• Fernsehfilm „Keiner geht verloren“

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      TV60 – Alexandra Neldel in "Rache der Wanderhure" (Sat 1, 28.2.)

      Foto: ZDF / Volker Roloff

      Über 30 Fiktion-Premieren. Februar-Highlights auf einen Blick

      Auf einen Blick: Kinokultfilme & Filmgeschichte im Februar

      BR, 28.09.2011, 21:45 Uhr - Wiederholung
      Bewertung: 2,5 von 6

      Sylvester Groth, Ost-West-Klischees, großes Hallo vor der Kamera & nichts dahinter

      So ein Schmarrn! Diese vermeintliche Farce deutscher Befindlichkeiten, taugt trotz illustrer Schauspieler nicht einmal als Nummern-Revue. Ohne Sinn und Verstand werden hier Klischees und andere Verrücktheiten aneinandergereiht. Null Detail-Witz, null Dramaturgie. Keiner geht verloren? Von wegen. Dem Film dürfte kaum ein Zuschauer ins Ziel folgen.

      Schon das Intro will dem Zuschauer sagen: „Achtung, Komödie!“ Und so geht es weiter: Wessi Max liebt Ossi Katja. Da wäre doch eine Familienzusammenführung angebracht im Hotel der Schwiegermama in spe. Also tuckert Katjas Mutti aus der Plattenbau-Landschaft in Richtung oberbayerisches Voralpenland. Auf dem Weg trifft sie auf den psychiatrieflüchtigen Hotte, der später mit einem passionsspielverrückten Politiker zur Gesellschaft dazu stößt, um sie aufzumischen. Die Hotelchefin weiß nicht so recht, wie sie alles finden soll: dass ihr Ex wieder aufgetaucht ist, der kräftig gegen die Ossis hetzt, passt ihr gar nicht. Und Katja scheint enttäuscht zu sein über die mangelnde Courage ihres Wessi-Burschis. Während das Hotel dem Konkurs entgegenschlittert, veranstaltet Ex-Theatermann Hotte Happenings und schwingt dazu große Reden – bis „sein“ Politiker in Jesus Namen unterm Kreuz zusammenbricht.

      Sylvester Groth
      Foto: BR

      Durchgeknallt? Sylvester Groth nimmt ein vermeintliches Schampus-Bad

      Mei, o, mei, ist das ein Schmarrn! „Keiner geht verloren“ zelebriert ein großes Hallo vor der Kamera, illustre Schauspieler inklusive, doch diese vermeintliche Ost-West-Farce taugt nicht mal als Nummern-Revue. Wenn’s wenigstens richtiger derber, krachlederner Bayern-Klamauk wäre (die jodelnde Eva Mattes oder Ossis und Bayern, die gemeinsam die FDJ-Hymne schmettern, sind ein zaghafter Versuch in diese Richtung)! Die Autoren reihen Komödienklischees, Ost-West-Stereotypen und andere Verrücktheiten ohne Sinn und Verstand aneinander – in der Hoffnung, dass der Zuschauer sich daraus selbst einen Film bastelt. Da aber weder etwas in noch hinter der Geschichte zu stecken scheint bzw. Detail-Witz und Dramaturgie so schwach sind, dass man keinerlei Energie aufbringen möchte, auch nur irgendeinen Gedanken an einen möglichen Sinn zu verschwenden, hat es rasch ein Ende mit dem Vertrauensvorschuss gegenüber der Besetzung. Diese völlig vermurkste BR-Komödie sollte man schnellstens vergessen oder am besten gar nicht erst einschalten!

      Rainer Tittelbach


      „Keiner geht verloren“
      BR / Fernsehfilm / Komödie
      EA: 29.9.2010, 20.15 Uhr (ARD)
      Mit Sylvester Groth, Carmen Maja Antoni, Jennipher Antoni, Hanno Koffler, Eva Mattes, Helmfried von Lüttichau und Gundi Ellert
      Drehbuch: Bert Koß, Michael Peschke
      Regie: Dirk Kummer
      Soundtrack: Bee Gees („Spicks and Specks“)
      Produktionsfirma: Claussen+Wöbke+Putz
      Quote: 3,38 Mio. Zuschauer (10,8% MA)



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