Alle Filmkritiken auf tittelbach.tv alphabetisch sortiert
0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Der Kriminalpsychologe Richard Brock ist ein Suchender, ein Zweifelnder, mitunter ein Verzweifelter – und er ist einer Wiener Mordserie auf der Spur. „Spuren des Bösen“ ist ein klassischer (Psycho-)Krimi – klar die Zeichnung der Figuren, schnörkellos der Plot, archetypisch die Spannungssituationen. Ausnahme-Genrefilmer Andreas Prochaska versöhnt Handlung und Psychologie, Sinn und Wirkung, Kopf und Bauch. Heino Ferch mal wieder richtig stark. Außergewöhnlich auch David Slamas Kamera. Drei "Romys" für den Film! mehr
“Ein Engel namens Hans-Dieter” erzählt die Charles-Dickens-Geschichte von der Läuterung eines Kotzbrockens gegen alle Unbill des Schicksals. Doch Kitsch und Klischees dienen als Gleitmittel zum Glück. Dagegen helfen nicht einmal gut aufgelegte Schauspieler. mehr
So gewissenhaft Hanni Winter der häuslichen Arbeit nachgeht, so ernst nimmt sie auch ihre Aufgabe als Geschworene in einem Mordprozess. Alle Indizien sprechen gegen den stadtbekannten „Strizzi“, der eine seiner Prostituierten getötet haben soll. Der Mann wird zu „lebenslang“ verurteilt. Doch bald entdeckt sie Ungereimtheiten, Manipulationen von Seiten des Hohen Gerichts... Schnörkelloses, auf Hörbiger zugeschnittenes Justizdrama. mehr
Deutschlands Singles zeigen, wie man sich öffnet, ein positives Lebensgefühl ausstrahlt und wie sich die Chancen für ein Glück zu zweit vergrößern. So stringent wie die Flirt-Coachs hat Autor Martin Rauhaus seine Film-Idee nicht entwickelt. „Flirtcamp“ lebt zunächst von dem sympathischen Filmpaar, das nicht minder sympathisch von Stefanie Höner & Kai Wiesinger gespielt wird. Es folgt etwas Workshop-Witzigkeit und Typenkomik, doch dann, nach dem ersten Einblick ins seelische Leid, ist die Luft beziehungs- und komödientechnisch raus. mehr
Ein Melo-Drama aus dem Geiste eines poetischen Realismus’, der ein bizarres Land, eine seltsame Krankheit und schmerzvolle Erfahrungen in eine heilsame Geschichte einwebt. In dieser Form hat dieses Genre eine Berechtigung. Der Film ist gut fotografiert, vermittelt viel von der Aura seiner Schauplätze, die Landschaft spiegelt nicht nur das Innenleben der Figuren, die Landschaft macht auch etwas mit ihnen. Senta Berger und Sandra Borgmann sind exzellent, Grünlers Regie ist umsichtig, das Buch von Martin Rauhaus lebensklug. mehr
Ein bisschen Gefühl, ein bisschen Spannung und Christiane Hörbiger als Frau für alle Fälle – so hat man sich das bei der Degeto gedacht. „Hengstparade“ kann zudem mit zwei erfahrenen Autoren aufwarten: Felix Huby und Gaby Hauptmann. Sie schrieb die Romanvorlage und erstmals auch an einem Drehbuch mit. Hätten sich die beiden für eine flottere Gangart entschieden und nicht für diesen Trab zwischen Boulevardkomödie, Romanze und lahmem Krimifall, wäre mehr drin gewesen als der 999. Beitrag zur ARD-Süßstoff-Offensive. mehr
Warum wollen die von Zernikows heute nicht zugeben, dass sie ein Kindermädchen als Zwangsarbeiterin beschäftigt haben? Der Held der Bestseller-Verfilmung "Das Zimmermädchen", ein Anwalt und bald selbst ein von Zernikow, ist irritiert. Auch die TV-Adaption von Elisabeth Herrmanns Roman setzt auf moralische Wertung, fragt nach politischer Haltung – klare Positionen der Figuren inklusive.„Das Kindermädchen“, dieser wilde Genre-Mix, nähert sich dem Thema Zwangsarbeit im Gewand eines Wohlfühlfilms, den das ZDF als Thriller „verkauft“. Kein großer Wurf, aber ein ehrenwerter Versuch! mehr
Wenn’s drauf ankommt, zwängt sich die strafversetzte Diakonisse Anna sogar in einen Nuttenfummel. „Mein Gott, Anna!“ streift die Satire, steckt voller pointierter Dialoge und unterhält vorzüglich. Und prompt sagte die Degeto die geplante Reihe ab - typisch! mehr
Das Anforderungsprofil einer so genannten Dorfhelferin, die als Mädchen für alles Hof und Familie versorgen muss, und dem einer weiblichen Heldin in einem Fernsehfilm aus dem leichten Fach ist so gut wie deckungsgleich: patent, bodenständig, optimistisch müssen sie sein, nichts darf sie aus der Ruhe bringen, nichts darf sie einschüchtern. Simone Thomalla streift sich Gummistiefel und Latzhose über. Überraschend gut bekommt der Film die verschiedenen Tonlagen, Kinderkram & Krebs, Witz & Warmherzigkeit, in den Griff. mehr
„Pizza und Marmelade“ beschreibt die Architektur des sozialen Abstiegs und baut zugleich ein Fundament für das Prinzip Hoffnung. Aber Oliver Dieckmanns Debütfilm erzählt noch so viel mehr, weil er für alles die idealen Bilder findet. Die Geschichte bekommt so etwas Flüchtiges, die Hauptfiguren etwas Flirrendes und der Schauplatz München etwas Exotisches. mehr
