Man hat es tausendmal gesehen: eine Frau, ein Mann, zunächst sind die Gegensätze größer als die Gemeinsamkeiten, doch dann kommen sie sich näher, werden zu Seelenverwandten – bevor wieder Zweifel an der Liebe aufkommen. Als ob es immer nur dieses eine Muster geben müsste! Und doch: bei „Liebe verlernt man nicht“ empfand man diese Dramaturgie weniger nach Schema F als in anderen TV-Romanzen. Denn im Film von Bettina Woernle lernten sich eine Mittfünfzigerin, die zuletzt ganz im Omasein aufgegangen ist, und ein fast 20 Jahre jüngerer Beau lieben. Da sind Stimmungsschwankungen nicht abwegig. Auch sonst besaß der Film schöne Momente – alles im Rahmen eines melodramatischen Wohlfühlfilms, versteht sich. Katrin Saß würde wohl auch noch einem Telefonbuch eine magische Note entlocken. Dieses Gesicht, diese Stimme, dieser Mut zum Gefühl, das kann schon ein mittelmäßiges Melodram veredeln. Aber auch Stephan Luca gefiel als Objekt des weiblichen Begehrens.