieren

      • Ihr könnt euch niemals sicher sein (Fernsehfilm)
      • Zivilcourage (Fernsehfilm)
      • Wut (Fernsehfilm)
      • Homevideo (Fernsehfilm)
      • Vater Mutter Mörder (Fernsehfilm)


      Drucken Senden Kommentieren Kommentare (2)


      Tittelbach.tv empfiehlt: Filme und Serien auf DVD

      DVD : Zeit der Wünsche DVD : Erntedank DVD : Weißensee DVD : Das Wunder von Berlin

       

    • Startseite
    • > Programm <
      • > Fernsehfilm <
      • Reihe
      • Mehrteiler
      • Serie
      • Kino-Koproduktion
      • Interview
      • Porträt
      • Kurztipps
    • Exklusiv
      • Interview
      • Porträt
      • News
      • Analyse
      • Drehbericht
    • Bonusmaterial
      • Toplisten
      • Was andere schreiben
      • Web-Tipps
      • Soundtrack
      • DVD-Tipps
      • Dancing DJ Roger
    • Intern
      • Tittelbachs Welt
      • Fans & Freunde
      • Glossar
      • Mediadaten
      • Datenschutz
      • Kontakt
      • Gästebuch
      • Impressum
    • Spenden

      ... weil Qualität ihren Preis hat!

    • Ausblick: Top-Krimi

      • Richy Müller
        Foto: SWR
      • in den nächsten drei Wochen:

        1. "Tatort: Spiel auf Zeit" (26.5.)
        Foto: Richy Müller

        2. "Tatort: Er wird töten" (9.6.)

        3. "Tatort: Unvergessen" (20.5.)

         

    • Ausblick: Top Drama

      • Confurius
        Foto: ZDF / Trebus
      • in den nächsten drei Wochen:

        1. "Sohnemänner" (28.5.).

        2. "Die Ausbildung" (30.5.)

        3. "Der Tote im Eis" (20.5.)

        4. "Ameisen gehen ihren Weg" (3.6.). Foto: Henriette Confurius

    • Ausblick: Top light

      • Brambach
        Foto: ZDF
      • in den nächsten zwei Wochen:

        1. "Wie Tag und Nacht" (31.5.)

        2. "Nur eine Nacht" (1.7.)

        3. "Neue Adresse Paradies" (25.5.). Foto: Martin Brambach

        4. "24 Milchkühe und kein Mann" (24.5.)

    • Die Top-Filme 2013

      • Alicia von Rittberg
        Foto: ZDF / Maack
      •  

        • "Operation Zucker" (ARD/BR)
        • "Mobbing" (ARD/BR)
        • "Mord in Eberswalde" (ARD/WDR)
        • "Und alle haben geschwiegen" (ZDF)
          Foto: Alicia von Rittberg
        • "Unsere Mütter, unsere Väter" (ZDF)
        • "Verratene Freunde" (ARD/SWR)
        • "Bloch – Im Labyrinth" (ARD/WDR/SWR)
        • "Verbrechen – nach Ferdinand von Schirach" (ZDF)
        • "Tödliche Versuchung" (ZDF)
        • "Die Auslöschung" (ARD/SWR)
    • Bert-Donnepp-Preis

      • jetzt erst mal feiern!
      • Der renommierte Preis für Medienpublizistik, 1991 vom Verein der Freunde des Grimme-Preises gestiftet, wurde am 5.2. an tittelbach.tv in Marl verliehen.