Zwei Neugeborene sind in der Klinik vertauscht worden. Nach einem Jahr wird der Fehler entdeckt. Die Kinder müssen getauscht werden... „Im falschen Leben“ folgt der Chronologie der dramatischen Ereignisse. Da muss nichts dazu erfunden werden: keine dramaturgischen Tricks, keine emotionalen Kicks. Der Film ist mehr Gedankenspiel als Realitätsentwurf. Es ist ein bewegendes Drama zweier Mütter, ihren Gefühlen, Wünschen, ihren Zweifeln. mehr
Eine Werft-Dynastie gerät in ein wirtschaftlich unruhiges Fahrwasser. Die verlorene Tochter kehrt zurück und will das Unternehmen "menschlich" sanieren. Auf dem Weg dorthin muss noch ein Familiengeheimnis gelüftet werden. Das Thriller-Thema (wem kann man trauen?) zieht sich durch die Handlung des Zwei-Stunden-Films, der durch seine ästhetische Brillianz und die starke Besetzung besticht. Der Film ist spannend, die von Lisa Martinek gespielte Heldin identifikationsträchtig. Allein das abgegriffene Sujet schmälert den Genuss. mehr
„Der Blender“ ist typisch Tom Gerhardt: klamaukig, klamottig, albern, zotig, grell, rasant, politisch unkorrekt, fahrig inszeniert, grenzdebil in der dramaturgischen Anlage. Gelegentlich verirrt sich ein leidlich guter Gag in diese turbulente Nummer-Revue aus Geschmacklosigkeit & filmischer Unbedarftheit. Erträglich wird es nur, wenn es in Richtung Slapstick geht. mehr
Eine schöne Idee. Horst Krause, bekannt als brandenburgischer Polizeihauptmeister, der im „Polizeiruf" den Kommissarinnen seit mehreren Jahren mit Herz, Hund und Motorrad helfend zur Seite steht, darf in „Krauses Fest“ einmal mehr zeigen, als das Krimi-Muster erlaubt. In Böhlichs Film wird ein Alltag gelebt, der mehr skurrile Poesie als spontanen Witz verspricht. Auch etwas Melancholie verströmt die Geschichte mit seinem liebenswerten Personal. mehr
Hardy Krüger jr. ermittelt auf Ibiza unter dem Motto „Lasset Schönes um den Kommissar sein“. Doch Beautys und Locations allein machen noch keinen guten Film – geschweige denn einen guten Krimi. Ansonsten bietet „Toni Costa“ schnittige Karossen und gestyltes Ambiente, überzeichnete Charaktere und überzogene Gesten, stereotype Verhöre und alberne Verfolgungsjagden per pedes, Billig-Montage im Besonderen und eine Inszenierung zum Weggucken im Allgemeinen. Bitte, bitte, liebe ARD, keine Reihe draus machen! mehr
Dieser Mix aus Anwaltsserie, Krimi und Liebeskomödie mit ernsthaften Untertönen wechselt beständig die Genrefärbung, besitzt für Degeto-Verhältnisse ein stattliches Tempo, weiß aber auch in ausgespielten Beziehungsszenen zu gefallen. Francis Fulton-Smith und Mariella Ahrens lassen nicht gerade die Funken sprühen – Susanne Bormann schon eher. mehr
Ein Forstrevier irgendwo in Österreich um 1900. Der Wilderer Pachler (Tobias Moretti) erschießt den im Dorf verhassten Oberförster. Doch es kommt ein neuer, Georg Walch (Gabriel Barylli), mit seiner schönen Frau Johanna (Christine Neubauer). Ein harter Bursche, der mit Wilderern kurzen Prozess macht... Fünfte Verfilmung eines Heimatliteratur-Klassikers: die beste - und prompt gab's 1999 den Grimme-Preis. Für Neubauer war es der zweite! mehr
„Der Stich des Skorpion“ ist nach der Autobiografie des Lyrikers Wolfgang Welsch, „Ich war Staatsfeind Nr. 1“, entstanden. Mehr als 200 Ostdeutsche schleuste er über Bulgarien und Rumänien in den Westen ein. Deutsch-deutsche Politik als packender Fernsehfilm! mehr
„Eiszeit“ ist eine recht gelungene Verlängerung einer Serie auf TV-Movie-Format. Das „Bergdoktor“-Special lebt von den glasklaren Bildern der Tiroler Winterlandschaft. Solides Gebrauchsfernsehen – gelungen im Zwischenmenschlichen, abgedroschen die Dramatugie. Hans Sigl überzeugt, die Kinderdarstellerin Mona-Leen Schuller "spielt" herzerweichend. mehr
Ein Paar entliebt sich, streitet sich, trennt sich und streitet sich weiter. "Vom Ende der Liebe" erzählt eine alltägliche Geschichte. Das Buch von Harald Göckeritz zeichnet die Chronologie der laufenden Trennungsereignisse realistisch nach, ist im szenischen Detail authentisch und manche Sätze hören sich so an, als seien sie vom Drehbuch des Lebens abgeschrieben. „Es gibt die Phase der Verletzung, es gibt die Phase des Kampfes, es gibt die Phase der Trauer. Aber irgendwann ist man bei einem Neuanfang.“ Hoher Identifikationsgrad! mehr
Tittelbach.tv empfiehlt: Filme und Serien auf DVD