        • Preis-Begründung
        • Laudatio von Vera Linß
        • Replik von Rainer Tittelbach
    • Die Top-Filme 2012

      • Pastewka
        Foto: ZDF
      •  

        • "Das unsichtbare Mädchen" (ZDF/Arte)
        • "Der letzte schöne Tag" (ARD/WDR)
        • "Tatort – Die Ballade von Cenk und Valerie" (ARD/NDR)
        • "Das Ende einer Nacht" (ZDF)
        • "Lösegeld" (ARD/WDR)
        • "Polizeiruf 110 – Schuld" (ARD/BR)
        • "Riskante Patienten" (ARD/WDR)
        • "Der Turm" (ARD/MDR)
        • "Auslandseinsatz" (ARD/WDR)
        • "Mutter muss weg" (ZDF)
          Foto: Bastian Pastewka
        • "Polizeiruf 110 – Fieber" (ARD/BR)
        • "Spuren des Bösen: Racheengel" (ZDF/Arte)
        • "Zappelphilipp" (ARD/BR)
    • Ausgefeiert!!!

      • Spenden für tittelbach.tv
      • Der Bert-Donnepp-Preis hat längerfristig so gut wie nichts an der finanziell prekären Lage von tittelbach.tv ändern können. Im Gegenteil: Die Spenden blieben aus; (Film-)Anzeigen werden zu zögerlich gebucht. Wie wär's im Wonnemonat mit einer Spende?

    • Kalender

    • Kaufen bei

      Kaufen bei
      und tittelbach.tv unterstützen

    • Top Premieren

      Highlights bis zum 26.05.2013
      1. „Tatort – Spiel auf Zeit“  (ARD, 26.05.)
      2. „Tatort – Unvergessen“  (ARD, 20.05.)
      3. „Der Tote im Eis“  (ZDF, 20.05.)
      4. „Neue Adresse Paradies“  (ZDF neo, 25.05.)
      5. „24 Milchkühe und kein Mann“  (ARD, 24.05.)
    • Top Wiederholungen

      Highlights bis zum 19.05.2013
      1. „Löwengrube“  (BR, 19.05.)
      2. „Der Bibelcode“  (Sixx, 19.05.)
      3. „Napoleon“  (2. Teil, Servus TV, 19.05.)
      4. „Tornado – Der Zorn des Himmels“  (Sat 1 Gold, 19.05.)
      5. „Die Tore der Welt“  (1. Teil, Sat 1 Gold, 19.05.)
    • tittelbach.tv flattrn

    • Fans & Freunde

      • Freund & Fan
      • Liebe Leser, Normalzuschauer, Journalisten, Macher, Kreative... all jene, die in irgendeiner Weise von tittelbach.tv profitieren. Werden Sie Fan & Freund von tittelbach.tv. Für 25 € werden Sie namentlich erwähnt (oder auch nicht) & dazu gibt es einen Link!

    • Fernsehfilme 5/2013

      • Milberg
        Foto: NDR / von der Mehden
      • ALLE TOP-TV-Filme des Monats auf einen Blick. Ein guter Mai! Lisa Werlinder im "Tatort" Kiel. Der Monat der blonden Frauen? Erinnerungshilfe per Newsletter? Außerdem Tagestipps mit den wichtigsten Links auf Facebook

    • Facebook

    • ttv: meist gelesen

      • Jonas Nay
        Foto: NDR
      • Die Kritik zum Medien-Drama "Homevideo" (NDR/Arte) ist mit großem Abstand der meist gelesene Text auf tittelbach.tv. Foto: Jonas Nay. Die weiteren Klick-Highlights (Stand: 6.5.):
         

        •  2. "Das unsichtbare Mädchen" (ZDF/Arte)
        •  3. "Willkommen im Krieg" (Pro Sieben)
        •  4. "Es war einer von uns" (ZDF/Arte)
        •  5.  "Die Holzbaronin" (ZDF)
        •  6. "Der Duft von Holunder" (ARD)
        •  7. "Sie hat es verdient" (ARD)
        •  8. "Tödliche Versuchung" (ZDF)
        •  9. "Inklusion – gemeinsam anders" (ARD/BRalpha)
        • 10. "Nacht ohne Morgen" (ARD/WDR)
        • 11. "Die letzte Spur – Alexandra 17 Jahre" (Sat 1)
        • 12. "Ausgerechnet Sex" (Sat 1)
    • Folge uns über

      FacebookTwitterRss Feed
    • © 2013 Rainer Tittelbach